BRITNY FOX – Boys In Heat (Klassiker der Woche)

Band: Britny Fox
Album: Boys In Heat
Spielzeit: 51:19 min.
Veröffentlichungsjahr: 1989
Plattenfirma/Vertrieb: Columbia/CBS
Stilrichtung: Hardrock/Sleaze

So schwer ist mir die Auswahl eines Albums für diese Rubrik noch nie gefallen. War BLACK´N BLUE schon eine schwere Geburt, schwankte ich bei BRINTY FOX wochenlang zwischen dem Debüt und dem zweiten Album „Boys In Heat“. Nun hat es tatsächlich die 1989 erschienene Langrille „Boys In Heat“ geschafft, nicht zuletzt wegen ihres Überhits „Stevie“ und der Tatsache, dass diese Nummer früher zum Standard unserer Rockdisco gehörte. Aber mal der Reihe nach, denn zuerst wollen wir ein wenig auf die Anfangstage dieser Band aus Philadelphia eingehen.

Im Sommer 1985 fiel der Startschuß für die Jungs, indem Sänger Dean Davidson Mitglieder für eine neue Band sucht und dabei auf die ehemaligen CINDERELLA-Mucker Michael Kelly Smith (g.) und Tony Destra (d.) trifft und zusammen mit Bassist Billy Childs die Runde komplett macht. Nach einem vielversprechenden Demo „In America“ krallt sich CBS Ableger Columbia die Combo und bringt 1988 die selbstbetitelte Premiere auf den Markt. Leider nicht mehr mit Tony Destra an den Drums, denn dieser hatte im Februar 1987 einen tödlichen Autounfall. Für ihn wurde Johnny Dee von WAYSTED verpflichtet.

Nach Heavy Rotation von „Girlschool“ und „Long Way To Love“ auf MTV verkaufte sich die Platte ca. eine Million Mal und war damit auch die kommerziell erfolgreichste von BRITNY FOX. Dass der im Jahr darauf folgende zweite Streich „Boys In Heat“ mit ungefähr der Hälfte verkaufter Einheiten zumindest in der Rubrik Absatzzahlen eine herbe Enttäuschung war, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der Sound der Jungs sichtlich gereifter und ausgefeilter aus den Boxen quoll und in Sachen Qualität durchaus gegen den Erstling anstinken kann. Allen voran natürlich das göttliche „Stevie“, aber auch der flotte Opener „In Motion“, das supermelodiöse „Long Way From Home“, das straighte „Standing In The Shadows“ oder die sehr gelungene NAZARETH Adaption „Hair Of The Dog“ zeichnen das Bild eines aufsteigendes Sterns.

Auch die Produktion von Neil Kernon ist allererste Sahne und up to date. Anschließend geht es mit ALICE COOPER und GREAT WHITE auf große Europatour, aber es kommt, wie es kommen muss. Nach einem Bandmeeting gibt es eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen Shouter Dean Davidson und Gitarrist Michael Kelly Smith, die darin gipfelt, dass Davidson seine 7 Sachen zusammenkramt und die Band verlässt. Neuer Sänger wird Tommy Paris, mit dem noch die echt gute Platte „Bite Down Hard“ eingezimmert wird, aber danach verstreuen sich die Bandmitglieder in sämtliche Winde.

Damit hätte das Kapitel BRITNY FOX auch besser geschlossen werden sollen, denn alles, was danach kam, war nur noch irgendein aufgewärmtes Gebräu, das mit dem Spirit der Zeit zwischen 1987 und 1991 rein gar nichts mehr zu tun hatte. „Boys In Heat“ ist neben dem Debüt eine der geilsten Platten dieser Ära und spricht für eine Band, die alles hatte, um so groß wie MÖTLEY CRÜE oder POISON zu werden.

Stefan

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PINK CREAM 69 – Electrified (Klassiker der Woche)

Band: Pink Cream 69
Album: Electrified
Spielzeit: 54:00 min   
Plattenfirma: High Gain Records
Veröffentlichung: 18.03.1998
Homepage: www.pinkcream69.com

Nachdem sich Ex-Pinkie Sänger Andi Deris 1994 Richtung Helloween verabschiedet hatte, befanden sich PC’69 eine Weile lang im musikalischen Niemandsland ohne so genau zu wissen wohin die Reise eigentlich gehen soll. Schon das letzte, mit Andi Deris eingespielte Album „Games People Play“ war um einiges düsterer und ernster als seine beiden Vorgänger ausgefallen. Ein Zustand der sich 1995 mit dem Album „Change“ (ab sofort mit dem Engländer David Readman am Mic ) sogar nochmal um einiges verstärken sollte.

