STAHLMANN – Adamant

Band: Stahlmann
Album: Adamant
Spielzeit: 40:04 min.
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 19.04.2013
Homepage: www.stahlmann.tv

Der Begriff Neue Deutsche Härte ist seit langem eigentlich unweigerlich mit Rammstein verbunden. Die Zahl der Trittbrettfahrer nach dem kometenhaften Aufstieg eben jener ist kaum in Zahlen zu fassen. Das es jedoch auch viele andere, teils ältere Kombos gibt, die diesem Stil zuzuordnen sind, wird gern mal übersehen. Ich denke da an Namen wie Ooomph! oder Die Krupps.

Auch die 2008 in Göttingen gegründeten STAHLMANN frönen der NDH. Nach einer EP im Jahre 2009 und den beiden Alben „Stahlmann“ (2010) und „Quecksilber“ (2012) erscheint jetzt die neue Platte „Adamant“.

Da mir die Vorgänger nur in Teilen bekannt sind, widme ich mich mal ausschließlich dem neuen Material.

STAHLMANN spielen Industrial-Metal mit vereinzelten Gothic und Elektroeinflüssen. Einfach umschrieben, eine relativ exakte Mischung aus Rammstein, Ooomph! und Unheilig.

Musikalisch und produktionstechnisch durchaus ansprechend, wissen auch die Songs größtenteils zu überzeugen. In den Tanztempeln dürften STAHLMANN sicherlich für volle Tanzflächen sorgen. Und dennoch wirkt mir die ganze Nummer etwas zu durch kalkuliert. Die erste Single „Schwarz“ verwurstet fachgerecht den Kinderliedklassiker „Grün, grün, grün, sind alle meine Kleider“, konsequenterweise mit Kinderchor etc.
Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Die Parallelen zu „Augen auf“ von Ooomph! sind frappierend (für Unwissende: Ooomph! benutzten in diesem Song das Lied Eckstein Eckstein, alles muss versteckt sein, auf identische Weise).
Die ruhigeren Nummern könnten wiederum durchaus auch auf den letzten Alben der Aachener Millionenseller Unheilig zu Hause sein.

Fazit: Guter aber dennoch völlig durch kalkulierter Industrial-Rock/Metal. Wer noch Platz für eine exakte Mischung aus Ooomph!, Rammstein und Unheilig im Schrank hat, darf gerne zugreifen.

WERTUNG:

Trackliste:

1. Die Welt Verbrennt (3:52)
2. Süchtig (3:21)
3. Wenn Der Regen Kommt (4:09)
4. Schwarz (3:09)
5. Leuchtfeuer (4:26)
6. Adrenalin (3:12)
7. Der Schmied (3:55)
8. Paradies (3:33)
9. Nackt (3:30)
10. Tempel Der Lust (3:22)
11. Dämonin (3:35)

Frank

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Eine Antwort zu STAHLMANN – Adamant

  1. Dieser Kritik kann ich, als Stahlmann-Fan seit dem ersten Album, nicht zustimmen. Klar ist die Scheibe, wie jede andere Stahlmann-Platte auch, durchkalkuliert und berechenbar. Aber die Band hebt sich immer mehr ab und gewinnt mit jedem Album an Eigenständigkeit.
    Die Parallelen zu Szenegrößen wie Rammstein oder Oomph! (wird mit nur zwei Os geschrieben) ist sicher nicht abzustreiten, aber Stahlmann fahren ihre eigene, einheitlichere Schiene. Bei besagten Bands fallen die neuen Produktionen experimentierfreudiger aus.
    Zu Unheilig (zumindest zu deren neuen Material) sehe ich wenige Parallelen, da Stahlmann auch ihre ruhigeren Lieder rockiger und nicht im Ansatz so schlagermäßig rüberbringen. Auch nehmen diese Songs weit weniger Platz auf der Scheibe ein, als die Rock-/Elektronummern.
    Das mit dem „Kinderchor“ beim Song „Schwarz“ kann ich nicht bestätigen, da erstens: Schwarz eine Hymne schlichtweg ist (und inhaltlich sowie textlich keine Gemeinsamkeiten mit Oomph!s „Augen Auf!“ hat und zweitens, das gar kein Kinderchor ist, sondern eine einzelne, weibliche Stimme, die den Refrain zu Beginn des Songs einmal singt und weder in den Strophen, noch im Refrain später zu hören ist. Die Zusammenarbeit mit Tanzwuts Teufel wäre hier noch erwähnenswert gewesen.
    Nun gut, mehr will ich die Kritik gar nicht kritisieren. Frohes Stahlmann-Hören euch allen!

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