THRESHOLD – Wounded Land (Definitive Edition)

Band: Threshold
Album: Wounded Land (Definitve Edition)
Spielzeit: 73:05 min.
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 07.09.2012
Homepage: www.thresh.net

Selten habe ich Bands erlebt, die Prog so gekonnt in tolle Melodien und mitreißende Songs gepackt haben. THRESHOLD sind seit ihrem ersten Album „Wounded Land“ von 1993 bekannt für hochwertige Musik und zahlreiche Highlights in ihrer Discographie. Die Fans belohnten dies mit steigendem Interesse und damit mit permanentem Erfolg der Combo bis hin zum neuesten Werk „March Of Progress“, das erst dieses Jahr mit dem Originalsänger Damian Wilson veröffentlicht wurde. Das markierte schon die zweite Rückkehr, denn auch den dritten Longplayer „Extinct Instinct“ hat er eingesungen, während für Album Nummer 2 Glynn Morgan am Mikro stand. Alle übrigen 5 Studio-Longplayer hat Andrew „Mac“ McDermott eingesungen, der für viele Anhänger DER Frontmann der Briten schlechthin war. Mac verstarb leider im August letzten Jahres. Außerdem blicken THRESHOLD auf einige Live-Alben sowie Specials wie ein Acoustic Album oder mit „Replica“ einem Longplayer mit unveröffentlichten bzw. alternativem Material. Auch eine Best-Of und eine Single Collection zum 20-jährigen Jubiläum stehen auf der Habenseite.

Für die Definitve Edition des Erstlings „Wounded Land“ stellen wir aber alles noch einmal auf Anfang. Der Content wurde um gleich 3 Stücke erweitert und kommt jetzt auf 11 Songs und eine Spielzeit von satten 73 Minuten. Komplett neu sind diese Bonüsse aber nicht, denn „Intervention“ war schon auf einem Re-Release einer anderen Firma zu finden und „Conceal The Face“ sowie „Shifting Sands“ hat man auf der „Paradox-Box“ schon einmal zugänglich gemacht. Allerdings konnte man diese Box nur bei der Band selbst erstehen. Somit führt dieser erneute Re-Release alles auf einem Rundling zusammen was zusammengehört.

Wenn ich mir dieses Album nach vielen Jahren wieder anhöre wird gleich deutlich, dass THRESHOLD auf der einen Seite metallischer aber auch poppiger zu Werke gingen als heutzutage. Einige Riffs (z.B. „Days Of Dearth“ oder „Siege Of Baghdad“) entstammen wohl eher Thrash-Combos wie TESTAMENT, der Drumsound könnte aber von Werken wie „Futureworld“ von den PRETTY MAIDS entstammen. Die Keyboards klingen doch eher nach den 80gern als nach Heavy Metal und die grüne Botschaft, die sich schon auf dem Cover abzeichnet, ist auch etwas überholt. Heute würde man eher von der Erderwärmung als vom (fast wieder geschlossenen) Ozonloch reden. Aber der ursprüngliche Release von „Wounded Land“ ist ja auch schon fast 20 Jahre her.

Ein kleines erstes Meisterwerk ist das Album trotzdem, auch wenn sich der ein oder andere Song eingeschlichen hat, der heutzutage wohl nicht mehr zum Zuge kommen würde. Aber Hammernummern wie das atmosphärische „Siege Of Baghdad“, das gefällige „Paradox“ (ha, da sind sie wieder, die PRETTY MAIDS) oder das überlange, aber mit Nichten langweilige „Surface To Air“ lassen auch heute noch kein Auge trocken. Aber auch „Days Of Dearth“ oder der Opener „Consume To Live“ haben ihre Momente. Leider können die drei Bonus-Tracks da nicht so ganz mithalten. Eine schöne Bereicherung sind sie aber allemal.

Unterm Strich bleibt ein wirklich tolles Debüt einer außergewöhnlichen Band, von der man noch oft hören sollte – bis zum heutigen Tage. „Wounded Land“ bietet wie auch die übrigen 6 Re-Releases mit jeder Menge Bonusmaterial und schöner Aufmachung eine tolle Zeitreise.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Consume To Live
2.Days Of Dearth
3.Sanity´s End
4.Paradox
5.Surface To Air
6.Mother Earth
7.Siege Of Baghdad
8.Keep It With Mine
9.Intervention
10.Conceal The Face
11.Shifting Sands

Stefan

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