Vorbei waren die Zeiten als PINK CREAM 69 für sehr eingängigen und melodischen Hardrock standen, auf dieser Scheibe gings sehr alternativ-like und grungig zu. Von Seiten der Fans kam es wie es kommen musste – das Werk floppte bei einem Großteil der Anhängerschaft (und an den Verkaufskassen) monumental. Zu allem Überfluss verlor die Band dann auch noch den Majorvertrag mit Epic/Sony und nicht wenige (mich mit eingeschlossen) gaben auf der Band keinen Pfifferling mehr.

1997 dann die kommerzielle und vor allem künstlerische Wende. Ausgestattet mit einem neuen Plattenvertrag nahmen die Jungs das gute bis sehr gute „Food For Thought“ – Album auf. Genretechnisch war das Material auf der Scheibe immer noch ein wenig in modernere Rockgefilde anzusiedeln, allerdings gab es nun auch wieder verstärkt die zwingenden Melodien und Hooklines die man vor allem auf „Change“ noch so vermisst hatte. Ein Jahr später dann der ganz große Knall in Form von „Electrified“.

Was auf diesen Album gezockt wird, ist kaum zu fassen. Allerbester Heavy Rock, vom Härtegrad her oft an der Grenze zum Metal, ganz große Melodien, arschgeile Soli, göttlicher Gesang von David Readman (Andi Deris? Kennsch net!) und Hits,Hits,Hits! Tut euch einen Gefallen und hört einfach mal rein!

Anspieltipps:
„Shame“, „Break The Silence“, „Burn Your Soul“

Lineup:

David Readman : Vocals
Alfred Koffler : Gitarre
Dennis Ward : Bass
Kosta Zafiriou : Drums

Trackliste:

 1.Shame
 2. Stranger In Time
 3. Break The Silence
 4. Electrified
 5. Over The Fire
 6. Losing My Faith
 7. Higher Kind Of Life
 8. Burn Your Soul
 9. Rocket Ride
 10. Best For You
 11. Gone Again

Marco

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KROKUS – One Vice At A Time (Klassiker der Woche)

Band: Krokus
Album: One Vice At A Time
Spielzeit: 36:36 min.
Veröffentlichungsjahr: 1982
Plattenfirma/Vertrieb: Arista/BMG Ariola
Stilrichtung: Hardrock

Riffbetonter Rock der Marke AC/DC, das ist das Steckenpferd der Schweizer Vorzeigerocker von KROKUS. Viele werden sie als pure Klone hinstellen, aber wer sich ein wenig mit der Musik der „Gewürgten“ beschäftigt, wird auch einige eigene Trademarks herausfinden. Der Bandname entstand zum einen daraus, dass natürlich in den Schweizer Alpen viele dieser Pflanzen blühen, zum anderen besteht der Name aus „Krok“ und „us“, was übersetzt soviel bedeutet wie würgt uns oder gewürgt.

Der Zickzack-Kurs in der Karriere der Eidgenossen ist nicht zuletzt auf die schier unzähligen Besetzungswechsel zurückzuführen. Schon aus aktuellem Anlaß, nämlich ihrem gegenwärtigen Hammeralbum „Dirty Dynamite“ (Rezi HIER) muss jetzt auch ein Feature in unserer Klassiker der Woche-Abteilung her. Zu den Zeiten, als „One Vice At A Time“ erschien, war aber der Stern der Gruppe aus Solothurn bereits hell erleuchtet und hoch oben am Rock´n Roll-Firmament.

Das Line-Up liest sich wie folgt: Marc Storace (v.), Fernando Von Arb (g.), Chris Von Rohr (b.), Freddy Steady (d.) und Mark Kohler (g.). Für die meisten ist das DIE Besetzung schlechthin. 1982 erscheint also eine Platte, die neben „Metal Rendezvous“, „Hardware“ oder „Headhunter“ – dem magischen KROKUS Kleeblatt – ganz oben auf dem KROKUS-Thron steht. Neun Songs haben sich darauf versammelt, und es ist nicht ein Füller dabei. „Long Stick Goes Boom“, „Bad Boys, Rag Dolls“, „American Women“ oder „Save Me“ sind auch heute noch im Live-Programm vertreten, was bei einem derartigen Backkatalog schon automatisch für die Qualität der Songs sprechen dürfte. Zudem war mit „I´m On The Run“ ein geiles Duett mit IRON MAIDEN Shouter Bruce Dickinson am Start. Das GUESS WHO-Cover „American Women“ ist bis heute auf zahlreichen Rock-Compilations zu sehen und zählt zu den bekanntesten Nummern von KROKUS. Übrigens haben die Eidgenossen auch auf „Hoodoo“ versucht, diesen Erfolg zu wiederholen indem sie die STEPPENWOLF-Nummer „Born To Be Wild“ gecovert haben, aber das ging doch etwas in die Hose während der neuerliche Griff in die Mottenkiste mit „Help“ von den BEATLES schon mehr hergegeben hat.

