ADRENALINE 101 – Demons In The Closet

Band: Adrenaline 101
Album: Demons In The Closet
Spielzeit: 40:05 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: BOB MEDIA/Fastball Music
Veröffentlichung: 12.07.2013
Homepage: www.adrenaline101.ch

Ihr seid eigentlich schon ewig auf der Suche nach leicht dreckigem Hardrock mit sleazigem Anstrich und leichter 90er Schlagseite aus der Schweiz? Dann ist ADRENALINE 101 die richtige Adresse. Das nette Cover der zweiten Scheibe der Eidgenossen lässt schon mal grob die Richtung erahnen, die Sänger Pascal Luder und seine 3 Mitstreiter verfolgen und weckt Erinnerungen an die guten alten Zeiten als mit Detailversessenheit gemalte Plattencover den Hörer auch optisch teilhaben ließen und die Atmosphäre einer Scheibe mitgestalteten. Buntes Gruselartwork im Stile von The Almighty’s „Soul Destruction“ – es kann schlechter losgehen …

Der Opener und Titelsong klingt dann auch wie erwartet nach klassischem Hardrock der alten Schule, mit bodenständigem Riffing und treffsicherer Hookline. Im Folgenden wird der Sound dann aber dezent in Richtung 90er Rock justiert und Vieles auf „Demons In The Closet“ erinnert immer wieder an frühe Kid Rock Platten (inklusive leichtem Southern Touch), nicht zuletzt dank der kraftvollen, dreckigen Stimme von Luder der wie der angepisste kleine Bruder des großen Mr. Rock klingt. Die Parallelen sind wirklich verblüffend und funktionieren über weite Strecken bestens, wenn auch die zwar ordentlich gespielten aber dennoch etwas unauffälligen Instrumente keine wirklichen Akzente setzen können. Die Kid Rock Referenzen werden in der Regel gekonnt verarbeitet („Mayflies“, „Buckwild“, „No Tomorrow“), gehen aber in dem furchtbar biederen und verkrampften „Straight Clownin’“ auch mal völlig in die Hose. Neben den genannten Kid Rock Huldigungen bieten ADRENALINE 101 mit dem an H-Blockx erinnernden „Raise Em Up“ samt packendem Refrain und den kommerziellen Melodiekrachern „Come To You“ und „Guardian Angels“ noch weitere gelungene Tracks die zwar eindeutig im Hard(Rock) der 90er verwurzelt sind, aber ebenfalls moderne Ansätze durchschimmern lassen. Allerdings ist der allgemeine Härtegrad der Songs eher niedrig und echte Energie können die Jungs auf Konserve nicht vermitteln. Ein Song wie „Living For The XTC” kommt da schon beinahe behäbig und unentschlossen daher.

Mit „Demons In The Closet” ist ADRENALINE 101 eine durch und durch solide Scheibe gelungen, die zwar irgendwie in einem Zeittunnel steckengeblieben zu sein scheint aber durch diesen zeitlosen Ansatz auch Ihren Reiz aufbaut. Dreh- und Angelpunkt der Scheibe ist dabei klar Sänger Luder, der über eine intensive Stimme verfügt und den teilweise erfrischend gelungenen Hooklines Leben einhauchen kann. Damit wird die Band zwar keinen Originalitätspreis gewinnen, aber Ihren Fankreis wohl durchaus erweitern können. Freunde von melodiösem Hardrock der alten Schule sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren.

WERTUNG: 

Trackliste:

01. Demons In The Closet
02. Raise Em Up
03. Straight Clownin’
04. Come To You
05. Mayflies
06. Guardian Angels
07. Shedding Tears
08. Buckwild
09. Living For The XTC
10. No Tomorrow

Mario

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