RECKLESS LOVE – Spirit

Band: Reckless Love
Album: Spirit
Spielzeit: 42:02 min.
Stilrichtung: Hardrock, Hair Metal
Plattenfirma: Universal Music
Veröffentlichung: 02.09.2013
Homepage: www.recklesslove.com

Eigentlich hat Olli Hermann alles richtig gemacht. Nach seinem kurzen Gastspiel bei den Kollegen CRASHDIET ist er zurück zu seiner Band RECKLESS LOVE um mit ihnen durchzustarten. Denn nach 3 Singles war erst einmal Schicht im Schacht, der Weggang der Frontblondine zu den schwedischen Sleazern wurde nicht nur von den Bandkollegen kritisch beäugt. Doch bei CRASHDIET wurde schnell klar, dass Olli zwar ein erstklassiger Frontmann und Sänger ist, aber so gar nicht in die Fussstapfen des verstorbenen Dave Lepard gepasst hat. Ausgerechnet da entstand auch noch das nicht unumstrittene Werk „The Unattractive Revolution“. Schnell war klar, dass RECKLESS LOVE mit neuem Schwung wiederbelebt werden mussten. Schon das selbstbetitelte Debüt-Album hat wohl viele verblüfft. Mit dem 2011er Folgewerk „Animal Attraction“ konnten die Finnen sogar noch eine ordentliche Schippe draufpacken, was Songwriting und vor allem den Sound anbetrifft.

Jetzt steht also Album Nr. 3 in den Startlöchern. Das bunte Cover von „Spirit“ greift gleich das Thema zum Opener und ersten Video „Night On Fire“ auf. Etwas Voodoo, Feuer, bunte Gesichter – alles an einem nächtlichen Strand: schon beim ersten „Whoa Whoa“, das nach kurzen Percussions erklingt, ist klar, dass sich RECKLESS auf der einen Seite ganz neu erfinden, sich auf der anderen aber auch sehr treu geblieben sind. Abgerundet wird der Song durch einen typisch prägnanten Refrain. Erster Eindruck: das wird ein großartiger und wilder Ritt.

Das härtere und schnörkellose „Bad Lovin´“ knallt gefällig aus den Boxen und der Titel von „I Love Heavy Metal“ sagt schon alles. Hier wird die poppige Seite der Finnen beleuchtet und insgesamt ist der Song etwas an WARRANT und Kollegen angelehnt. Ein Gute-Laune-Kracher eben. Und wem TUFF´s „All New Generation“ mit seiner Aufzählung cooler Bands gefallen hat, wird auch hier seine helle Freude haben, auch wenn die genannten Combos eher das Prädikat „bekannt in aller Welt“ haben.

„Favourite Flavour“ galoppiert abermals etwas flotter dahin, vergisst aber nie die Melodien. „Edge Of Our Dreams“ ist der erste Ruhepol auf „Spirit“ und ähnelt Songs wie „Sex“ oder „Fantasy“ von den Vorgängeralben. Druckvoll und ohne Kompromisse rockt dagegen „Sex, Drugs & Reckless Love“ – definitiv ein kommender Hit! „Dying To Live“ ist der einzige Song auf dem kompletten Album, der das hohe Niveau nicht halten kann.

Das wütende und sehr schnelle „Metal Ass“ setzt einen willkommenen Akzent, bevor „Runaway Love“ das letzte Viertel der Scheibe einläutet. Ein schöner Midtempo-Song, wie er typischer wohl nicht sein könnte für die Jungs. „So Happy I Could Die“ setzt noch einmal ein Ausrufezeichen – schnell, direkt und fesselnd. An letzter Stelle steht die dramatische Ballade „Hot Rain“, die eine äußerst kurzweilige, wenn auch knappe Dreiviertelstunde beschließt.

So, heute gibt es auch von mir mal Anspieltipps: „Night On Fire“, „Bad Lovin´“, „I Love Heavy Metal“, „Sex, Drugs & Reckless Love“ und „So Happy I Could Die“ sollen für ein durchweg gelungenes Album stehen, das man so nicht erwarten konnte – oder doch?

Auf jeden Fall gehen RECKLESS LOVE auch mit ihrem dritten Album nicht in die Knie sondern feilen an ihrem Status, an ihrer Einzigartigkeit und zeigen wirklich eindrucksvoll, dass man wunderbar retro sein kann und trotzdem seinen eigenen Stil mitbringen kann. Elektronische Experimente wie auf dem letzten Album gibt es praktisch keine mehr, ansonsten sind sich die Jungs treu geblieben und legen mit „Spirit“ ihr drittes Überraschungsalbum vor. Eine makellose Bilanz!

WERTUNG: 

Trackliste:

1.Night On Fire
2.Bad Lovin´
3.I Love Heavy Metal
4.Favourite Flavour
5.Edge Of Our Dreams
6.Sex, Drugs & Reckless Love
7.Dying To Live
8.Metal Ass
9.Runaway Love
10.So Happy I Could Die
11.Hot Rain

Stefan

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