„One Vice At A Time“ zeichnet sich die hohe Hitdichte und die scheinbare Unbekümmertheit von 5 Rockern aus, die auch ein Stück vom Ruhm abhaben wollten. Und eines bin ich mir sicher: wären solch grandiose Stücke wie „Playin The Outlaw“ oder die o.g. unter dem AC/DC-Banner erschienen, würden heute regelmässig 50.000 tosende Fans in ausverkauften Stadien dazu abgehen. Aber KROKUS müssen leider etwas kleinere Brötchen backen, an der Qualität der Songs oder an ihrem musikalischen Können rüttelt dieser Umstand aber nicht. Und nach der Quasi-Reunion zum „Hoodoo“-Album und dem seitdem stetigen Qualitätslevel bin ich auch sehr zuversichtlich, was den nächsten Streich der „Gewürgten“ angeht.

Trackliste:

1.Long Stick Goes Boom
2.Bad Boys, Rag Dolls
3.Playin´The Outlaw
4.To The Top
5.Down The Drain
6.American Woman
7.I´m On The Run
8.Save Me
9.Rock´n Roll

Stefan 

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EUROPE – Out Of This World (Klassiker der Woche)

Band: Europe
Album: Out Of This World
Spielzeit: 48:00 min
Plattenfirma: Epic
Veröffentlichung: 08.08.1988
Homepage: www.europetheband.com

„Out Of This World“ war 1988 bereits das vierte Studioalbum von EUROPE und ist für mich bis heute auch ihr bestes geblieben. Nachdem die Band zwei Jahre zuvor mit „The Final Countdown“ ihren großen internationalen Durchbruch feierte und weltweiten Superstar-Status erreichte, lastete auf dem Nachfolgealbum natürlich ein besonders großer Druck.

So kam es dann auch, wie es kommen musste: das Album konnte zwar nicht mehr an die enormen Verkaufszahlen seines Vorgängers anknüpfen aber war nichtsdestotrotz mit über einer Millionen verkaufter Exemplare alleine in den USA immer noch ein Erfolg.

Und wie ich schon in meinem Anfangssatz angedeutet habe, rein vom musikalischen Standpunkt her ist „Out Of This World“ sowieso eine Klasse für sich. Songs wie „Superstitious“, „Open Your Heart“ oder „More Than Meets The Eye“ sind absolute Melodic Rock Championsleague und gehören in die Sammlung eines jeden Genrefans und mit „Tomorrow“ gibt es am Ende des Albums eine Killerballade die sogar den Oberschlüpferstürmer „Carrie“ vom Vorgängeralbum ganz weit hinter sich lassen kann.

Lineup:

Joey Tempest : Vocals
Kee Marcello : Gitarre
John Leven : Bass
Mic Michaeli : Keyboards
Ian Haugland : Drums

Trackliste:

 1. Superstitious
 2. Let The Good Times Rock
 3. Open Your Heart
 4. More Than Meets The Eye
 5. Coast To Coast
 6. Ready Or Not
 7. Sign Of The Times
 8. Just The Beginning
 9. Never Say Die
 10. Lights And Shadows
 11. Tower’s Callin’
 12. Tomorrow

Marco

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TIGERTAILZ – Bezerk! (Klassiker der Woche)

Band: Tigertailz
Album: Bezerk!
Spielzeit: 42:00 min
Plattenfirma: Music For Nations
Veröffentlichung: 1990
Homepage: www.tigertailz.co.uk

Für mich neben The Sweet die beste Glamband, die das vereinigte Königreich jemals hervorgebracht hat. Stilistisch irgendwo zwischen Poison, Mötley Crüe und Ratt angesiedelt, sorgten die Tigertailz mit ihrem Album „Bezerk!“ in Szenekreisen und in den Charts Anfang der 90iger (3 Singles in den UK -Top 40) für Furore. Der Videoclip zu „Love Bomb Baby“ war ein gerngesehener Gast auf MTV und lief dort mehrmals täglich in der Heavy Rotation. Letztgenannter Song und Gassenhauer wie „Noise Level Critical“, „I Can Fight Dirty Too“ und „Love Overload“ sollten auf keiner ernstzunehmenden Sleaze und Glam Party fehlen.

