77 – Maximum Rock´n Roll

Band: ´77
Album: Maximum Rock´n Roll
Spielzeit: 35:20 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Listenable Records
Veröffentlichung: 15.10.2013
Homepage: www.77rocks.com

Zur Situation von ´77 bin ich in der Rezension zum vorigen Album „High Decibels“ schon genug eingegangen (siehe HIER), dieses Mal starten wir ohne Umschweife in die Besprechung des nunmehr dritten Longplayers der spanischen Rocker. Der Titel „Maximum Rock´n Roll“ ist unmissverständlich. Weitab moderner Ideologien und Techniken haben die Valeta Brüder und ihre Mannschaft auch dieses Mal alle Songs wieder live im Studio eingespielt. So, wie man es früher eben noch gemacht hat. Hier ist der Name also Programm und auch die Musik auf dem neuen Dreher beleuchtet die seeligen 70ger zu einer Zeit, als Bon Scott noch das Mikro bei AC/DC fest in der Hand hatte und ihre Platten noch blues- und boogiegetränkt waren.

„Maximum Rock´n Roll“ entstand in Stockholm in den Gutterview Recorders, wo die Band unter der Leitung des Produzententeams Fred Estby und Nicke Anderson diese 10 neuen Stücke eingespielt hat. Der Sound ist erneut herrlich oldschool und die Songs beschwören ein wohliges Gefühl herauf. Die Band besteht aus den Brüdern Armand (vocals, guitar) und LG Valeta (lead guitar), Dolphin (drums) und Raw (bass). Diese drei Instrumente plus aussagekräftiger Stimme genügen, um die Bude richtig scheppern zu lassen.

Wie auch schon beim letzten Album eröffnet der Titeltrack den Reigen. Und auch dieses mal geht der Song sofort ins Blut. Ohne Schnick Schnack oder unnötige Zutaten machen ´77 einfach das, was sie am besten können. Schnörkellosen Rock´n Roll mit dem richtigen Gefühl für den Blues. Das etwas flottere „Don´t You Sream“ schließt sich daran an. Mit etwas prägnanteren Riffs startet „Down And Dirty“, der Song muss sich aber gefallen lassen, dass er im Refrain ein bisschen von „Sin City“ abgeschrieben wurde. Besser tönt da schon „Highway Rebel“ mit seinem lockeren Beat. Das fluffige „Jazz It Up“ wartet mit einer – für den eng gesteckten Rahmen der Band – schönen Abwechslung auf. Klassisches gibt es mit „Stay Away From Water“ oder „Virtually Good“ zu hören. Bei „You Bore Me“ nimmt Gitarrist LG Valeta das Mikro in die Hand und steuert die Leadvocals bei, das hätte er besser mal bleiben lassen. Die verbleibenden Stücke „Take Me Or Leave Me“ und „16 Year Old King“ sind zwar kompetent umgesetzt, lassen aber schon mal den ein oder anderen Gähner zu.

Der Vierer aus Barcelona konnte mich mit „High Decibels“ überzeugen, das schafft „Maximum Rock´n Roll“ nur bedingt. Es gibt auch dieses Mal coole Songs, auch dieses Mal haben die Jungs etwas über den Tellerrand geschaut (wie auf dem letzten Album mit dem saucoolen „Promised Land“), aber insgesamt ist das Material auf dem neuen Langspieler nicht so zwingend wie der Großteil des 2012er Werks. Die Spanier haben die Messlatte damit halt auch ziemlich hoch gehängt für ihre kommenden Platten. „Maximum Rock´n Roll“ ist aber auch weit davon entfernt, schlecht zu sein, versteht mich da nicht falsch. Aber ich hätte mir nach dem äußerst starken zweiten Album etwas mehr davon erwartet. Freunde der drei Akkorde sollten auf jeden Fall reinhören!

WERTUNG:


Trackliste:

1.Maximum Rock´n Roll
2.Dont´You Scream
3.Down And Dirty
4.Highway Rebel
5.Jazz It Up
6.Stay Away From Water
7.You Bore Me
8.Take Me Or Leave Me
9.Virtually Good
10.16 Year-Old King

Stefan

Bookmark the permalink.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.