PORTNOY SHEEHAN MACALPINE SHERINIAN – Live In Tokyo

Band: Portnoy Sheehan MacAlpine Sherinian
Album: Live In Tokyo
Spielzeit: 106 min
Stilrichtung: Instrumental Rock
Plattenfirma: Eagle Vision
Veröffentlichung: 30.08.2013
Homepage: www.mikeportnoy.com

Ich geb’s auf, ich komme einfach nicht mehr mit. Ob Mike Portnoy selber noch den Überblick über seine unzähligen Projekte hat? Womöglich schickt ihn eine ganze Armada von Terminplanervasallen tagtäglich von einem Termin zum nächsten und der gute Mike labert und trommelt einfach überall dort, wo man ihn nicht gleich rausschmeißt? Man weiß es nicht so genau. Die neueste Veröffentlichung ist ein Mitschnitt aus dem Zepp Tokyo vom November 2012, bei dem Portnoy von seinem The Winery Dogs Kollegen Billy Sheehan am Bass, Ex-Dream Theater Keyboarder Derek Sherinian und Gitarrenwunderknabe Tony MacAlpine begleitet wird. Höchster Frickelalarm also, der Freunden von anspruchsvoller instrumentaler Rockmusik das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen dürfte. Die Setlist verspricht ebenfalls einen bunten Marsch durch die Diskographie der 4 Herren. Also ab in den Player mit der schönen Scheibe:

Eröffnet wird der Gig mit einer berauschenden Version des Dream Theater Knallers „A Change Of Seasons: I. The Crimson Sunrise“ (den Portnoy und Sherinian so ähnlich auch bereits auf der „Once In A Livetime“ Veröffentlichung vor 15 Jahren zusammen gezockt haben). Weiter geht’s mit Songs von diversen Sherinian und MacAlpine Soloalben („Apocalypse 1470 B.C.“, „Been Here Before“), Coverversionen (das unkaputtbare „The Pump“ sowie den Klassiker „Birds Of Prey“), das unvermeidliche und sehr gelungene „Shy Boy“ mit Sheehan am Gesang und natürlich ausgedehnten Solospots aller Beteiligten. Atemberaubend ist natürlich die Leichtigkeit mit der die 4 Herren auf Ihren Instrumente zu absonderlichen Solopassagen ansetzen – das verwundert bei der geballten Diskographie die da auf der Bühne steht wohl auch kaum noch jemanden.

Das Konzert erscheint sowohl als Doppel-CD als auch auf DVD und BluRay, wobei der BD (insofern ein entsprechender Player vorhanden ist) aufgrund der sehr guten Bild- und Soundqualität auf jeden Fall der Vorzug zu geben ist. Das Bühnenbild ist (wohl auch aufgrund der Low-Budget Umstände der Tour) spartanisch, lenkt daher aber auch zu keiner Sekunde vom eigentlich wichtigen Geschehen am Bühnenrand ab. Der Schnitt ist ebenfalls nicht zu hektisch, fängt immer das gerade Wichtige ein und vermittelt ein gutes Live-Feeling. Es ist immer wieder erstaunlich mit welcher sympathischen Leichtigkeit und Agilität der mittlerweile 60-jährige Billy Sheehan über die Bühne wirbelt und ein Monsterfundament unter die unzähligen Soloeskapaden seiner Mitstreiter legt. Sherinian und MacAlpine agieren gewohnt lässig und souverän und Portnoy lässt mal wieder den Gang-Leader raushängen. Überraschungen wird wohl auch niemand von dieser Band erwarten. Interessant ist auf jeden Fall zuzusehen wie die 4 Vollblutprofis, die nur sehr begrenzte Zeit hatten sich auf die Tour vorzubereiten, sich durch winzige Zeichen und kurzen Blickkontakt gegenseitig durch die hochkomplexen Kompositionen leiten. Als Bonus gibt’s noch ein knapp 10-minütiges „Behind-The-Scenes“ in grausamer Soundqualität oben drauf, in dem die Musiker die üblichen oberflächlichen Plattitüden von sich geben und nur kurz auf die widrigen Umstände der Tour eingehen. Nennen wir das mal einen Alibi-Bonus ohne wirklichen Mehrwert. Das ändert aber nichts daran, dass „Live In Tokyo” dem Interessenten äußerst unterhaltsame 90 Minuten auf höchstem Niveau bietet, bei dem es auch soundtechnisch nichts zu bemängeln gibt.

WERTUNG: 

Trackliste:

01. A Change Of Seasons: I. The Crimson Sunrise
02. Acid Rain
03. The Stranger
04. Stratus
05. Apocalypse 1470 B.C.
06. Tony MacAlpine Guitar Solo
07. Been Here Before
08. Birds Of Prey (Billy’s Boogie) / Billy Sheehan Bass Solo
09. The Farandole
10. The Pump
11. Mike Portnoy Drum Intro
12. Nightmare City
13. Hell’s Kitchen
14. Derek Sherinian Keyboard Solo
15. Lines In The Sand
16. Shy Boy

Mario

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