Die Band nahm nach „Bezerk!“ noch einige Alben auf, trennte sich zwischenzeitlich und hat sich inzwischen sogar wieder re-formiert, aber so gut wie auf diesem Album waren sie meiner Meinung nach nie wieder. Für mich in einer Reihe mit Klassikern wie Poisons‘ „Open Up and Say Ahh“ oder Crües‘ „Dr. Feelgood“ !

Lineup:

Kim Hooker : Vocals
Jay Pepper : Gitarre
Pepsi Tate : Bass
Ace Finchum : Drums

Trackliste:

 1. Six Sex
 2. Love Bomb Baby
 3. Noise Level Critical
 4. I Can Fight Dirty Too
 5. Heaven
 6. Love Overload
 7. Action City
 8. Twist And Shake
 9. Squeeze It Dry
 10. Call Of The Wild

Marco

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AUTOGRAPH – That´s The Stuff (Klassiker der Woche)

Band: Autograph
Album: That´s The Stuff
Spielzeit: 40:09 min. (1985)
Veröffentlichungsjahr: 1985/2001
Plattenfirma/Vertrieb: RCA/Ariola/Spitfire
Stilrichtung: AOR/Hardrock

Kennt noch irgendwer SILVER CONDOR? Jene „Supergroup“, die u.a. aus Rick Derringer, Neil Schon und Steve Plunkett bestand? Nein? OK, es ist ja auch schon ein paar Jährchen her, seit sich Steve „Plunk“ Plunkett durchgerungen hat, diese Band zu verlassen, um sein eigenes Ding durchzuziehen. 1983 war es dann soweit, die Nase gestrichen voll von der Tatsache, dass seine Songs bei SILVER CONDOR einfach nicht zum Zuge kamen, gründete er AUTOGRAPH zusammen mit seinen Freunden und Musikerkollegen Randy Rand (b), Keni Richards (d), Steven Isham (k) und Steve Lynch (g).

Nachdem Produzent Andy Johns die Demosongs für lau neu aufgenommen hatte, kam Drummer Keni Richards Kontakt zu VAN HALEN-Frontsau David Lee Roth ins Spiel. Ganz angetan von den Songs, lud er die fünf Freunde ein, Vorband für VAN HALEN´s anstehende „1984-Tour“ zu sein, etwas besseres hätte AUTOGRAPH wohl nicht passieren können, waren VAN HALEN gerade am Höhepunkt ihrer Karriere. Aus den Freunden wuchs langsam eine richtige Band, die ja als Solo-Projekt von Plunk gedacht war, aber die Dinge nahmen ihren Lauf. Nach 2 Monaten mit VAN HALEN auf Tour machten die Jungs einen Abstecher ins Studio und nahmen ihr Debüt „Sign In Please“ auf. Auf ihr enthalten war der größte Hit der Band: „Turn Up The Radio“. Auch der Großteil der restlichen 9 Songs konnte sich mit Kompositionen wie „My Girlfriend´s Boyfriend Isn´t Me“ oder „Friday“ sehen lassen.

Demensprechend waren auch die Verkaufszahlen, alleine über 700 000 Stück in den USA, das machte Platz 29 für das Album, allerdings erst Anfang 1985, als „Turn Up The Radio“ so richtig in Fahrt kam. Der Song kletterte übrigens bis auf Platz 28 der Billboard Top 100 und Platz 5 in den Rock Radio Charts. Angestachelt von diesem Erfolg machte man sich daran, den Nachfolger „That´s The Stuff“ abzuliefern. Die Platte erschien im Herbst 1985 und hatte insgesamt mehr Hits an Bord, die aber von den Fans nicht so gewürdigt wurden. Nur Platz 92 in den Billboard Charts war das Resultat. Aber mit dem Titeltrack, „Take No Prisoners“, „Blondes In Black Cars“, „Six String Fever“ oder „Paint This Town“ hatten Plunk und seine Mannen vielversprechendes Material geschrieben. Die Produktion nahm man zusammen mit Eddie Delena selbst in die Hand.

