VAIN – No Respect (Klassiker der Woche)

Band: Vain
Album: No Respect
Spielzeit: 52:55 min.
Stilrichtung: Hair Metal
Plattenfirma: Island Records
Veröffentlichung: 1989
Homepage: www.davyvain.com

Die Hair-Metal-Szene förderte so manche Paradiesvogel-Kapelle zu Tage. Oft fehlte es ihnen aber anfangs am technischen Know How – man denke nur mal an die Anfänge von MÖTLEY CRÜE. Der Einzige, der sein Instrument beherrschte, war Gitarrist Mick Mars. Dass es aber auch in dieser vermeintlich oberflächlichen Szene auch Combos gab, die echtes Talent mitbrachten, wird gerne übersehen. Aushängeschild der Jungs aus der für Sleazerock unwirtlichen Umgebung der San Francisco Bay Area war quasi-Namensgeber Davy VAIN. Er war zuerst – und auch das ist relativ ungewöhnlich – als Produzent unterwegs und war u.a. für DEATH ANGEL´s „The Ultra-Violence“ verantwortlich. Nachdem er ein Demo mit METALLICA´s Gitarrist Kirk Hammett aufgenommen hatte, beschloss er, selbst eine Band zu gründen. So fand das Kapitel VAIN seinen Anfang – eine Band, die heute wieder aktiv ist und in ihrer Karriere einige großartige Genreklassiker fabrizierte.

Zum ersten (und aktuellen) Line-Up gehörten neben Bandgründer, Namensgeber und Sänger Davy Vain noch Ashley Mitchell (bass), Jamie Scott (guitars), Danny West (guitars) und Tom Rickard (drums). Einzig Rickard zählt nicht mehr zur momentan Besetzung, bereits 1994 wurde er von Louie Senor ersetzt, der auch heute noch/wieder hinter der Schießbude sitzt.

1988 unterschrieb die Band einen Kontrakt bei Island Records und begann zusammen mit Produzent Paul Northfield ihr Erstlingswerk aufzunehmen, das auf den Namen „No Respect“ getauft wurde. Der Titel spiegelte den Sound dieses 12 Songs starken Albums erstklassig wieder. Die räudige Strassenköter-Attitüde gepaart mit Vain´s prägnanten Gesang ließ „No Respect“ aus der Vielzahl ähnlich platzierter Produkte zu dieser Zeit herausstechen. Dennoch kletterte die Platte nur auf Platz 154 der Billboard 200.

Stücke wie der Einsteiger „Secrets“, das lässige „Going Down For The 3rd Time“ oder der Midtempo Stampfer „1000 Degrees“ sind Kleinode damaligen Zeitgeists. Allen voran ist aber der Mini-Hit „Beat The Bullet“ zu nennen, der einigen sicher noch vertraut sein dürfte. Dass aber auch noch weitere Songs wie „Who´s Watching You“ oder„Aces“ sowie der Titeltrack unbedingt gehört werden sollten, zeugt von der überragenden Qualität dieser Scheibe.

Doch schon ein zweites geplantes Album wurde zum Fiasko. „All Those Strangers“ wurde 1991 fix und fertig aufgenommen einfach in die Schublade gesteckt. Stattdessen folgte 1994 auf einem anderen Label das Album „Move On It“. Ein Jahr darauf folgte „Fade“ – beide ernteten sehr wenig Beifall, wobei sie nicht einmal schlecht waren. Erst 2005 konnten VAIN mit „On The Line“ ihr Comeback einigermaßen geglückt feiern. 2010 sah dann endlich die Veröffentlichung des ursprünglich zweiten Werks „All Those Strangers“ – einem weiteren feinen Rundling im Übrigen. Auch das 2011 erschienene „Enough Rope“ (Rezi HIER) konnte überzeugen. Ein wirklich schlechtes Album haben die Amis nie veröffentlicht, wie so oft kommt aber nichts an das Debüt heran – und so bleibt „No Respect“ mit seiner Frische und seinem dreckigen Charme unerreicht!

Trackliste:

1. Secrets
2. Beat The Bullet
3. Who´s Watching You
4. 1000 Degrees
5. Aces
6. Smoke And Shadows
7. No Respect
8. Laws Against Love
9. Down For The 3rd Time
10. Icy
11. Without You
12. Ready

Stefan

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