WOLFPAKK Interview

Viel Neues im Hause WOLFPAKK! Neues Album, neue Gastsänger und neues Label. Zeit mal wieder Mastermind Mark Sweeney mit ein paar neuen Fragen zu löchern!
Ich sprach mit ihm zum neuen Album und zu allerlei anderer Themen.

J.P: Hallo Mark, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zu WOLFPAKK selbst beantwortest.
Bevor wir auf das neue Album eingehen, hat euer letztes Album eure Erwartungen erfüllt, hättet ihr rückblickend irgendetwas anders gemacht mit dem heutigen Wissen?

M.S: Hey Julian. Selbstverständlich gibt es immer ein paar Kleinigkeiten die einem im Nachhinein stören oder die man hätte besser machen können. Aber das würde nur uns auffallen und sind wie gesagt, just Peanuts. Die eigentliche Schwierigkeit war, das Vorgänger-Album „Wolves Reign“ zu toppen. Aber ich glaube das haben wir geschafft und darum bin ich sehr zufrieden.

J.P: Eine große Neuigkeit im Zuge des neuen Albums war euer Labelwechsel zu Massacre. Erzähl warum der Wechsel und warum habt ihr euch für Massacre entschieden. Gab es noch andere große Labelangebote? Wollte AFM euch nicht mehr halten?

M.S: Ganz genau. AFM hat eine weitere Option ausgeschlagen aber zugleich mitgeteilt, dass Thomas Hertler von Massacre, Wolfpakk ganz gut findet und er nicht abgeneigt sei, uns ins Massacre-Boot zu holen. Vom ersten Augenblick an habe ich gemerkt, dass die Chemie stimmt und dann haben wir uns gar nicht mehr um andere Labels bemüht.

J.P: Von wann bis wann ist denn das Album genau entstanden? Dein Partner in Crime Michael Voss hat ja auch noch einige andere musikalische Verpflichtungen, gab es da manchmal ein paar Terminprobleme?

M.S: Ja, die Terminprobleme gibt es immer bei Micha, da er ein Tausendsassa ist und immer ein Projekt am Laufen hat. Da muss ich mich immer irgendwie dazwischen quetschen mit Wolfpakk. Jedoch hatten wir schon während der Promo-Phase von „Wolves Reign“ wieder 12 Songs geschrieben und diese bereits aufgenommen und eingesungen. Grundsätzlich hätten wir 8 Wochen nach Release von „Wolves Reign“, schon wieder die neue Platte auf den Markt schmeissen können. Aber wie Du weisst, besteht unser Konzept aus vielen Guest-Wolves und die wollten wir auch diesmal wieder punktgenau und passend zu den jeweiligen Songs aussuchen und uns Zeit dafür nehmen. Ausserdem hatten wir diesmal auch Michael Sweet von Stryper ernsthaft an der Angel und an ihm waren wir schon 10 Jahre dran. Er offenbarte, dass er einen Song singen würde aber er erst mit Stryper touren würde, danach das Solo Album einspielen und dann hätte er mal 2 Tage frei um Wolfpakk zu veredeln. Wir warteten geduldig 😉

J.P: Gehen wir mal ein bisschen aufs Personal ein. Eure Sängermannschaft liest sich ja mal wieder wie das Who ist Who der Rock und Metalszene. Wie schwer war es dieses Mal die geeigneten Sänger zu finden und gab es ein paar Leute die ihr gerne gehabt hättet, die aber abgesagt haben?

M.S: Wie grad erwähnt war Michael Sweet schon seit Anfang auf meiner Liste aber es kam immer etwas dazwischen. Nun hat es geklappt und alleine sein Auftritt ist „das Eintrittsgeld“ wert. Was für eine unfassbare, unmenschlich, geile Stimme und Screams die dir die Rübe wegblasen! Einfach nur Maschine! Aber ja, ein anderer Wunschsänger für den ich meinen letzten Heller ausgegeben hätte, ist Kai Hansen. Durch ihn kam ich zum Metal aber leider hat es nicht geklappt. Auch Joey Tempest oder Mike Tramp haben abgesagt, was man aber einfach akzeptieren muss. Ansonsten sind wir mega Happy mit Aufgebot. Lies dir bloss die Namen durch, einfach nur Wahnsinn. Aber selbst weniger bekannte Shouter wie vielleicht Oliver Fehr (ein Schweizer Kollege), singt alles in Grund und Boden.