„That´s The Stuff klang typisch nach AUTOGRAPH, aber der Sound wurde um einiges verbessert. Das Label Spitfire machte 2001 das einzig richtige und veröffentlichte diesen Klassiker neu, aufgepeppt mit 3 Bonussongs („We´re An American Band“, „You Can´t Hide From The Beast Inside“ vom Film „Fright Night“ und „Winning Is Everything“ vom Streifen „Youngblood“). Aber selbst diese Auflage ist längst vergriffen und schon jetzt ziemlich gesucht. AUTOGRAPH´s dritte Scheibe „Loud And Clear“ knüpfte nahtlos an die beiden Vorläufer an, wurde aber, wie schon „That´s The Stuff“ sträflichst unterbewertet. Ein weiteres Klasse-Album, das in der Versenkung unzähliger Veröffentlichungen unterging wie einst die Titanic. Das Label RCA kündigte daraufhin den Vertrag Das fast fertige vierte Album wurde erst 1997 als „Missing Pieces“ mit fast 10 Jahren Verspätung auf den damals toten Melodicrockmarkt geworfen.

Dementsprechend krähte kein Hahn danach, erst  2003, als es angereichert mit einigen Bonusstücken erneut unter die Leute gebracht wurde, konnten die alten Aufnahmen zusammen mit dem brandneuen Album „Buzz“ einigermaßen punkten. Seitdem ist es ruhig geworden um Steve Plunkett und seine Jungs, Plunk selbst ist seit vielen Jahren als Songwriter für unzählige Bands, von VIXEN bis SOUL DOCTOR oder CINDY LAUPER tätig und hat ganz nebenbei erwähnt 1991 sein superbes Soloalbum „My Attitude“ veröffentlicht. So, der geplante Rückblick auf AUTOGRAPH´s für mich beste Scheibe „That´s The Stuff“ ist heute etwas biographischer ausgefallen, als das ursprünglich geplant war, aber so viele interessante Fakten konnte ich Euch nicht vorenthalten.

Sollte Euch dieser Rundling mit dem markanten roten oder blauen Cover (bei der Wiederveröffentlichung) irgendwo in die Hände fallen, gebt nicht nur dem Superhit der Band „Turn Up The Radio“ eine Chance, sondern auch „That´s The Stuff“, Ihr werdet es sicher nicht bereuen.

Stefan

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BROTHER FIRETRIBE – False Metal (Klassiker der Woche)

Band: Brother Firetribe
Album: False Metal
Spielzeit: 45:03 min.
Plattenfirma: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 21.06.2006

Wie alt muss ein Album sein, damit es als Klassiker durchgeht? Da wir schon immer ein Magazin waren, das sich nichts um Nomen und Vorgaben schert, deklariere ich prompt das Debüt der Finnen BROTHER FIRETRIBE für unsere Rubrik „Klassiker der Woche“ als tauglich!

Eins mal gleich vorneweg: Ich bin eigentlich kein Freund von Keyboard-geschwängerter Rockmusik, aber im Falle von BROTHER FIRETRIBE geht das mehr als in Ordnung. Schon bei den ersten Tönen wurde mir klar, dass es sich hier um ein starkes Stück AOR handelt, aber was sich mir im Laufe dieser 45 Minuten darbot, ist schwer in Worte zu fassen. Vielleicht kann ich es am Besten mit einem von BROTHER FIRETRIBE´S Songtiteln beschreiben: „I´m On Fire“!

Im Übrigen hat sich die Band auch das Prädikat „Kings Of Tennis Metal“ gegeben. Der Bandname BROTHER FIRETRIBE ist die wörtliche englische Übersetzung des Namens des finnischen Tennisspielers Veli Paloheimo, daher die etwas bizarre Bezeichnung.

