Konzertbericht Whitesnake

WHITESNAKE – KÖLN /Palladium

Eine Platz 3 Chartplatzierung vom neusten Studio Werk „Flesh & Blood“ sowie nur einem einzigen Deutschlandkonzert ließen erahnen, dass es voll werden würde am 7. Juli im Kölner Palladium. Das David Coverdales WHITESNAKE stolz ein „Sold out“ im Vorfeld verkünden durften, verwunderte somit nur wenige des anwesenden Classic Hardrock Publikums.
Bevor diese jedoch dem heißersehnten Treiben des Hauptacts frönen durften, galt es, sich den Einheizversuchen der finnischen Sleazekombo SANTA CRUZ zu widmen, die alle Register einer 80er Glam Rockband zogen, aber leider mit einem recht undifferenzierten Sound zu kämpfen hatten.
Das an einem Sonntag aus allen Teilen der Republik angereiste Publikum wollte aber merklich nur eins: WHITESNAKE !!
„Bad Boys“ vom 1987er Album wurde die Ehre zuteil, das Set eröffnen zu dürfen, und verwunderlicher Weise gehörten viele der Anwesenden einer Generation an, die erst von den Eltern überzeugt werden mußten.
Coverdale und sein außergewöhnliches Gitarrenduo, Joel Hoekstra und Reb Beach, ließen keinen Zweifel aufkommen, an diesem Abend abliefern zu wollen.
Was auch immer die kritisch beäugende Rockszene über die Stimmqualität der dauergewellten Rock Diva vorzubringen hat, der mittlerweile 67-jährige Shouter nimmt seine Fan Base an diesem Tage komplett mit. Das alters – und lebensstil bedingt einiges an Kraft auf der Strecke geblieben ist und Keyboarder Luppin gesangstechnisch kräftig unter die Arme greift, nimmt den Anwesenden nichts von ihrer frenetischen Freude.
Coverdale füllt mit seiner charismatische Art die Palladium Bühne ohne Schwierigkeiten, feuert zur Freude seiner nicht wenigen weiblichen Fans eine Testosteronbombe nach der anderen ins Publikum. Hardrockklischees werden nicht nur in textlicher Form abgearbeitet, auch auf leicht obszönes Acting will der Meister nicht verzichten, d. h. ohne einmal über den Mikrofonständer zu rutschen, geht’s bei David nicht.
WHITESNAKE zeigt sich als „hardworking Band“, jedes Bandmitglied strahlt Spielfreude aus und erfreut sich an einer interessant zusammengestellten Setlist, in der neben alten Klassikern wie „In the heart of the city“, Love ain´t no stranger“ und natürlich „Here I go again“ auch die Neulinge „Shut up and kiss me“, „Hey you (You make me rock) und „Trouble is your middle name“ ihren Platz finden.
Das nach nur 80 Minuten und den letzten ausklingenden Akkorden von Deep Purples „Burn“ die Band ohne Zugaben die Bühne unter dem frenetischen Jubel des Publikums verließ, war der wohl einzige Wermutstropfen dieses Abends.

Setliste
• Bad Boys
• Slide It In
• Love Ain’t No Stranger
• Hey You (You Make Me Rock)
• Slow an‘ Easy
• Ain’t No Love in the Heart of the City
• Trouble Is Your Middle Name
• Shut Up & Kiss Me
• Drum Solo
• Is This Lov
• Give Me All Your Love
• Here I Go Again
• Still of the Night
• Burn
• We Wish You Well

Fotocredits : Michael Mechning Photography

Tagged . Bookmark the permalink.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.