IMMINENCE – Turn The Light On

Band: Imminence
Album: Turn The Light On
Spielzeit: 51:35 min
Stilrichtung: Metalcore
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 03.05.2019
Homepage: www.facebook.com/imminenceswe

 

Da hüpft man mal locker flockig über die Seite von Nuclear Blast und stolpert dabei über eine Band namens IMMINENCE. War mir bis dato tatsächlich unbekannt, obwohl die Schweden mit „Turn The Light On“ ihr bereits drittes Studioalbum herausgebracht haben. Aber egal, dann eben eine von Vorgängeralben unbeeinflusste Rezi.
Bereits 2009 von Gitarrist Harald Barret in Malmö gegründet, dauerte es dann noch bis 2012, bis die Besetzung von IMMINENCE komplett war. Die Reifezeit hat die Band anscheinend auch gebraucht, denn die ersten beiden Alben („I“ 2014, „This Is Goodbye“ 2017) sind direkt positiv aufgenommen worden.
Nun also kommt mit „Turn The Light On“ Album Nummer Drei auf den Markt. Ein passender Titel für ein Werk, in dem es darum geht, ‚Licht in die Dunkelheit zu bringen, die wir in uns tragen‘. Die Lyrics beschreiben den inneren Konflikt, die Selbstzweifel und Selbstzerstörung und das auf eine melancholisch leichte und doch düstere Art und Weise. Musik ist das einzige Heilmittel für die inneren Kämpfe und das zeigen die Schweden mit Ihrem neuesten Werk auf recht eindrucksvolle Art und Weise. Geschrieben wurden die textlich starken Songs von Gitarrist Harald Barrett und Vocalist Eddie Berg, zusätzliche Schlagzeug-Parts und Arrangements hat Drummer Peter Harnström beigesteuert.
Schon der Opener „Erase“ zeigt mit eingängigen Lyrics und leichten Shouts, wohin die Reise des Albums geht. Gefühlvoller Metalcore, stellenweise leicht poppig, etwas nah am Mainstream, aber qualitativ durchaus hochwertig und klangvoll. Und höre ich da eine Violine? Tatsächlich, Sänger Eddie Berg spielt Violine. Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal und – wie ich finde – die passende Untermalung für die emotional starken Songs.
Das folgende „Paralyzed“, die erste Singleauskopplung, überzeugt durch kräftige Shouts und bildet mit den weiteren Vorabveröffentlichungen „Saturated Souls“, „Infectious“ und „Lighthouse“ einen wunderbaren Querschnitt der Schweden. Wobei „Saturated Souls“ nicht restlos überzeugen kann, der Song ist für eine Metalcore-Band etwas zu poppig, zu elektrolastig geraten. Der Qualität des restlichen Albums schadet es nicht wirklich, zeigt aber auch, dass IMMINENCE gerne experimentieren bzw. ihre Findungsphase noch nicht abgeschlossen haben. Hoffen wir mal, dass die Jungs sich nicht gänzlich in diese Richtung verlieren.
Eines der Highlights auf „Turn The Light On” ist ganz klar das bereits 2015 herausgebrachte „The Sickness“. Intensives Geknüppel, perfekt ergänzt um tiefe Growls und einem eingängigen Refrain. Bitte, bitte mehr davon!
Natürlich fehlt auch der Gänsehaut Moment nicht. Die Ballade „Death Of You” mit seiner melancholischen Untermalung durch Eddies Violine überzeugt auf ganzer Linie. Ein wundervoll trauriger Song, der einem sofort ins Herz geht.
Auch die nächsten Songs können absolut überzeugen. Während „Scars“ mit einem lockeren Refrain aufwartet, gibt es bei „Disconnected“ hochmelodisch zu. Auch die Violine bekommt ihr Solo und fügt sich wunderbar in den Song ein. „Wake Me Up“ dagegen macht seinem Namen alle Ehre, sorgt der Song mit seinen Shouts und Growls für ein doch sehr heftiges Erwachen. Ein klasse Song, der vor Härte nur so strotzt. Ein ganz anderes Kaliber dagegen ist der letzte Song des Albums. „Love And Grace“ ist eine Pianoballade, welche auch hier wieder die Wandelbarkeit der doch recht jungen Band IMMINENCE zeigt. Wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig und noch nicht komplett ausgearbeitet, zeigt der Song aber jetzt schon, was in der Band steckt.
Abschließend bleibt nur zu sagen, dass IMMINENCE mit „Turn The Light On“ noch nicht der ganz große Wurf gelungen ist. Aber das Potenzial ist definitiv da und ich hoffe auf mehr Alben der Schweden. Gerade der Mix zwischen Krachern wie „Room To Breathe“ oder „The Sickness“ und den ausgeglicheneren Songs wie „Death Of You“, dazu der gezielte Einsatz der Violine sind so derart ansprechend, dass man unbedingt von einem durchaus gelungenen Album sprechen kann. Einziges Manko ist für mich die gewollte Nähe zum Mainstream und poppige Ausflüge á la „Saturated Soul“ (aber selbst dieser Song hat irgendwie etwas Besonderes). Lassen wir uns überraschen, wohin die Reise von IMMINENCE mit den nächsten Alben geht. Ich freue mich jedenfalls darauf und werde die Schweden definitiv im Auge behalten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Erase
02. Paralyzed
03. Room To Breathe
04. Saturated Soul
05. Infectious
06. The Sickness
07. Death of You
08. Scars
09. Disconnected
10. Wake Me Up
11. Don’t Tell a Soul
12. Lighthouse
13. Love & Grace

Tänski

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