Stellt Euch vor wir befinden uns im Sommer 1988. Es ist Freitag abend, endlich Wochenende. Strahlender Sonnenschein, rein ins Cabrio, BROTHER FIRETRIBE ins Cassettenfach (jaja, CD war da noch nicht so sonderlich weit verbreitet) und ab auf die Piste. Diese Scheibe ist einfach Sommerfeeling pur. Großartige Melodien, knackige Chöre, (kilo)meterhohe Keyboardtürme, eine tolle Atmosphäre, kurz und gut: ein Songwriting, das einfach überirdisch ist. Der perfekte Trip in die glorreiche Zeit, eine Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war, die Sonne heißer denn je vom Himmel brannte, die Haare länger (und dichter) waren und noch keiner der ganzen DSDS Pfeifen tagtäglich die gesamte Medienlandschaft verseuchte

BROTHER FIRETRIBE wurde von NIGHTWISH Gitarrist Emppu Vuirinen gegründet und diese Scheibe ist nicht unbedingt das, was ich von seinem „Soloausflug“ erwartet hätte. 10 absolute AOR-Granaten, bei denen sich wirklich nicht eine schwache Nummer eingeschlichen hat. Schließt die Augen und stellt Euch eine Mischung aus Bon Jovi in den 80ern gepaart mit der ersten Blue Tears Scheibe vor, die um das Feeling von 80ger Größen wie JOURNEY, BOSTON oder EUROPE erweitert wurde, dann habt Ihr ungefähr eine Ahnung, wie sich diese Perle anhört. Ich habe schon seit langer Zeit keinen durchgängig so gelungenen Release in den Händen gehabt. Außerdem haben die fünf Finnen mit LEVERAGE-Shouter Pekka Ansio Heino einen mehr als ambitionierten Frontmann in ihren Reihen.

Ihr wollt Anspieltipps? Nicht im Ernst oder? Schaut einfach auf die Trackliste und ihr kennt die Songs, die ich herausheben möchte. Ich kann Euch nur empfehlen, diesen Überflieger der Kings Of Tennis-Metal im heimischen CD-Regal einzulagern.
Zur Punktewertung kann ich nur soviel sagen: 10 mal Granate, 10 mal Punkt – und somit prädestiniert für unseren „Klassiker der Woche“, auch wenn die Platte erst knapp 7 Jahre auf dem Buckel hat (mein lieber Mann, wie die Zeit vergeht).

Trackliste:

1.Break Out
2.Valerie
3.I´m On Fire
4.Love Goes Down
5.Devil´s Daughter
6.Midnite Queen
7.One Single Breath
8.Lover Tonite
9.Spanish Eyes
10.Kill City Kid

Stefan

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MÖTLEY CRÜE – Dr. Feelgood (Klassiker der Woche)

Band: Mötley Crüe
Album: Dr. Feelgood
Spielzeit: 45:10 min.
Veröffentlichungsjahr: 1989
Plattenfirma/Vertrieb: Warner
Stilrichtung: Sleaze/Hardrock

Fast ein viertel Jahrhundert ist es nun schon her, dass die Skandalnudeln von MÖTLEY CRÜE mit „Dr. Feelgood“ noch einmal so richtig groß abgeräumt haben. Es ist also mal an der Zeit, als Crüe-Jünger meine Helden zu rühmen und für kurze Zeit in Erinnerungen zu schwelgen und mal zu überlegen, was ich mit diesem Album alles verbinde. Einzelheiten will ich hier auch gar nicht aufführen, aber ich empfehle Euch auch einmal, so eine Zeitreise zu unternehmen und vielleicht die erste eigene Platte oder CD (oder wie bei mir, eine besondere Scheibe) in die Hand zu nehmen, das Ding komplett bei richtig satter Lautstärke anzuhören und so mal ein bisschen die Zeitmaschine anzuschmeißen.

Als erstes einmal zu den für ein Rockalbum doch beachtlichen Zahlen: „Dr. Feelgood“ wurde am 1. September 1989 (in Deutschland am 23.September) veröffentlicht, verkaufte sich rund 7 Millionen mal, stürmte am 14. Oktober 1989 auf Platz 1 der amerikanischen Billboard Charts und verweilte stattliche 109 Wochen in den Top 100. In Deutschland kam der Longplayer nur bis Platz 21, aber in Good Old Germany brauchen die Kids immer etwas länger, um zu checken, was in ist. Und MÖTLEY CRÜE waren damals in, sie waren eine der schillernsten, bekanntesten und (für mich) besten Rockbands der USA. Jedes einzelne Bandmitglied war und ist ein Star – die meisten heutigen Combos können davon träumen, auch nur ein vergleichbares Mitglied in ihren Reihen zu haben. Und nach 4 wirklich superben Scheiben haben sie sich mit „Dr. Feelgood“ selbst ein Denkmal gesetzt.

