BLEED THE MAN – Ashes From The Past

Band: Bleed The Man
Album: Ashes From The Past
Spielzeit: 53:31 min.
Plattenfirma: Coroner Records
Veröffentlichung: 12.03.2013
Homepage: www.bleedtheman.com

Wenn ich den Namen Mallorca höre, denke ich logischerweise zunächst mal an Ballermann, Eimer saufen, Weiber und Tom Gerhardt, weniger jedoch an Metal.
Wenn es nach BLEED THE MAN geht, würden sie diesen Zustand sicherlich gerne ändern.

2007 in Alcudia auf Malle gegründet, dauerte es bis Anfang 2008 bis die Band ihr erstes festes Line-up zusammen hatte. Fortan wurde die kleine Urlaubsinsel im Mittelmeer beackert. Ende 2009 entschlossen sich die Jungs dann, zum ersten Mal ein Studio zu überfallen, um ihre musikalischen Ergüsse für die Nachwelt zu konservieren. Das erste Album “Behind the Walls of Reality“ erschien im Juli 2010.

2 Jahre später enterten BLEED THE MAN erneut das Psychosomatic Recording Studio (bekloppter Name) um die aktuelle Scheibe „Ashes from the Past“ ins Mischpult zu tackern.

Den Anfang macht „Save your Soul“. Nach einem kurzen Akkustikgitarren Intro, welches mich ein wenig an alte IN FLAMES Intros erinnert, kreist dann direkt der Knüppel. Eingeleitet von einem modernen Death Metal Riff entwickelt sich der Song bei einsetzender Strophe dezent in Richtung Metalcore um im Refrain in bester Papa Roach Manier mit cleanen Vocals einen melodischen Höhepunkt zu finden.
„Human Nature“ beginnt ganz im Stile neuerer IN FLAMES. Durch den Einsatz von Keyboards wirkt der Song wesentlich dynamischer als der schon nicht schlechte Opener.

Dieser anfänglich undurchschaubare Soundmischmasch zieht sich im folgenden durch das ganze Album. Die Qualität der Songs wird einem in der Regel nicht beim ersten Hören bewusst. Es bedarf einiger Durchläufe um das gesamte Spektrum der Musik zu erfassen und letztendlich zu verstehen. Melodischer Death Metal paart sich mit vereinzelt eingestreuten Metalcore Elementen, melodische Gitarrenparts treffen auf atmosphärische Keyboarddichte. Hier ein bisschen PAPA ROACH oder P.O.D. Fertig ist BLEED THE MAN.

Die ganze Geschichte klingt nach etwas Eingewöhnung überraschend frisch. Wenn es was zu mäkeln gibt, ist das lediglich der, in Phasen, gesichtslose Gesang. Das Potential in der Stimme ist zwar durchaus vorhanden, aber ich denke, die ein oder andere Stunde Gesangsunterricht wäre durchaus keine Fehlinvestition. Grundsätzlich schlecht ist die Gesangsleistung jedoch nicht, also bitte nicht falsch verstehen, das ist Jammern auf hohem Niveau.

Die Produktion geht absolut in Ordnung, das Schlagzeug könnte etwas weniger Hall vertragen, geht aber trotzdem soweit ok.

Ob BLEED THE MAN es schaffen, beim Wort Mallorca die Gedanken auf Ihren Bandnamen zu lenken, bezweifle ich mal stark. OK diese Theorie ist eh auf meinem Müll gewachsen. Ein kleines Ausrufezeichen von den Balearen ist „Ashes from the Past“ aber allemal.

FAZIT: Wer gern mal über den Tellerrand guckt und sich einen erstaunlich gut funktionierenden Stilmix aus Death Metal, Metalcore, melancholischem Modern Metal und Papa Roach vorstellen kann, sollte mal ein Ohr riskieren. Im Prinzip reden wir hier von Crossover im eigentlichen Sinne.

WERTUNG: 

 Trackliste:

1. Save Your Soul (4:13)
2. Human Nature (4:49)
3. Still Have Time (3:42)
4. Another Human Fault (3:16)
5. The Most Precious Gift (3:58)
6. The Follower (4:52)
7. Walk Through My End (4:27)
8. Mind Prison (5:15)
9. Automatic Thoughts (4:16)
10. Face To Face (4:55)
11. Obscurity Is My Name (5:09)
12. Confront The Truth (4:39)

Frank

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