CORNERS OF SANCTUARY – Harlequin

Band: Cornes of Sanctuary
Album: Harlequin
Spielzeit: 49:24 min
Plattenfirma: PURE STEEL PROMOTION
Veröffentlichung: 22.01.2013
Homepage: www.cornersofsanctuary.com

Prinzipiell habe ich ja kein Problem mit etwas rumpeligen Produktionen, auch mit leicht dilettantischem Spiel komm ich klar – solange die Musik stimmt und die Musiker mit Herzblut dabei sind, ist bei mir alles im grünen Bereich. Bei „Harlequin“, dem nunmehr zweiten Album der US-Metal Band CORNERS OF SANCTUARY, stellt sich die Sache aber interessanterweise umgekehrt dar: Ich finde die Songs weitestgehend gut und kann auch dem 08/15 Geschrubbe durchaus etwas abgewinnen. Leider wird mir der Spaß an der Scheibe aber (unter anderem) durch die hundsmiserable Soundqualität versaut. Underground hin oder her – so kann man ein Album 2013 nicht auf den Markt werfen. Das größte Problem hierbei ist der Drumsound, bzw. die unfassbar nervig zischenden Becken und Hi-Hat. Wirklich alles wird von einem unhörbaren Plärren überdeckt, den Kopfhörer lässt man am besten gleich in der Ecke liegen wenn man keinen Ohrenkrebs davontragen will. Soundtechnisch ist das Album ein regelrechter Unfall, denn es klingt keineswegs roh, kauzig oder unbehandelt (was einer Underground Produktion ja seinen Reiz geben kann), sondern dünn, steril und digital und versagt beim ultimativen Sound-Test (Anlage ordentlich aufgedreht) völlig – da hab ich schon Proberaum Aufnahmen vom 30 Jahre alten Kassettenrecorder gehört, die besser klangen als dieser Brei. Bei der Ballade „Crying Angel – Renee’s Song” zerrt und peakt der Gesang permanent. Gruselig.

Nächster Kritikpunkt sind die völlig indiskutablen Instrumental-Tracks die zwischen die einzelnen Songs eingeschoben wurden. Hier dominieren in erster Linie Keyboards die, im Vergleich zu den anderen Tracks, völlig anders gemischt wurden. Dreht man hier auf ein normales Maß runter, kann man beim nächsten Einsatz der Gitarren und Drums wieder aufdrehen (oder lässt es dank der Eispickel Becken doch lieber bleiben). Zudem sind diese in-between Tracks absolut fehlplatziert und passen kein bisschen zu den Übergängen der anderen Songs.

Diese no-go’s mal beiseitegelassen bietet „Harlequin“ durchaus brauchbare Songs („Lost In A Dream“, „Octahedron“ oder „Light In The Dark“) die ich mir aber aufgrund der oben genannten Unhörbarkeit das Albums nur unter Aufbringung größter Anstrengungen mehrmals anhören konnte. Schade, da wäre mehr drin gewesen. Für Underground-Schnüffler denen der Sound eines Albums völlig egal ist könnte die Platte vielleicht interessant sein, für alle anderen gibt´s eine Menge Besseres zu entdecken.

WERTUNG:

Trackliste:

01. No Need For Introductions
02. Lost In A Dream
03. Angels Only Dare
04. Zanni Precession
05. Dream Seeker
06. Crying Angel – Renee’s Song
07. Show Of Hands
08. Octahedron
09. Peanut Gallery
10. Light In The Dark
11. Hellequin
12. Haunting Performance
13. Do Or Die
14. Someone Somewhere
15. Now We Must Live
16. Come To A Close

Mario

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