J.P: Auf welchen Gast seid ihr ganz besonders stolz? Gab es Wackelkandidaten wo die Teilnahme lange nicht sicher war? Für mich sticht natürlich ganz klar Michael Sweet oder Ronnie Romero etwas hervor!

M.S: Herr Sweet wie erwähnt, das siehst Du richtig. Und bei Ronnie hatten wir insofern Glück, als dass Voss mit Mad Max als Support von CoreLeoni mit auf Tour war und er so den direkten Kontakt zu Romero hatte. Er bearbeitete ihn jeden Abend, dass dieser gar nicht anders konnte als zusagen 😉 Stolz sind wir auf alle Gäste aber so ein ganz wenig mehr bei Mikkey Dee von Motörhead und Scorpions. Er ist halt eine Legende und jeder Rock-Fan kennt sein Drumming.

J.P: Ich kann mich auch täuschen, aber ich habe das Gefühl das so Bands/Projekte mit vielen Gaststängern extrem abgenommen haben was die Veröffentlichungen angeht! Ihr und AVANTASIA mal als Ausnahme genannt. Siehst du das ähnlich oder ist das nur mein persönliches Empfinden, das solche Art Bands anscheinend nicht mehr ganz so gefragt sind? Ich hoffe natürlich das WOLFPAKK noch weiter starke Alben veröffentlichen! ; )

M.S: Wahrscheinlich hast Du Recht. Es ist halt auch sehr schwierig, die richtig guten Cracks vors Mikro zu bringen. Da spielen diverse Faktoren mit rein. Einer ist aber auch das Finanzielle. Es gab Offerten da hätten Micha und ich 5 Jahre abzahlen müssen. Von wem, schreibe ich hier lieber nicht. Da bevorzugen wir dann doch Leute, die das aus Überzeugung und/oder Spass machen und Geld eine sekundäre Rolle spielt. Stell dir vor, es gibt auch Musiker, die machen es umsonst, einfach weil sie es geil finden. Aber, ja, es ist schwierig und irgendwann gehen uns die Musiker, insbesondere die Sänger, aus.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „Nature Strikes Back“ ein. Für mich sind der Titelsong „Nature Strikes Back”, „The Legend“, „Land of Wolves”, „Lone Ranger“, “Revolution“ und „A Mistery“ die hervorstechenden Songs. Obwohl das gesamte Album wirklich recht stark ist. Willst du uns über diese Songs ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

M.S: Ich sehe das sehr ähnlich wie Du. Wahrscheinlich ist unsere Stärke eine Schwäche zugleich. Nämlich, dass wir zu viel Abwechslung in die jeweiligen Alben reinbringen und somit manchmal Fans vor den Kopf stossen. Ich glaube Bands wie AC/DC haben so grossen Erfolg, weil sie halt einfach immer und immer wieder gleich oder ähnlich klingen. Das erwartet der Fan und wenn er Abwechslung braucht, kauft er sich dann halt eine andere CD und hört Metallica oder Maiden. Aber wir bei Wolfpakk können nicht anders und dann hauen wir halt auch mal einen Song wie „Restore Your Soul“ raus. Aber die von Dir genannten Songs sehe ich auch ganz weit vorne, vor allem „Nature Strikes Back“. Dies ist natürlich auch dem unfassbaren Gesang Sweets zu verdanken. Den Refrain hatte ich schon 8 Jahre im Kopf, sogar genau diese Worte. Aber irgendwie fand ich erst bei dieser CD den Mut, diese Melodie Voss vorzusingen, da ich dachte, es klänge etwas cheesey. Dann kam aber das Riff von unserem Kumpel Martin Rauber dazu und Voss und ich komponierten die Strophen plus Pre-Chrous und plötzlich nahm Chose Fahrt auf. Dazu das Hammer-Solo von Micha und als wir wussten, dass Sweet definitiv singen wird, haben wir hinten raus noch eine Modulation eingebaut, um den Ami ganz aus seinen Reserven zu locken. Er fragte mich, wie er denn singen soll (obwohl wir alles schon eingesungen hatten als Guide). Ich erwiderte dann einfach: „scream it all down“!!! Was er dann auch eindrucksvoll machte. Was für ein Alarm!

