STARBLIND – Never Seen Again

Band: Starblind
Album: Never Seen Again
Spielzeit: 51:50 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 24.11.2017
Homepage: www.starblind.se

Wo ist Eddy? Ein MAIDEN-Album ohne Eddy auf dem Cover? Wo gibt es denn sowas? Ach richtig, das sind nicht MAIDEN, das sind STARBLIND, die im Promotext ihres dritten Longplayers “Never Seen Again” hemmungslos mit der Aussage untertreiben, sie würden sich “nicht allzu fern auf den Spuren von IRON MAIDEN” bewegen.
Klingt das nach wenig innovativer Stil-Kopiererei? Vielleicht. Denn wirklich neu erfinden die fünf Schweden das eiserne Rad nicht. Aber im Ernst, das ist keineswegs verwerflich, denn das, was die Stockholmer Jungs da auf Platte gepresst haben, ist einwandfreier Heavy Metal auf extrem hohem Niveau und braucht sich vor den Alben seiner britischen Vorbilder nicht zu verstecken.
Über zehn klar und druckvoll produzierte Songs liefern STARBLIND ohne nennenswerte Tiefpunkte genau das, was man von einem MAIDEN-Album erwartet. Schon der erste Track kommt mit “Number Of The Beast”-Tempo, melodischen Gitarrenlines, souveränen Soli, und Melodien, in denen sich jeder Metalfan wohlig vertraut und zuhause fühlt, dahergaloppiert. Nebenbei beweist er gleich noch das spielerische wie kompositorische Talent der Band sowie die stimmlichen Qualitäten von Sänger Marcus Sannefjord Olkerud, der sich perfekt in den Klang der Instrumentalfraktion einfügt und nur in höchsten Höhen ab und an mal zum Quietschen tendiert.
Auch sonst lässt “Never Seen Again” keine Wünsche offen. Da ist die emotionale Halbballade “Eternally Bound”, die sehr ruhig beginnt, zwischendurch sehr episch wird und schließlich mit einer Reprise ihres Intros endet (Überraschung). Da ist “Tears Of A Soldier”, das mit einem schönen getragenen Refrain aufwartet und im Solopart das Temo noch einmal anzieht, und da ist natürlich auch der 6/8el-Track “Never Seen Again”, der den rheinländischen Rezensenten zu leichtem Mitschunkeln bewegt und ein tolles Zusammenspiel von Gesangs- und Gitarrenmelodien bietet.
Und klar, auch ein langer Track am Ende darf nicht fehlen, der ebenso vielseitig wie musikalisch überzeugend ausfällt.
Die einzelnen Bestandteile hat man wohl alle so oder ähnlich bereits gehört, aber STARBLIND wissen sie hervorragend anzuwenden. Jedes Mitglied der Band hat den Stil, mit dem man arbeitet, zu einhundert Prozent verinnerlicht und trägt somit zu einem Gesamtkonzept bei, das herrlich schlüssig wirkt und trotz seiner deutlich erkennbaren Einflüsse absolut überzeugen kann. Von den praktisch durchgängig geilen Melodien fangen wir hier gar nicht erst an. “Never Seen Again” ist zweifelsohne eine der besten Möglichkeiten, sich die (vermutlich eher lange) Wartezeit auf die nächsten Ergüsse von Bruce und seinen Kollegen zu verschönern.
Reinhören ist Pflicht!

Anspieltipps:
“Never Seen Again”, “Tears Of A Soldier”, “Eternally Bound”, “The Everlasting Dream Of Flight” und “Demon Rider”

Fazit:
STARBLIND machen Heavy Metal in seiner klassischsten Form und haben mit “Never Seen Again” ein Abum veröffentlicht, das trotz seiner deutlich erkennbaren Einflüsse nicht nur genug Eigenständigkeit aufweist, sondern auch ein durchgehend unterhaltsames und toll umgesetztes Hörerlebnis liefert. Falsch machen kann man mit einem Kauf des Albus wohl nichts. Für Fans von… Ach, Ihr wisst schon.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Everlasting Dream Of Flight
02. The Shadow Out Of Time
03. Pride And Glory
04. Eternall Bound
05. Tears Of A Soldier
06. Never Seen Again
07. Avarice (The Fourth Circle)
08. Demon Rider
09. Insanity And Genius
10. The Last Stand

Jannis

 

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