SEELENWALZER – totgeglaubt

Band: SeelenWalzer
Album: totgeglaubt
Spielzeit: 58:41 min
Stilrichtung: NDH / Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.05.2019
Homepage: www.seelenwalzer.com

 

Mit „totgeglaubt“ werfen die Jungs von SEELENWALZER quasi ein Debüt in die Menge. Quasi, da SEELENWALZER Einigen vermutlich noch als RICHTHOFEN bekannt sein dürfte. RICHTHOFEN wurden 1997 gegründet und haben sich 1999 nach nur 2 Alben wieder aufgelöst. 20 Jahre später haben sich die Jungs wieder zusammengetan und haben mit dem Album „SeelenWalzer“ (Re-Release Ex-Richthofen) den Startschuss für das Projekt SEELENWALZER gegeben. Lediglich Sänger Dirk Weiss ist aufgrund der WARPATH Reunion nicht mehr dabei, mit Alexander Schmied wurde aber der perfekte Ersatz gefunden. Mit Gitarrist Andy Classen, Gernort Leinert am Bass und Sanjai Shah Hausschild an den Drums ist das Quartett komplettiert und bittet zum Tanz.
Dieses Mal gibt es aufgrund des Bandnamens auch keine Erklärungsnöte mehr, sorgte der Name RICHTHOFEN damals trotz eindeutiger Lyrics mehrfach für die Zuordnung ins rechte Lager. Nun also endlich der Neustart als SEELENWALZER. Und was für ein Neustart. Mit „totgeglaubt“ knüpft das Quartett direkt an das RICHTHOFEN Debüt „SeelenWalzer“ an. Brachial hart und mit bitterbösen Texten werden die Hörer in die dunklen Abgründe der Seele geführt. „Die Zeit ist gekommen es wieder zu tun, den SeelenWalzer mit uns zu tanzen!“
Das Intro „Hereinspaziert“ eröffnet mit Jahrmarktklängen hinterlegt den dunklen Reigen. Wer den Weg weiter beschreitet, wird dafür schon direkt mit „Gott ist tot“ belohnt. Leichte Reggaeklänge untermalen den Song, der mit einem enorm brachialen Refrain aufwarten kann. „SeelenWalzer“ dagegen ist durch und durch ein typischer NDH-Song, Marschrhythmus und extrem viel Bass. „Grabesstille“ hat nicht die Härte des Vorgängersongs, kommt aber beschwingt leicht und tanzbar daher.
Die musikalische Abwechslung der ersten drei Lieder zieht sich durch das ganze Album. Auf 18 Songs die mit einer knackigen Gesamtspielzeit von knapp 59 Minuten eher ein Hardcore-Album vermuten lassen, tanzen sich SEELENWALZER durch Leben und Tod, Schuld und Sühne, Leid und Mitleid, Freude und Religion, Missbrauch und Grabesglück. So gegensätzlich die Inhalte der Songs, so gegensätzlich erscheint der Stilmix der einzelnen Stücke. So klingt „Seelenscherben“ ein wenig nach Countrymusik, während „Das Dorf“ den Touch eines Italo-Westerns in sich trägt. Bei „Kinderkrieger“ sind orientalische Klänge zu hören und „Der Feind sind wir“ scheint mit seinem doomigen Rhythmus so irgendwie gar nicht reinzupassen. Aber eben nur scheint. SEELENWALZER zeigen sich abwechslungsreich und trotz der dunklen Künste in Spiellaune und mischen gekonnt verschiedene Stile. Und gerade die Abwechslung macht „totgeglaubt“ so einzigartig und lässt das Album sich von anderen NDH-Scheiben deutlich absetzen. Wo bei vielen anderen NDH-Bands der stumpfe links-rechts-Marsch dominiert, setzen SEELENWALZER eigene Akzente und schaffen es durch ihr Vielseitigkeit, sich gekonnt in Szene zu setzen. Das macht den Unterschied zu NDH-Genregrößen aus und SEELENWALZER brauchen sich nicht hinter namhaften Bands der Szene zu verstecken. Viele Songs haben absoluten Ohrwurmcharakter und sind tanzbar, also alles, wie es sein soll.
Wer schon Fan von RICHTHOFEN war, wird auch SEELENWALZER und „totgeglaubt“ lieben. Ein Hammerteil, das absolut hörenswert ist.

Ihr werdet die Stimme des Blutes hören und dabei die Freuden der Mutter verspüren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hereinspaziert
02. Gott ist tot
03. SeelenWalzer
04. GrabesStille
05. Das Weib ist tot
06. MeeresBlut
07. Ihr Kinderlein kommet
08. Freund Tod
09. Seele in Scherben
10. Harlekin
11. Veganerlied
12. Tanzdiktator (Nachtmahr Cover)
13. KinderKrieger
14. Falscher Freund
15. Das Dorf
16. Totgeglaubt
17. Der Feind sind Wir
18. Ich würd’ so gern’ nach Hause gehen

Tänski

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