FM – Rockville

Band: FM
Album: Rockville
Spielzeit: 51 min   
Plattenfirma: Membran
Veröffentlichung: Ende März 2013
Homepage: www.fmofficial.com

Das sich die Musikindustrie in einer tiefen Krise befindet, weiss man nicht erst seit gestern. Das Internet und seine „ich will alles und am besten für lau“ – Mentalität hat Spuren hinterlassen. Es wird nach wie vor fleißig raubkopiert und runtergeladen, Plattenfirmen klagen über Umsatzeinbrüche bei den CD – Verkäufen und kleine unabhängige Labels werden entweder von den Großen „geschluckt“ oder gehen vor die Hunde.

Der Markt für Melodic Rock – und AOR hat sich in den letzten fünf bis zehn Jahren zwar wieder eindeutig zum Besseren entwickelt, Labels wie Frontiers Records oder AOR Heaven sei dank – aber trotzdem gibt es immer noch Bands die hart daran zu knabbern haben, überhaupt auf einem finanziellen grünen Zweig zu kommen. Eine von diesen Combos ist leider Gottes die britische AOR Institution FM.

Die Jungs um Steve Overland gehen deshalb  mit ihrem inzwischen siebten Longplayer „Rockville“ komplett neue Wege und haben sich dafür in die Hände der Internetplattform PledgeMusic begeben.

Das Prinzip hinter PledgeMusic ist zu vergleichen mit denen ähnlich gelagerter Internetpräsenzen wie Kickstarter.com und Konsorten. Die Künstler  registrieren sich, stellen ihr jeweiliges Projekt vor und setzen dann erstmal einen Betrag als Ziel, der zur Verwirklichung ihrer Ziele – im Falle von FM ein neues Album – realisiert werden soll.

Nach einer überaus erfolgreichen Kampagne, liegt mir nun also letzten Endes „Rockville“ vor – hat sich  der ganze Aufwand denn tatsächlich gelohnt? Ein dickes JA, auf ganzer Linie!

Der direkte Vorgänger „Metropolis“ war ja bereits eine Melodic Rock Granate aller reinsten Wassers und auf dem neuen Longplayer setzen die Jungs diesen Weg konsequent fort.

Bereits der Albumopener „Tough Love“ versprüht eine volle Ladung guter Laune, Sommermucke galore! Der Gesang von Steve Overland ist wie immer auf voller Höhe mit dieser gewissen Portion Soul in der Kehle und der Chorus catchy as fuck.

Auf „Wake Up The World“ kommen zum ersten Mal die Qualitäten des neuen Gitarristen Jim Kirkpatrick zum tragen. Mal rockiger und mal melodiöser drückt er dem Song seinen ganz eigenen Stempel auf.

„Only Foolin‘“ und „Crave“ reihen sich problemlos in diesen Reigen absolut erstklassigem Melodic Rocks mit ein. Vielleicht liegt es nur an mir, aber vor allem im letztgenannten Song höre ich unweigerlich eine Prise Tyketto mit raus. Würde mich interessieren ob Mister Overland das genauso sieht wie ich, wenn man ihn mal drauf ansprechen sollte.

Das ruhigere „Show Me The Way“ atmet den Geist alter Bandklassiker der Marke „Indiscreet“ und „Though It Out“ und gegen Ende des Albums gehts nochmal ein ganzes Stück heftiger zur Sache. „Crosstown Train“ ist ein über sechs Minuten langer Rocker in dem sich dieHerren nochmal so richtig den Allerwertesten absingen und abspielen. Diese Bridge in der Songmitte, gefolgt vom einen arschgeilen Solo und der darauf folgende Chorus – ganz groß!

51 Minuten Mucke, 11 Songs, eine erstklassige, sehr warm klingende Produktion, no Filler – hier passt einfach alles!

Alles richtig gemacht FM, bis zum nächsten Album. Und dann hoffentlich wieder mit einer „richtigen“ Plattenfirma im Schlepptau.

WERTUNG: 

Trackliste:

1. Tough Love
2. Wake Up The World
3. Only Foolin‘
4. Crave
5. Show Me The Way
6. My Love Bleeds
7. Story Of My Life
8. Better Late Than Never
9. Crosstown Train
10. Goodbye Yesterday
11. High Cost Of Loving

Marco

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