Nach langen und krassen Dorgen- und Alkoholexzessen endlich clean, beging die Band im August 1989 mit Kollegen wie den SCORPIONS, BON JOVI, CINDERELLA, OZZY OSBOURNE, SKID ROW und vielen anderen das legendäre Moscow Peace & Music Festival vor etwa 260000 Zuschauern (und vielen Millionen mehr an den Fernsehern rund um den Planeten). Auch ich war dabei, bei TELE 5. Dort stellten sie aber noch keine neuen Songs vor, sondern verließen sich ausschließlich auf die altbekannten Gassenhauer. Und trotzdem wurde jedem klar, die Crüe war verdammt stark, stärker vielleicht als je zuvor und, wie sich wenig später herausstellte, mit einem Wahnsinnsalbum in der Hinterhand.

Aus „Dr. Feelgood“ gingen 5 Singles hervor, die allesamt in den Billboard Hot 100 vertreten waren (der Titeltrack kletterte bis auf Platz 7). Auch im Studio gaben sich die Stars die Klinke in die Hand, denn sowohl BRYAN ADAMS, Steven Tyler von AEROSMITH oder die Jungs von SKID ROW ließen es sich nicht nehmen, mal vorbeizuschauen und nebenbei gleich ein paar Backing-Vocals einzusingen. Das war halt noch ein Rock´n Roller-Leben, nicht dieses mp3 Hin-und Hergeschicke von heute.

Starproduzent Bob Rock gab diesem Juwel den richtigen Schliff, „Dr. Feelgood“ klingt auch heute noch einzigartig und ist aus tausenden Produktionen herauszuhören. Das und Songs, die nur so vor Lebensfreude und dem Way Of American Life strotzen, sind die Zutaten, die dieses Werk so unwiderstehlich machen. „Dr. Feelgood“ verbindet alles, was den Charme dieser Zeit ausgemacht hat. Die wilden Achtziger neigten sich dem Ende zu, aber mit diesem Album fanden sie auch einen weiteren kleinen Höhepunkt.

Einzelne Songs herauszuheben wäre wie Eulen nach Athen zu tragen, deshalb solltet – nein müsst Ihr das Album einfach am Stück hören. Aber Hits wie „Dr. Feelgood“, „Kickstart My Heart“, „Same Ol Situation“, „Don´t Go Away Mad“ oder „Without You“ haben den die Zeit überdauert und sind wohl mit Fug und Recht zu den großen Klassikern der späten Achtziger zu rechnen.

Leider sieht es wohl so aus, als würden Vince Neil, Nikki Sixx, Tommy Lee und Mick Mars kein neues Album mehr aufnehmen. Und das, obwohl ihr letzter Longplayer „Saints Of Los Angeles“ gut eingeschlagen hat. Schade eigentlich, ein Song („Sex“) nach so vielen Jahren ist schon etwas wenig.

Viel Spaß beim wöchentlichen Sprung in die Zeitmaschine, nächste Woche ist wieder mein Kollege Marco dran 🙂

Stefan

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MR. BIG – Lean Into It (Klassiker der Woche)

Band: Mr. Big
Album: Lean Into It
Spielzeit: 46:00 min   
Plattenfirma: Atlantic Records
Veröffentlichung: 26.03.1991
Homepage: www.mrbigsite.com

„ Du hörst Mr. Big? Waren das nicht die mit dieser kitschigen „To Be With You“ – Ballade? Die find ich aber doof!“

So oder so ähnlich hab ich das inzwischen schon oft erlebt, wenn ich mich mal mit Freunden über die Band unterhalten habe. Dabei tut man der Supergroup um Sänger Eric Martin, Gitarrist Paul Gilbert, Bassgenie Billy Sheehan und Drummer Pat Torpey großes Unrecht wenn man sie allzu eilig auf ihren größten Singlehit reduziert.

Die 1989 von Sheehan und Gilbert gegründete Band gilt seit ihrem Bestehen als eine der am härtesten arbeitenden Combos im ganzen Business und hat sich durch ihre immer wieder mitreissenden Livegigs einen fantastischen Ruf unter Genrefans erarbeitet. Nachdem ihr selbstbetitelte Debüt 89 an den Verkaufskassen leider floppte, schafften sie 1991 also mit „Lean Into It“ ihren kommerziellen Durchbruch – und der hat ganz sicher nicht nur mit erstklassigen Balladen wie „Just Take My Heart“ oder eben das besagte „To Be With You“ zu tun. By the way: ich liebe den letztgenannten Song ja – für mich eine der schönsten Rockballaden ever. Ausserdem verbind ich damit einige sehr persönliche Erinnerungen.

