BLACKLANDS – A New Dawn

Band: Blacklands
Album: A New Dawn
Spielzeit: 78:21 min.
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 01.02.2013
Homepage: www.blacklands.de

Da flattert mir dieser Tage das Debütalbum der Rheinländer BLACKLANDS ins Haus, als ich erstaunt feststelle, das diese Band aus der näheren Umgebung meines Wohnorts kommt. Und obschon ich mich in der lokalen Musikszene recht gut auskenne, sagte mir der Name erst mal nichts. Nagut, dann mal die Bandinfo durchforsten.

BLACKLANDS kommen, wie bereits erwähnt, aus dem Rheinland, um genau zu sein aus dem Raum Viersen/Krefeld. Gegründet wurde die Band bereits 2006 von Thomas Kelleners, seines Zeichens auch Drummer von Heavenward. Zudem gehörte er zur Ur-Besetzung von Lucifer’s Heritage (aus denen später Blind Guardian wurden). Das erste feste Line-up war 2009 komplett. Nach einem Demo im Jahr 2011, entschloss man sich Anfang 2012 das Debütalbum in Eigenregie in Angriff zu nehmen.

Dieses liegt mir also nun in Form von „A New Dawn“ vor.

Den Anfang macht „Cold Embrace“, ein 7-minütiger von Pianoklängen eröffneter Song, der sich rasch in einen feinen, mit leicht progressiven Elementen versehenen, Rocksong entwickelt. Musikalisch erinnert mich die Nummer ein bisschen an ruhigere Sylvan, wobei der Unterschied ganz klar im Gesangsbereich zu finden ist, da bei BLACKLANDS eine Dame am Mikro werkelt.
Moja Nardelli verfügt über eine glasklare, fast schon musicalartige Stimme, die perfekt zum sphärischen Sound der Band passt.
Das folgende „Dance of the Witches“ startet daraufhin etwas düsterer, entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einem fast mittelalterlich angehauchten Progrock-Song mit mit Flötenparts.
Im Titeltrack erhält Moja Unterstützung von Dragonsclaw Sänger Giles Lavery, insgesamt ein Track, der musikalisch irgendwo zwischen Ayreon und Marillion angesiedelt ist.
Moja’s Stimme macht besonders in ruhigen Stücken wie „Oceans of Tears“ (geiles Pink Floyd Tribute Solo) und „I can hear your Heart“ (genialer, ausufernder Songaufbau) eine hervorragende Figur. Gitarrist Michael Stockschläger sorgt bei vielen Songs zudem für den Backinggesang und harmoniert gut mit Moja.
Das Herzstück des Albums bildet das 15-minütige „Power Play“, bei dem abermals Gesangsunterstützung in Form von Lennie Rizzo (Exxplorer) und Terry Gorle (Heir Apparent) geboten wird. Massig Stil- und Stimmungswechsel machen diesen Song unvorhersehbar und selbst nach dem zehnten hören gibt es immer noch neue Kleinigkeiten zu entdecken.

Ich bin wirklich begeistert. Und der Grund dafür ist genau diese Unvorhersehbarkeit. Man spürt dass die Songs im Proberaum entwickelt wurden, dass sie gewachsen sind und nicht mal schnell am Reißbrett zusammengeschustert worden sind. Die Einflüsse sind demnach auch sehr vielfältig. Hier ein bisschen Marillion, etwas Pink Floyd, dezente Prog-Metal Elemente, mittelalterliches, was an Blackmore’s Night erinnert und und und.

Soundmäßig muss man leider ein paar Abstriche machen. Obwohl die Scheibe ordentlich klingt, merkt man recht deutlich, dass es sich hier um keine wirklich professionelle Aufnahme handelt, der Gesang ist mir persönlich zu sehr „auf“ der Musik und speziell im Mix hört man ein paar Ungenauigkeiten wie z.b. unterschiedliche Lautstärken beim Gesang. Aber hey, das ist eigentlich auch Korrintenkackerei. Es handelt sich wie gesagt um eine Eigenproduktion und allein die genial arrangierten Songs machen diesen Umstand wieder wett.

Es ist eine Schande, dass heutzutage jede Grütze mit Plattenverträgen ausgestattet wird und die wirklich kreativen Bands ihre Musik im Alleingang an die Leute bringen müssen. Aber wahrscheinlich ist die Musik von BLACKLANDS eh viel zu anspruchsvoll für 90% der Nebenbeikonsumenten. Ich hoffe inständig, dass sich das speziell im Falle BLACKLANDS ändern wird.

FAZIT: Jeder der nur annähernd was mit leicht progressiven, melodischem Rock anfangen kann MUSS hier einfach rein hören. Freunde von Bands wie Ayreon, Pink Floyd und Marillion sowieso. Hatte ich erwähnt, dass es eine Schande ist, dass BLACKLANDS noch keinen Plattendeal haben? Ja? OK, egal. Sie haben es verdient. BASTA.
Kaufen, ich hab mir trotz der Promo auch noch das Original besorgt!

WERTUNG:  

 Trackliste:

1. Cold Embrace (7:06)
2. Dance of the Witches (4:51)
3. A New Dawn (6:11)
4. Ocean of Tears (5:02)
5. Remember your Time (6:13)
6. I can hear your Heart (8:01)
7. Floating Pictures (4:26)
8. Love will never die (5:19)
9. Memories (6:59)
10. Take (5:01)
11. Powerplay (15:20)
12. The me (3:52)

Frank

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