WITHERSCAPE – The Inheritance

Band: Witherscape
Album: The Inheritance
Spielzeit: 43:32
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Century Media Records
Veröffentlichung: 26.07.2013
Homepage: www.witherscape.com

Dan Swanö zählt zusammen mit Peter Tägtgren zu den umtriebigsten Personen der schwedischen Metalszene. Neben seiner Tätigkeit als Produzent (u.a. Opeth, Marduk, Dissection oder Asphyx) spielt(e) er in zahlreichen Bands und Projekten, zu denen unter anderem Edge of Sanity, Bloodbath, Nightingale und Pan.Thy.Monium gehören. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
Nach längerer Abstinenz als aktiver Musiker meldet sich Swanö jetzt mit seiner neuen Band WITHERSCAPE zurück. Unterstützt wird er hier vom Multiinstrumentalisten Ragnar Widerberg, welcher sich um sämtliche Gitarren- und Bassspuren gekümmert hat. Der Rest der Instrumente wurde von Dan höchstpersönlich eingespielt.

Wer den Backkatalog von Dan Swanö kennt, der weiß, dass der Mann immer wieder für Überraschungen gut ist und man im Vorfeld nie so genau vorhersehen kann, in welche Richtung der neueste Output gehen wird.
Und so ist auch das Debütalbum von WITHERSCAPE nicht einfach in eine Schublade zu stopfen und deshalb habe ich mich entschieden, die Songs dieses mal Track-by-Track zu beschreiben.

Mother of the Soul beginnt wie ein klassischer Edge of Sanity Song. Melodischer Death Metal, mit einem leicht Voivod beeinflusstem Riffing, dazu Dan’s unverkennbarer Growlgesang. In der ersten Bridge schwankt der Song dann erst mal in Richtung Nightingale, sprich melodisch gesungener, leicht progressiver Rock um im weiteren Verlauf auch klassische Heavy Metal Einflüsse zu verarbeiten.

Astrid Falls kann man am ehesten als Edge of Sanity meets Rush beschreiben, in der Bridge aufgelockert durch 70er Jahre Synthies.

Dead for a Day startet als Singer/Songwriter Nummer, entwickelt sich im weiteren Verlauf in die Classic Rock Schiene, um mittendrin von einem Riff unterbrochen zu werden, welches auch aus der Feder modernerer Sepultura oder Korn stammen könnte.

Dying for the Sun hat einen hypnotischen, durch sparsam eingesetzte Akkustikgitarren getragenen Auftakt, bevor der Song deutlich in Richtung 70s Stoner Rock tendiert. Ein genialer, elegischer Mittelteil mit Synthies rundet die ganze Sache grandios ab.

To The Calling Of Blood And Dreams beginnt mit einem klassischen, von Priest und Accept beeinflussten Riff und mutiert später zu einem Stoner Rock Song mit Alternative Rock Anleihen und tollen, mehrstimmigen Gesangsarrangements.

Mit The Math Of The Myth folgt ein, auf den ersten Blick, klassischer Power Metal Track, der jedoch nach kurzer Zeit wieder  Elemente aus dem 70s Rock verarbeitet.

Die darauffolgende (scheinbare) Akustikballade Crawling From Validity gehört wohl zur abgedrehtesten Nummer des Albums. Die Ruhe wird immer wieder jäh von orientalisch angehauchten Death Metal Riffs attackiert um in der Bridge erneut Einflüsse von Rush zu verarbeiten. Geiler Song.

Das düstere, balladesk aufspielende The Wedlock Observation baut sich im weiteren Verlauf doomig auf, entwickelt sich dann allerdings zu einem progressiven Death Metal Song mit 70er Jahre Elementen.

Zum Abschluss des Albums gibt es dann noch den Titeltrack The Inheritance. Diese knapp 1 ½ minütige akkustische Pianoballade bildet den beruhigenden Abschluss zu einem musikalischen Feuerwerk, das auf längere Sicht unerreicht bleiben dürfte.

So wild die Zutaten auch klingen, selten habe ich so viele musikalische Einflüsse so homogen verwoben erlebt. Hier stimmt einfach jeder Ton und trotz der vielen Aufnahmespuren klingt das Album zu keinem Zeitpunkt überproduziert. Die Produktion ist im großen und ganzen eher basisch gehalten. Das tolle Coverartwork von Travis Smith ist der optische Gegenpol zur Musik.
Hinzu kommt, das Dan Swanö mit Ragnar Widerberg offensichtlich einen Bruder im Geiste gefunden hat. Die beiden harmonieren brilliant. Das Gefühl es hier mit einem Zweimann-Projekt zu tun zu haben entsteht zu keiner Sekunde.

Da mir jetzt so langsam die Superlativen ausgehen, kann ich nur noch eins sagen. WITHERSCAPE haben nicht weniger als einen siedendheißen Anwärter auf das Album des Jahres abgeliefert. Und da ich mir sicher bin, das diese Aufnahmen den Test-of-Time locker bestehen werden, gehe ich davon aus, das wir es hier mit einem kommenden Klassiker zu tun haben.

Jeder halbwegs normal gebliebene Musikliebhaber mit einem Funken Anstand hat hier absolute Kaufplicht. Das stärkste Album mit Swanö-Beteiligung seit dem 98er Jahrhundertwerk Moontower.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Mother Of The Soul (5:39)
2.Astrid Falls (6:56)
3.Dead For A Day (4:35)
4.Dying For The Sun (6:14)
5.To The Calling Of Blood And Dreams (4:35)
6.The Math Of The Myth (3:52)
7.Crawling From Validity (4:11)
8.The Wedlock Observation (6:13)
9.The Inheritance (1:17)

Frank

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