Weitere Highlights auf dem Album sind energiegeladene Rocker wie „Daddy, Brother, Lover, Little Boy (The Electric Drill Song)“, das bluesrockige „Voodo Kiss“ und das mitreissende „My Kinda Woman“. Bester Song des Albums ist für mich „Road To Ruin“ – rockt ohne Ende, die Gitarrenarbeit von Paul Gilbert ist zum niederknien und der Chorus einfach nur ganz groß.

Fazit:

Auch wenn alle anderen Veröffentlichungen der Jungs alles andere als schlecht sind, bleibt „Lean Into It“ ihr bis heute bestes Werk. Handwerklich top gemachter Hardrock mit einem der besten Sänger die das Genre zu bieten hat.

Lineup:

Eric Martin : Vocals
Paul Gilbert : Gitarre
Billy Sheehan : Bass
Pat Torpey : Drums

Trackliste:

 1. Daddy, Brother, Lover, Little Boy  (The Electric Drill Song)
 2. Alive And Kickin’
 3. Green-Tinted Sixties Mind
 4. CDFF-Lucky This Time
 5. Voodoo Kiss
 6. Never Say Never
 7. Just Take My Heart
 8. My Kinda Woman
 9. A Little Too Loose
 10. Road To Ruin
 11. To Be With You

Marco

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DEF LEPPARD – Adrenalize (Klassiker der Woche)

Band: Def Leppard
Album: Adrenalize
Spielzeit: 54:00 min
Plattenfirma: Mercury
Veröffentlichung: 31.03.1992
Homepage: www.defleppard.com

„Adrenalize“ markierte 1992 sowas wie einen Wendepunkt – nicht nur in der Karriere von DEF LEPPARD, die mit diesem Album ihren letzten großen Megaseller landen konnten, sondern auch im Hardrock allgemein – der Longplayer gehört nämlich mit zu den letzten Genrevertretern, die es in den US Billboard Charts bis ganz an die Spitze schafften, bevor noch im selben Jahr Schrotkurti, Vedder-Eddie und Co. von Seattle aus den großen Grunge-Aufstand probten und damit ein ganzes Genre für den Rest des Jahrzehnts fast komplett in den Abgrund rissen.

Die Produktion des Albums , die sich von 1989 bis 1991 dahin streckte, stand von Anfang an unter keinem besonders gutem Stern. Die beiden Vorgänger „Pyromania“ und „Hysteria“ verkauften zusammen weit über 30 Millionen Tonträger und zählen selbst heute noch zu den meistverkauften Alben aller Zeiten. Also ein schier fast unmögliches Unterfangen da nochmal einen draufzusetzen. Für die Aufnahmen kam noch erschwerend hinzu, dass Gitarrist Steve Clarke bereits seit einiger Zeit an der Flasche hing, mehrere abgebrochene Entziehungskuren hinter sich hatte und dann letzten Endes Anfang Januar 91 von seiner Freundin tot in seinem Haus in London aufgefunden wurde.

Umso erstaunlicher ist es das sich „Adrenalize“ im Endresultat musikalisch kaum hinter „Hysteria“ verstecken muss. Es gab damals zwar nicht wenige Musikkritiker, die der Band beginnende musikalische Einfallslosigkeit attestierten, weil sich der Longplayer nur in Nuancen von seinen Vorgängern unterscheiden würde, aber das war damals einen Großteil der DEF LEPPARD Fans vollkommen egal. Über 7 Millionen verkaufte Exemplare weltweit sprechen da eine ganz klare Sprache.

Songs wie „Let’s Get Rocked“ , „White Lightning“ oder „Personal Property“ sind Leppard Uptempo Hymnen allererster Güte und balladentechnisch konnten die Jungs mit „Have You Ever Needed Someone So Bad” und „Miss You in A Heartbeat“ ebenfalls komplett punkten. Alles in allem also ein typisches, verdammt starkes DEF LEPPARD Album.

Lineup:

Joey Elliott : Vocals
Phil Collen : Gitarre
Rick Savage : Bass
Rick Allen : Drums

Trackliste:

 1. Let’s Get Rocked
 2. Heaven Is
 3. Make Love Like A Man
 4. Tonight
 5. White Lightning
 6. Stand Up (Kick Love Into Motion)
 7. Personal Property
 8. Have You Ever Needed Someone So Bad
 9. I Wanna Touch U
 10. Tear It Down
 11. Miss You In A Heartbeat
 12. She’s Too Tough

Marco

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