MOB RULES Interview

Wir haben mal wieder das Tor der Rock Garage geöffnet und niemand Geringeren als Klaus Dirks, den Frontmann von MOB RULES eintreten lassen. Zwei Jahre nach dem hochgelobten „Tales From Beyond“ steht nun das neunte Album der Herren aus dem Norden, „Beast Reborn“, in den Startlöchern und Klaus weiß einiges nicht nur darüber zu berichten!

J.R: Hallo Klaus, schön, dass Du Dir die Zeit für uns nehmen konntest! Zuerst einmal die klassische Anfangsfrage: Was sagt Ihr zu „Beast Reborn“? Alles zu Eurer Zufriedenheit?

K.D: Auf jeden Fall, wir sind alle ziemlich stolz auf das Album und sehr gespannt wie es den Fans gefallen wird!

J.R: Die ersten Rezensionen zum neuen Werk kommen ja nun so langsam rein und sehen alles andere als schlecht aus. Wie groß war die Anspannung innerhalb der Band, ob „Beast Reborn“ die Erwartungen erfüllen kann, die nach dem letzten, insgesamt sehr positiv bewerteten, „Tales From Beyond“ an Euch gestellt wurden?

K.D: Definitiv groß, denn wir haben das Album noch mehr als bei der Tales eher aus dem Bauch entstehen lassen und uns diesmal keine Auflagen gemacht wie es werden soll. Es ist halt die Art von Musik, die wir gerne auch selber hören und da ist es dann umso spannender wie die Fans drauf reagieren.

J.R: Die Platte erscheint am 24. August. Machen wir die Leser mal ein bisschen heiß darauf und fragen ganz reißerisch: Jeder weiß, das neue Album ist immer das beste, das man als Band je gemacht hat. Warum ist „Beast Reborn“ noch besser als seine Vorgänger?

K.D: Es ist härter, es ist direkter, es ist verspielter und auch moderner würde ich sagen! Einfach noch mehr Metal als vorher, und dabei trotzdem auch vielseitig! Das sind doch gute Gründe, oder?

J.R: Was darf der Hörer denn textlich dieses Mal von Euch erwarten? Die Titel lassen vermuten, dass man es wieder mit einem Konzeptalbum zu tun hat!

K.D: Unser Keyboarder hat sich da wieder ziemlich ausgetobt! Es gibt Songs über Sagen und Mythen, wie z.B. die Gonger von Sylt und Amrum, Wiedergänger die auf hoher See gestorben sind und nach vier Generationen zurückkehren um ihre Nachfahren zu finden. Sie wollen Ihnen nichts böses, sondern wollen nur dass man sich an sie erinnert um dann ihren Frieden zu finden. Ein anderer Song handelt von dem Internetmysterium John Titor, der um das Jahr 2000 eine Menge Leute ernsthaft überzeugt hat, er sei ein Zeitreisender aus dem Jahr 2035. Dann sind wieder Songs über historische Ereignisse dabei: Der Stromkrieg zwischen Thoma Edison und Nikola Tesla, der zum Auftakt unserer modernen Welt geworden ist. Oder die Kinderkreuzzüge, eine traurige aber wahre Geschichte aus dem Jahr 1212, wo einem Jungen vermeintlich ein Engel erschien und ihm sagte, die Kreuzzüge können nur von Unschuldigen ohne Gewalt gewonnen werden. Er sollte daher eine Gruppe Kinder und Jugendlicher nach Jerusalem führen, da sich das Meer für sie teilen würde. In diesen armen Zeiten haben sich über 10.000 ihm angeschlossen, da sie sich ein besseres Leben erhofften. Kaum einer überlebte diese Reise und es ist in Zeiten wie heute ein gutes Thema um zu zeigen, wohin blindes Vertrauen für eine vermeintlich gute Sache führen kann. Literatur haben wir auch auf dem Album, mit einem Song über den “Hund von Baskerville” und dazu auch noch ein paar eher persönliche Songs. Das Best Reborn steht dabei eher für unser empfinden als Band, dass es gerade wie ein Neuanfang ist und dass es gut ist, mal alten Ballast abzuwerfen, das alte hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen. Dieses Thema zieht sich auch durch einige der Songs.

J.R: Die Release-Shows stehen an, anschließend geht es auf Tour mit Brainstorm. Worauf darf man sich freuen? Wird die Songauswahl bei beiden Touren weitgehend ähnlich? Gibt es noch einmal ein paar Songs, die live sonst nur selten gespielt werden?

K.D: Bei neun Alben gibt es mittlerweile eine gute Auswahl an Songs, das stimmt. Auf jeden Fall gibt es einiges vom neuen Album zu hören, gemixt mit einem Querschnitt durch alle Alben. Da sollte für jeden etwas dabei sein!

