Konzertbericht Kärbholz

Kärbholz – Herz und Verstand Tour in Köln

Samstag, 20.04.2019 – KÄRBHOLZ haben nach Köln geladen und wir sind dem Aufruf gefolgt. Ursprünglich sollte es ins E-Werk gehen, aber nach dem rasanten Kartenvorverkauf wurde das Konzert ins nebenan gelegene Palladium hochverlegt. Trotz des Upgrades war es doch recht kuschelig, aber das ist man als Hölzer ja gewohnt.
Nach den ersten Bierchen ging es dann auch schon zackig los. MUSTASCH aus Schweden haben das Haus gerockt. Mir noch unbekannt, haben sich die Jungs aber sehr schnell in mein Herz gespielt. Mit ihrem Mix aus Metallica-lastigem Metal und Hard Rock, garniert mit einer Flasche Jacky, hat das Quartett aus Göteborg den perfekt rockigen Einheizer für KÄRBHOLZ gegeben. Ich freue mich, wenn ich MUSTASCH auf dem diesjährigen Summer Breeze wiedersehen darf.

Und dann ging es endlich los… Nach einem kurzen Intro wurde die Halle schon direkt mit „Keiner Befiehlt“ auf Betriebstemperatur gebracht. Die zweite Singleauskopplung mit dem mehr als genial Video leitete das Kölner „Heimspiel“ der Jungs aus Ruppichteroth ein. Jeder, der beim aktuellen Album „Herz und Verstand“ noch leichte Bauchschmerzen mit dem doch leicht leiseren Stil hatte, wird hier eines Besseren belehrt. Live geht das Ding ordentlich ab. Zudem ist KÄRBHOLZ immer ein Garant für Spaß, gute Laune, Bier und unendlich viel Rock. Direkt vor uns startete schon eine Pogo-Gruppe, der Rest – inklusive mir – hüpfte glücklich und laut mitsingend auf und ab.
Mit „Überdosis Leben“ vom Vorgängeralbum „Überdosis Leben“ kam dann direkt der nächste Kracher und es sollte fast den ganzen Abend nicht mehr ruhiger werden. Mit einer guten Mischung aus neuen und alten Songs haben KÄRBHOLZ das Palladium befeuert, also ob es kein Morgen mehr gäbe. Wer sich hier nicht hat austoben können, war an dem Abend definitiv auf dem falschen Konzert. Sogar mein all-time-favourite „Fallen & Fliegen“ hat wieder den Weg in die Setlist gefunden, ein guter Grund mal wieder eine Runde zu pogen.
Mittlerweile absolut nicht mehr wegzudenken ist die Dorfkind-Hymmne „Kind aus Hinterwald“. Der Mitgröhl-Faktor war hier definitiv am größten und ich bin mir sicher, auch die Stadtkinder kennen das Lied mittlerweile in- und auswendig.
Mit „Falsche Alternativen“ durfte natürlich auch die politische Ansage nicht fehlen und schon gings mit Hennings obligatorischen Drumsolo weiter. Untermalt von Lichtblitzen hat er auch dieses Mal zur Freude des Publikums wieder alles gegeben.
Während Henning sich an den Drums ausgetobt hat, haben sich Sänger Torben und Gitarrist Adrian heimlich in die Mitte des Saals geschlichen, um für den Gänsehaut-Moment des Abends zu sorgen. Zwischen den Mischpulten stehend und nur mit einer Gitarre bewaffnet, haben die zwei Jungs „Alle meine Narben“ und „Hier!“ als Akustik-Version dargeboten. Emotion pur, verstohlen wischt man sich das Pipi aus den Augen.
Doch die Verschnaufpause dauerte nicht lange und mit „Tabula Rasa“ wurde sofort wieder mit dem Abriss der Halle weiter gemacht. Auf das Trinkerlied „Nacht ohne Sterne“ folgte direkt das Karnevaleske „Alle Systeme auf Vollgas“, eine gute Gelegenheit sich nochmal zuzuprosten. Auch wenn ich nicht mit diesem Lied gerechnet hätte, gefreut hat es uns allemal.
Aber leider ist irgendwann auch die schönste Party vorbei und „Mein Weg“ hat – wie schon so oft – das Ende eingeläutet. Nach der aus vier Songs bestehenden Zugabe war es dann tatsächlich vorbei und leicht benommen, verschwitzt, etwas betrunken aber glücklich steht man dann im Palladium und freut sich schon auf das nächste Mal KÄRBHOLZ.

Fazit: KÄRBHOLZ-Konzerte fühlen sich immer wie Ankommen an. Es gibt hier keine auf hochglanzpolierten Bühnenshows oder an Seilen hängende und durch den Raum fliegende Menschen. Es gibt nur KÄRBHOLZ, eine Familie, eine Lebenseinstellung und unglaublich viel Spaß an Rock’n’Roll. Und auch der Gig in Köln hat genau das verkörpert. Vier bodenständige Jungs und ihre Liebe zur Musik und zu den Fans. KÄRBHOLZ haben sich durch ihre Ehrlichkeit und ihre Echtheit eine große Fangemeinde geschaffen. Und das diese verdient ist, hat der Abend in Köln nur noch untermauert.

Es war ein geiler Abend mit einer geilen Band und einem geilen Publikum. Danke dafür an Familie Holz und definitiv bis zum nächsten Mal!

Setlist Köln

01. Intro
02. Keiner befiehlt
03. Überdosis Leben
04. Ich kann es nicht ändern
05. Herztier
06. Fallen & Fliegen
07. Du bist König
08. Mutmacher
09. Musizin
10. Sink oder schwimm(Sink oder Spring)
11. Kind aus Hinterwald
12. Das hier ist ewig
13. Falsche Alternativen
14. Drum Solo
15. All meine Narben(Duett Adrian and Torben)
16. Hier!(nur Gesang und Gitarren Adrian und Torben)
17. Tabula Rasa
18. Nacht ohne Sterne
19. Alle Systeme auf Vollgas
20. Stein & Sand
21. Feuerräder
22. Mein Weg

Zugabe
24. Tiefflieger
25. Mein persönlicher Krieg
26. In Flammen stehen
27. Lauter!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text und Fotos: Tänski

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