J.P: Eine Änderung im Vergleich zum letzten Album sind vielleicht die Cinematic Elemente die ihr so eingeführt habt. Also z.B. die Passagen bei „The Legend“ oder „Revolution“. Sind das Sachen die ihr bewusst so wolltet oder hat sich das einfach ergeben? Ich finde das auf jeden Fall super und es passt sehr gut zu euch und zu den Songs!

M.S: Och, glaube das hatten wir auch schon auf den Vorgängern, oder nicht!? Weisst Du, wir haben jeweils sehr viel Spass und haben überhaupt keine Vorschriften was wir machen dürfen und was nicht. Und dann spinnen wir rum und setzen es um. Beim ersten Output war’s zum Beispiel so, dass wir in jedem 2. Song eine Explosion mit einbauten und fanden das zum Totlachen. Diesmal habe ich auch fast jedem Gastsänger gesagt, er soll schreien wie ein Tier. Achte mal, die haben sich alle die Lunge aus dem Leib geschrien 

J.P: Was ist deiner Meinung nach der größte Unterschied von „Nature Strikes Back“ zu den bisherigen WOLFPAKK Alben? Für mich ist es dieses Mal aufgrund der sehr stilistisch unterschiedlichen Sänger abwechslungsreicher geworden.

M.S: Ich finde, dass gar keine grossen Unterschiede bestehen. Wir haben den roten Faden einfach weitergesponnen, denke aber, dass wir noch homogener wurden, noch kompromissloser, noch mehr Power an den Tag legen und man uns das 10-Jährige „Zusammensein“, anmerkt. Wir harmonieren mittlerweile wie ein altes Ehepaar, welches 40 Jahre verheiratet ist. Da wird nicht mehr gross geredet, sondern man funktioniert einfach.

J.P: Wie immer bei uns in den Interviews darf die aktuelle Bundesliga Saison nicht fehlen ; ) . Du als FC Bayern München Anhänger dürftest aktuell auch nicht so zufrieden mit dem Tabellenstand sein wie ich als Dortmund Anhänger oder? Aber beide Clubs scheinen sich ja wieder etwas gefangen zu haben…was meinst du zur aktuellen Bundesliga Saison?

M.S: Joa, es gab schon entspanntere Jahre *lach. Aber jeder will doch mehr Spannung, welche dieses Jahr auf alle Fälle gegeben ist. Zurzeit gibt es gefühlt noch 10 Mannschaften, welche ernsthaft Meister werden könnten. Das ist toll. Obwohl Kovac sicher ein guter Trainer ist, auch menschlich top, so passte er halt von Anfang an nicht an die Säbenerstrasse. Da gelten andere Gesetze, auch wenn man den FC Bayern als Spieler her kennt. Trainer sein, ist noch einmal ganz eine andere Nummer und das hat der gute Kroate auch deutlich zu spüren bekommen. Ich liebe halt dieses Theater und langweilig ist es selbst bei all den grossen Erfolgen der Münchner, sicher nie. Favre erfährt auch grad, dass da mächtig Gegenwind kommt, wenn man nicht permanent alle Spiel mit 5:0 gewinnt. Nagelsmann haut richtig rein mit Leipzig aber auch Gladbach mischt die Liga mächtig auf, ja sogar Freiburg schnuppert am ganz grossen Los! Toll, wirklich.