J.R: Inwiefern haben die Voting-Ergebnisse Eurer Beyond-The-Classics-Tour Enflüsse auf die Setlists Eurer nächsten Shows? Gibt es da jetzt ein kleines Dilemma, weil Ihr auf der einen Seite wisst, welche Songs live besonders gewünscht werden, während Ihr auf der anderen Seite, neben den Songs vom neuen Album, nicht immer die selben Songs spielen könnt?

K.D: Ich denke das ist eher gut! Jetzt wissen wir, worauf die Leute sich am meisten freuen und was auf jeden Fall gut ankommt! Und da jetzt eh neue Songs hinzukommen, wird es auf jeden Fall Abwechslung geben!

J.R: Apropos Live-Show: Ihr wirkt auf der Bühne nach einem sehr gut eingespielten Team und seid, seit Jan 2011 zu euch stieß, mit unverändertem LineUp unterwegs – abseits von Matthias, der ja ursprünglich nur temporär durch Sönke ersetzt wurde. Ist Matthias inzwischen offiziell raus aus Mob Rules? Oder besteht die Chance, dass er in Zukunft noch einmal vorbeischaut? Ein offizielles Statement dazu habe ich nicht gefunden.

K.D: Matthias hat sich eine Auszeit gewünscht kurz nach Veröffentlichung der Tales. Für uns ging es dann natürlich weiter, es stand die Tour an für die Sönke uns super ausgeholfen hat. Mittlerweile wissen wir, dass Matthias auch nicht zurückkommen wird, aber da gab es auch nie so den Moment an dem das feststand. Er spielt mittlerweile in einer neuen Bluesrock/Hardrock Band, daran sieht man eben auch dass die musikalischen Ziele mit der Zeit etwas auseinander gegangen sind.

J.R: Jetzt, wo Sönke offiziell Teil von Mob Rules ist, wie würdest Du seinen Einfluss auf Euren Sound und die Band insgesamt beschreiben?

K.D: Er ist ein ehemaliger Schüler unseres Gitarristen Sven. In der Hinsicht ist sein Stil recht ähnlich und die beiden harmonieren unglaublich gut zusammen. Das hört man Live, aber auch bei den Aufnahmen, wo sich beide die Soli geteilt haben. Jedes Solo ist quasi ein Gitarrenduell zwischen den beiden, das macht die Sache sehr lebhaft!

J.R: Ich habe das Gefühl, dass „Beast Reborn“ musikalisch ab und zu wieder verstärkt nach euren älteren Alben klingt. „Ghost of a Chance“ zum Beispiel hat etwas vom „Among The Gods“- oder „Ethnolution A.D.“-Album, kombiniert mit dem aktuelleren Sound der letzten zwei bis drei Alben. Absicht oder Fehleinschätzung meinerseits?

K.D: Da stimme ich dir zu, ohne dass wir diesen Weg bewusst gewählt haben. Aber ich denke auch wir haben ein wenig zu alten Stärken zurückgefunden, was mir persönlich auch sehr gut gefällt!

J.R: Zum Thema älterer Stoff: Im Boxset der neuen Scheibe findet sich unter anderem eine Bonus-CD mit zwei neu aufgenommenen Tracks, „Lord of Madness“ und „Sacred Heart“. Warum diese beiden Songs?

K.D: Wir haben die Ehre gehabt, Ronnie James Dio einmal zu treffen und wären sogar fast mit ihm auf Tour gegangen, bevor er leider verstorben ist. Er ist ein großes Idol von mir und ich wollte schon immer einmal einen Song von ihm aufnehmen. Lord Of Madness wurde für die erwähnte “Beyond The Classics” vom Publikum stark gewünscht. Wir haben ihn daher etwas modernisiert, was uns jetzt so gut gefallen hat, dass wir diese Version nochmal aufnehmen wollten.

J.R: Zu guter Letzt noch ein Blick in die Zukunft. Viel Zeit zum Ausruhen nach dem Release wird es für Euch wohl vermutlich nicht geben. Schließlich steht 2019 das 25jährige Bandjubiläum an. Gibt es schon ein paar Ideen, wie das gefeiert wird?

K.D: Ja, da wird es auch sicher etwas besonderes geben! Aber momentan stecken wir so sehr in der Vorbereitung des Release, dass wir noch keine Zeit hatten da etwas auszuarbeiten. Es gibt auf jeden Fall aber Ideen!

J.R: Herzlichen Dank Dir für das Interview! Viel Erfolg mit „Beast Reborn“ und den kommenden Shows und alles Gute für die Zukunft. Jetzt, zum Schluss, noch ein bisschen Platz für unbescheidene Eigenwerbung. Gib alles!

K.D: Ich danke dir auch! Und an alle die das hier lesen: Lasst euch das Beast nicht entgehen, ob auf CD, LP oder Live auf der Bühne! Wir freuen uns mit euch eine tolle Party zu feiern und euch ordentlich die Ohren durchzupusten!

Jannis

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One Response to MOB RULES Interview

  1. Vlatko Jelkic says:

    Sönke ist eine sehr wertvolle Verstärkung! So eine gute Platte habe ich nicht in letzter 10 Jahre gehört!

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