SPIRITS OF FIRE – Spirits Of Fire

Band: Spirits Of Fire
Album: Spirits Of Fire
Spielzeit: 62:54 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Music
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.facebook.com/SpiritsOfFireBand

Schnallt Euch an, Leute, es gibt ‘ne neue Supergroup. Und nein, ohne Mike Portnoy, dafür aber mit dem allseits bekannten Tim “Ripper” Owens, Chris Caffery von SAVATAGE und TSA an der Gitarre, Steve DiGiorgio von TESTAMENT und DEATH und Mark Zonder von FATES WARNING. Damit ist schonmal klar, wohin die Reise geht: Heavy Metal der klassischen Art. Für den Sound verantwortlich ist Roy Z, der zuletzt den Sound von STONECASTs “I Earther” in Teilen in den Sand gesetzt hat und bei den SPIRITS OF FIRE erneut nur mittelmäßige Arbeit geleistet hat. Der Wumms fehlt, das Album ist allgemein echt leise für ein aktuelles Metal-Album, aber wie schon bei STONECAST: Hören lässt sich das Ding trotzdem recht gut. Großes Manko bei der Produktion wären noch die Synthesizer, die teils recht gut kommen, teils aber auch wie Fremdkörper anmuten, da sie nicht besonders liebevoll ins Gesamtkonzept integriert wurden, sondern am Ende eben noch draufgeklatscht wurden, in einer Lautstärke, in der sie nicht stören. Vermutlich, um nachher jedem erzählen zu können, das Album verbinde traditionellen Heavy Metal mit modernen Einflüssen und so. Man kennt das. Die Band macht spielerisch insgesamt einen guten Job, auch wenn Tim nur wenige wirkliche Höchstleistungen zum Besten gibt. Dafür überzeugt Caffery auf “Spirits Of Fire” mit quasi durchgängiger Götterarbeit, was Spiel und Komposition angeht. Alleine für die Gitarrenarbeit lohnt sich die Platte eigentlich schon.
Die Songs an sich sind zuerst mal größtenteils zu lang. Nur drei von ihnen sind unter fünf Minuten gehalten, der Rest bisweilen mit immer noch einem weiteren Part künstlich gestreckt. Hätte man die Songs auf vier bis maximal fünf Minuten gehalten, wäre das Gesamtbild am Ende des Hörens wohl etwas kurzweiliger ausgefallen, als es nun der Fall ist. Nichtsdestotrotz machen viele Tracks von “Spirits Of Fire” Spaß. Das Grundfeeling ist enorm PRIESTig und wechselt, wenn man das denn so sagen kann, im Verlauf des Albums von “Painkiller” zu “Nostradamus”. Die konsonanten Harmonien hat man sich für die letzten drei Tracks aufgehoben, insbesondere für das finale “Alone In The Darkness”. Das Resultat ist leicht kitschig aber schön komponiert, wie auch “It’s Everywhere”, Track fünf auf der Scheibe und der erste ansatzweise radiokompatible. Davor (und während der drei Tracks danach) regieren Melodien abseits der Eingängigkeit, gerne im oberen Midtempo/unteren Uptempo angesiedelt, die insbesondere wegen der Gitarrenarbeit während des Hörens ordentlich Spaß machen, dabei aber kaum im Kopf bleiben. Man hat jeden der beteiligten Musiker schon auf wesentlich besseren Alben gehört und wundert sich an einigen Stellen tatsächlich über das Schulband-Niveau, sei es bei den “Hey”-Rufen im Mittelteil von “Stand And Fight”, die so nur live aber niemals auf CD vorkommen sollten, oder beim komplett fehlgeschlagenen Text von “A Game”, den man tatsächlich noch besser durch beständige “Hey”-Rufe ersetzt hätte. Insgesamt ist das Ganze aber überraschend undergroundig klingender Oldschool-Metal, der eher nach JUDAS-PRIEST-Huldigung einer kleineren talentierten Band klingt, als nach einer Allstar-Gruppe.

Anspieltipps:
“Light Speed Marching”, “A Game”, “Alone In The Darkness” und “Spirits Of Fire”

Fazit:
Wer es gerne ein bisschen rauer und traditioneller mag, keinen Wert auf Ohrwurmmelodien legt und die ganze geleckte Popsparte im Metal auf täglicher Basis mit Verachtung straft, für ein paar emotional-ruhigere Songs dabei jedoch Verständnis zeigt, der kriegt mit „Spirits Of Fire“ genau das was er braucht. Wer Owens Stimme, Cafferys Spiel oder geile Gitarren-Performances an sich mag, auch.

WERTUNG:

 

Trackliste:

01. Light Speed Marching
02. Temple Of The Soul
03. All Comes Together
04. Spirits Of Fire
05. It’s Everywhere
06. A Game
07. Stand And Fight
08. Meet Your End
09. Never To Return
10. The Path
11. Alone In The Darkness

Jannis

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