J.P: Noch eine private Frage. Wenn man dich auf Facebook verfolgt scheinst du ein sehr Sport und Natur begeisterter Mensch zu sein. Ist das so? Und hatte dies vielleicht auch etwas Einfluss auf das neue Album? Das Thema bzw. der Titel scheinen ja nicht von ungefähr zu kommen, oder?

M.S: Je älter ich werde, je mehr zieht es mich in die Natur hinaus. In der Schweiz hast Du halt alles vor der Nase, sprich; Seen, Berge und Wälder. Zum Energie tanken oder regenerieren gibt’s für mich nichts Besseres und Schöneres. Und zu dieser Natur müssen wir Sorge tragen. Jedoch bin ich der Meinung, in einem vernünftigen Masse und es ist nicht immer alles „Schwarz oder Weiss“ im Sinne: Alle müssen jetzt auf’s Fliegen verzichten, Autos einstampfen oder jede einzelne Plastiktüte verfluchen. Ich weiss, dass der Artikel „gesunder Menschenverstand“ aus dem Grundgesetzbuch gestrichen wurde, jedoch würde ich ihn gerne wieder einführen – wenn Du weisst, was mich meine 😉 Und selbstverständlich entstand „Nature Strikes Back“, als ich auf dem Fahrrad sass und sah, wie wir hart mit unserer Natur umgehen und diese sich zu wehren scheint, mit all den Katastrophen die wir täglich in den Nachrichten erfahren müssen.

J.P: Apropos Albumtitel. Was ist der Hintergrund dafür? Nicht alle Songs scheinen sich um das Thema „Natur“ zu drehen, worum geht es grob in den Songs, welche Themen werden behandelt?

M.S: Hauptding ist ja Wolfpakk. Das heisst, Micha und ich sind die Alphawolves und die Gastmusiker ist das „Pack“. Praktisch auf jedem bisherigen Silberling ist ein „Wolf-Song“ mit dabei aber eben halt auch „Natur-Themen“ die zum Bandnamen passen. Aber auch andere Tiere wurden „verarbeitet“ Texten aber auch Grizzly Man fand ich inspirierend, darüber zu schreiben. Bei Nature Strikes Back geht es tatsächlich darum, dass die Natur langsam die Schnauze von unseren Klimasünden voll hat und halt mit Naturkatastrophen wie Vulkane, Überschwemmungen, Orkane usw. usw., zurück schlägt. Sie holt sich irgendwann alles wieder zurück, bis wir (wieder) gänzlich ausgelöscht sind und Ruhe herrscht. Die anderen Songs sind vom Titel her schon selbstsprechend. Aber wenn jemand die Lyrics näher studieren will, kann dies auf unserer Homepage www.wolfpakk.net gerne nachlesen.

J.P: Außerhalb von WOLFPAKK warst du ja auch Solo unterwegs. Wie schaut es denn da aus, kann sich der geneigte Fan auch mal wieder auf eine Solo CD von dir freuen, oder gibt es sonstige musikalische Aktivitäten wo du gerade dran bist?

M.S: Nein! Ich wollte zwar mal eine 3. Solo-CD realisieren aber ehrlich gesagt, interessiert das keine Sau was ich da in der Vergangenheit rausbrachte. Dazu wollte ich ja auch ein bisschen meine Vielfältigkeit „unter Beweis“ stellen, wobei das seichte Zeugs meine Fans (welche Hardrock oder Metal Fans sind), nicht im Geringsten interessierte. Oder sagen wir mal so: die wenigsten. Das muss man sich eingestehen und sich auf’s Wesentliche konzentrieren. Und das ist eindeutig Wolfpakk. Das fordert mich genug, glaub mir 😉

J.P: Vielen Dank Mark für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

M.S: Danke Dir, mein lieber Julian. Ich schätze Deinen Effort sehr, Du unterstützt Wolfpakk und dafür sage ich sehr gerne „merci“

Julian

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