SOBER TRUTH – Psychosis

Band: Sober Truth
Album: Psychosis
Spielzeit: 42:58 min
Stilrichtung: Progressive Groove Metal
Plattenfirma: Eigen (TaktArt Records)
Veröffentlichung: 24.02.2019
Homepage: www.sober-truth.com

Da kam doch so mir nichts, dir nichts SOBER TRUTH über die Talentschmiede bei der Rock Garage eingetrudelt und ich dachte mir…. ‚Progressive Metal? Oooooch nööööööö….‘ Aber schon nach dem ersten Durchgang war ich nicht nur positiv überrascht, ich war begeistert!
Was die Siegburger mit „Psychosis“ raushauen, ist spannend, interessant, abwechslungsreich und mitreißend. Es werden so viele Genres gekonnt zusammengesetzt, das man bei jedem Lied in eine neue Stimmung bangt. Und genau das macht das mittlerweile 5. Studioalbum von SOBER TRUTH aus. Nicht umsonst handelt „Psychosis“ von der eigenen Realität, der Wahrnehmung des eigenen Umfelds und der Hinterfragung des eigenen Handelns. Das Album ist wie eine aufregende Achterbahnfahrt der Seele.
Schon der Opener „Solitude“ startet die rasante Fahrt. Düster-aggressiv kann sich Sänger und Gitarrist Torsten Schramm hier stimmlich schon direkt austoben. Und nicht nur er, auch die Basslines von Bassistin Jules Rockwell, das hämmernde Schlagzeug von Sam Baw und die Gitarre von Aaron Vogelsberg, der trotz seines jungen Alters wie ein erfahrener Gitarrero in die Saiten haut, kommen hier nicht zu kurz.
Schon der nächste Song „Arkados“ geht in eine andere Richtung und reißt einen mit seinem Groove, Double-Bass-Gehämmere, Gitarrensolis mit. Vorwärts immer, Rückwärts nimmer ist hier die Devise. „Dark Valley“ dagegen startet schon fast besinnlich melodisch und mausert sich während seiner Spielzeit schon fast zu einer epischen Hymne. Und es wird nicht einfach nicht schlechter. Während „Ode to Reality“ ebenso wie „Dying Dreams“ eher als Intermezzo und Wegbereiter für die nächsten Songs zu sehen ist, haut „Riven“ einen vollkommen um. Für mich einer der besten Songs auf „Psychosis“. Ein eingängiger Refrain zwischen dem sich der Rest der Band eindrucksvoll austoben kann.
Auch die nächsten Songs verlieren nichts von ihrer Intensität. Das basslastige Monster „Utopia“ löst das treibende „Horizon“ ab und leitet direkt zum nüchternen „Sober“ (Achtung Wortspiel) über. Es ist eine Re-Arranged Version aus dem Album „Locust ▽ Lunatic Asylum“. Eine gehörige Portion Dark Wave/Gothic mit regelrechten Ausbrüchen gibt es dann mit dem Titeltrack „Psychosis“. SOBER TRUTH haben hier ein kleines Meisterwerk geschaffen, dass man am liebsten nur noch rauf und runter spielen möchte, mit über 6 Minuten auch der längste Track des Albums. Einzigartig und einzigartig unberechenbar.
Den Abschluss bildet das bluesrockige „Collapsed“. Unplugged und energetisch bildet es den perfekten Abschluss für ein Album, das mit den Genres spielt ohne zu überstrapazieren. Alles scheint perfekt aufeinander abgestimmt, der variantenreiche Gesang kombiniert mit jugendlicher Frische und raffinierten Finessen, die das neueste Werk des Quartetts zu einem absoluten Hörerlebnis machen.
Was 2007 begann wird nun mit „Psychosis“ gekrönt, denn mit diesen 11 Songs haben die Siegburger ein deutliches Zeichen gesetzt. Experimentierfreudig, genreübergreifend, unkonventionell. So beschreiben sich SOBER TRUTH selbst und nichts davon ist übertrieben. Weit weg vom Mainstream, was es für die Band vermutlich schwerer macht, wird hier eine Eigenständigkeit gezeigt, die so viele andere Bands einfach vermissen lassen. Und genau dies ist die Stärke von „Psychosis“. Vielleicht nicht immer gefällig, aber mit Ohrwurmgarantie für alle, die keine Angst vor Stil- und Genremixes haben. Kompromisslos und kompromisslos gut. Hut ab, das habt ihr klasse gemacht!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Solitude
02. Akardos
03. Dark Valley
04. Ode To Reality (Instrumental)
05. Riven
06. Horizon
07. Utopia
08. Sober (ReArranged)
09. Dying Dreams (Instrumental)
10. Psychosis
11. Collapse Unplugged

Tänski

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