FALLEN ANGEL – Cast Out Of Heaven

Band: Fallen Angel
Album: Cast Out Of Heaven
Spielzeit: 71:38 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Killer Metal Records
Veröffentlichung: 10.08.2018
Homepage: www.facebook.com/Fallen-Angel-104485219594948

70 Minuten Spieldauer, 19 Songs, zweiter Teil einer Alben-Trilogie basierend auf einer Novellen-Trilogie – all diese Rahmeninfos wecken doch amtliche Erwartungen auf die zweite Platte der Jungs von FALLEN ANGEL aus dem Hinterland New Yorks. Dazu kommt ein cooles Band-Image inklusive Kostümierung und ein durchaus stilvolles Cover. Für ein zweites Album einer Band sind die Umstände tatsächlich ansehnlich. “Cast Out Of Heaven” mutet als Gesamtkunstwerk an und diesen Status kann man ihm auch nicht wirklich absprechen.
Produziert ist das Ding okay. Hätte man die Drums ein wenig lauter und die Gitarren etwas leiser geschraubt, wäre die Euphorie noch um einiges größer gewesen, hören lassen kann sich die Platte aber auf jeden Fall.
Sänger Steve Siniuk macht ebenfalls einen guten Job. Sei es hohes Gekeife in Form einer Mischung aus HELL, Rob Halford und Udo Dirkschneider oder gemäßigterer Gesang in konventionellen Höhen; die Stimme passt und macht einen guten Job für die Veroldschoolung (Oldverschoolung?) des allgemein auf “Painkiller“-PRIESTige Weise sehr traditionell rüberkommenden Albums. Auch der Rest der Band arbeitet ordentlich, obgleich bei einigen Tracks, unter anderem “The Man In Black”, leichte Schwankungen in der Geschwindigkeit oder in der Genauigkeit einzelner Instrumente auftreten, die man wahlweise als underground-true oder bemängelnswert beurteilen darf.
Und die Musik? Nun, Oldschool-Underground-Metal-Fans mögen der Scheibe durchaus einiges abgewinnen können. Allgemein ist jedoch der Mangel an unterschiedlichen Grundtönen das wirklich Spektakuläre an “Cast Out Of Heaven”. Gefühlt 80% aller Lieder finden durchweg auf ein und dem selben Grundton statt, sind dabei sehr Metal aber eben wenig abwechlungsreich. Primitiv mag man das nennen, ohne es dabei groß verurteilen zu wollen, aber wer Interesse an kreativen Melodien oder zumindest an auf immer dem selben Ton smart umgesetzten Arrangements hat, der wird wohl enttäuscht werden. Die Riffs sind top, ohne Frage, aber wenn ein Großteil aller Songs seinen Reiz daraus bezieht, dass der nach langem Strophen- und Prechorusgedöns sehnlich erwartete Refrain eine akzeptable Melodie auf dem Eingangsriff bietet, auf die weitere Grundtonarbeit folgt, dann stellt sich bei einem 70-Minuten-Album nach spätestens einem Drittel der Songs eine gewisse Langeweile ein. Ein wenig helfen dabei die aus der Reihe fallenden Songs, die laut Promosheet an QUEENSRYCHEs “Operation Mindcrime” erinnern sollen, dies aber laut Rezensent nicht tun. Das ruhige “Ascension”, das elektronisch untermalte “Dance Of The Dead” und das loungige “Lord Of The Flesh” liefern Abwechslung, haben ihr Potential jedoch ebenfalls nach zwei Minuten ausgeschöpft und wiederholen sich anschließend gefühlt ewig, auch wenn sie die fünf Minuten Spieldauer selten überschreiten.
Man hat letztendlich das Gefühl, FALLEN ANGEL wollten einfach zu viel mit ihrem Album. 70 Minuten, Konzeptalbum, Trilogie, Novellenvorlage, das wirkt alles beeindruckend, doch wenn die ganze Sache im Endeffekt aus 19 Songs besteht, deren Ideen man auch in 40 Minuten wesentlich kurzweiliger hätte verpacken können, dann ist das Ziel ein wenig verfehlt.

Anspieltipps:
“Ascension”, “The Terror Within” und “Fall From Above”

Fazit:
Freunde des rohen und einfachen Heavy Metals der alten Schule mögen an “Cast Out Of Heaven” ihre Freude haben. Wer hingegen Metal primär dann interessant findet, wenn er melodische Vielseitigkeit und kompositorische Kreativität beinhaltet, und dies als Grundvoraussetzung für ansprechenden Heavy Metal sieht, der wird über die beachtliche Spieldauer doch größtenteils vergeblich auf den Moment warten, an dem die Subdominante erstmals innerhalb eines Songs verwendet wird.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Cast Out Of Heaven
02. Fall From Above
03. The Burning Curse
04. Charon’s Black Sails
05. Lost… On The River Styx
06. The Terror Within
07. Ascension
08. Democales
09. The Man In Black
10. Harem Of Sin
11. Lord Of The Flesh
12. Dance Of The Dead
13. Within This Area… Glory Awaits
14. A Clash Of Titans
15. The Fall Of A Lord
16. Blackened Hearts
17. Withered Soul
18. Doomed
19. The Fallen (Bonus Track)

Jannis

 

Tagged . Bookmark the permalink.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.