BULLET – Full Pull

Band: Bullet
Album: Full Pull
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 14.09.2012
Homepage: www.bullet.nu

Warum müssen es immer die alten Recken sein, von denen man Großes erwartet, nur um dann doch meist enttäuscht zu werden? Seit nunmehr 11 Jahren lärmen die Jungs um den charismatischen Frontmann Hell Hofer nun schon herum und haben bisher neben einem Demo („Heavy Metal Highway“ 2002) und einer EP („Speeding In The Night“ 2003) drei Langspieler auf den Weg gebracht. Neu ist die Band aus dem schwedischen Växjö also nicht mehr, aber sie haben sich von Platte zu Platte gesteigert, auch wenn man nicht behaupten könnte, dass BULLET je eine schlechte Scheibe vom Stapel gelassen hätten. Nun hat man in Nuclear Blast auch einen äußerst starken Partner im Rücken, denn Album Nummer vier erscheint beim bedeutensten Independent Label in Sachen Heavy Metal. Damit geht auch ein großer Traum für den Fünfer aus Schweden in Erfüllung.

Auf „Full Pull“ wird also alles anders? Einiges schon, denn erstmals hat man das Zepter im Studio teilweise aus der Hand gegeben, denn mit Fred Estby und Nicke Andersson sind zwei sehr versierte Leute für die Produktion verantwortlich. Zum Glück sind Hell Hofer (v.), Hampus Klang (g.), Erik Almström (g.), Adam Hector (b.) und Gustav Hjortsjö (d.) aber im Prinzip ihrem musikalischen Grundrezept treu geblieben. Aber gewisse Änderungen gibt es auf „Full Pull“ schon, denn so volle Pulle walzt BULLET nicht mehr alles nieder. Zwar haben sich die beiden größten Gewichte im Sound der Schweden – AC/DC und ACCEPT – schon immer von Song zu Song etwas verschoben, aber dieses Mal geht die Band so vielseitig zu Werke, dass man schon mal mit offener Futterluke da sitzt.

Im alten Fahrwasser präsentiert sich aber der Opener „Midnight Oil“, der lässig in alter AC/DC-Manier daherkommt. Aber eben noch etwas lässiger als sonst. Das krasse Gegenteil ist beim Titelsond der Fall, hier macht die Band keine Gefangenen, „Full Pull“ gibt Gas bis aufs Bodenblech. Und mit dem über 6 Minuten langen „Rolling Home“ bringen die Herren sogar ein Piano ins Spiel. Also sollten alle Nörgler Ruhe geben, die  einer Band wie BULLET immer nachsagen, einer purer Abklatsch der schon erwähnten Vorbilder zu sein. Aber natürlich gibt es auch genügend „klassisches“ wie „High On The Hog“ oder „Running Away“. Der Abschluß in Form von „Warriors“ ist abermals nicht nach Schema F, sondern auch hier kann man Akzente setzen.

Kann man „Full Pull“ nun als große Überraschung werten oder ist es „einfach“ nur der logische Nachfolger zu einer Platte wie „Highway Pirates“ und aufgrund des ständigen Entwicklungsprozesses war es einfach soweit, durch die Decke zu gehen? Völlig egal warum, Fakt ist, dass BULLET mit ihrem neuen Album ihr bisheriges Meisterwerk abliefern, das sich so abwechslungsreich wie nie präsentiert. Ich bleibe bei meiner Feststellung, die ich schon bei „Highway Pirates“ geschrieben habe: Härter als AC/DC, melodiöser als ACCEPT, aber eigentlich zu gut, um als bloße Kopie durchzugehen! Amen!

WERTUNG:

Trackliste:

1.Midnight Oil
2.Full Pull
3.Running Away
4.All Fired Up
5.Rolling Home
6.In The Heat
7.High On The Hog
8.Rush Hour
9.Free Riding
10.Gutterview
11.Warriors

Stefan

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