VAMP – The Rich Don´t Rock (Deluxe Edition)

Band: Vamp
Album: The Rich Don´t Rock (Deluxe Edition)
Plattenfirma: Divebomb Records
Veröffentlichung: 10.01.2013
Homepage: www.divebombrecords.com

Eine deutsche Band erhält einen Plattenvertrag bei einer amerikanischen Firma. Alleine das war Ende der Achtziger eine Sensation. Als die Bonner Hardrocker VAMP bei Atlantic Records unterschreiben haben sie lediglich ein Demo aufgenommen, das vier Stücke enthielt. VAMP wurden 1985 von Gitarrist Ricolf Cross, Bassist Oliver Scholz und Drummer Dickie Fliszar gegründet und ein Jahr später vom US-amerikanischen Sänger Tom Bellini komplettiert. Aber es lag wohl nicht daran, dass mit Bellini ein Sänger am Start war, der als Muttersprachler natürlich den perfekten Akzent für eine solche Band hatte sondern viel mehr in der musikalischen Ausrichtung der Jungs. Die Songs auf „The Rich Don´t Rock“ trafen perfekt den Nerv der Zeit und wurden von Produzent Tony Platt dementsprechend in Szene gesetzt. Allerdings dauerte es einige Mixe, bis alle Seiten mit dem Ergebnis zufrieden waren.

Als ich damals – natürlich wieder viel zu spät – auf der Suche nach diesem Album war, hatte ich das Glück die Version mit 2 Bonustracks zu ergattern. Jetzt hat die amerikanische Firma Divebomb Records allerdings eine Deluxe Edition veröffentlicht, die eine zweite CD mit 7 Demoversionen einiger Songs des Debüts sowie 8 weiteren Songs enthält, die für ein zweites Album gedacht waren. Doch „One Smack Killer“ wurde nie veröffentlicht und so fristeten die Songs bis jetzt ihr Dasein in irgendwelchen staubigen Schubladen. Remastered wurden diese beiden Silberlinge von Gitarrist Ricolf Krückel alias Cross höchstselbst. Doch lohnen sich diese neu ausgegrabenen Songs überhaupt? Zäumen wir das Pferd also mal von hinten auf und beginnen mit der zweiten CD dieser Deluxe Edition:

„Little Bit“ nennt sich das erste Stück, das ursprünglich für „One Smack Killer“ gedacht war. Der Sound ist nicht mehr so glattgebügelt sondern versprüht einen rauen Charme, ist aber durchaus sehr gut. „Love Starved Woman“ ist ein Party-Rocker wie er auch auf dem Debüt hätte stehen können. Der kraftvolle Gesang von Tom Bellini und die tolle Gitarrenarbeit von Herrn Krückel zeichnen auch diesen Song aus. „Dead In The Backseat“ ist dann schon etwas Demo-mässiger, was aber nur den Sound angeht. Das etwas gewöhnungsbedürftige „Junkyard D.O.G. (Dirty Old Geezer)“ rockt beim zweiten Blick aber wie die Hölle. Ganz genauso wie der Titeltrack „One Smack Killer“, der mit einem harten Blues-Intro beginnt und sich im Laufe der Zeit als stampfender Midtempokracher entpuppt, der seinen Höhepunkt wieder im großartigen Chorgesang findet. Der lockere Rocker „Gimme Some Lovin´“, die Ballade (ja, es gibt wirklich eine) „I Don´t Know“ und flott rockende „The Big Mess“ schließen den Einblick in das damals geplante zweite Album der Bonner ab. Hätte durchaus was werden können…aber der Rest ist Geschichte. Auch die folgenden Demoversionen des Debüt´s können sich hören lassen, sind aber unterm Strich doch mehr abrundendes Beiwerk.

Aber wir haben ja noch den eigentlichen Longplayer, der ebenfalls remastered wurde. Der furiose Einstieg in Form von „Heartbreak, Heartache“ knallt noch mehr rein als schon auf der alten Fassung und die schreienden Gitarren von „Like I Want“ sind so heavy und kristallklar wie nie zuvor. Will heißen, die erneute Überarbeitung der Songs hat ihnen gut getan und kitzelt noch einmal Nuancen heraus, die früher nicht zu vernehmen waren. Aber auch schon 1989 waren die beiden eben genannten Songs genauso geil wie „The Rich Don´t Rock“, „Renegade“, „All Nite“ (das mit einem überlangen Drumsolo glänzt), „Lonely Nights“ oder „Why“. Es gibt absolut keinen Ausfall auf dieser LP. Zusätzlich gibt es noch die Maxi-Versionen von „The Rich Don´t Rock“, „Why“ und „Shout“, es wurde also an alles gedacht.

Ihr werdet es schon ahnen, diese Rezension lässt sich nur folgendermassen zusammenfassen: „The Rich Don´t Rock“ war schon damals ein Sahneteil, was die Verantwortlichen aber mit deser Deluxe Edition daraus gemacht haben, hat seinen Namen mehr als verdient. Es gibt keine Ausreden mehr – Volle Punktzahl, KAUFEN!

WERTUNG:

Trackliste:

CD1:
1.Heartbreak, Heartache
2.Like I Want
3.The Rich Don´t Rock
4.Love Games
5.Renegade
6.All Nite
7.Lonely Nights
8.Stand By Me
9.Bleeding
10.Talk Is Cheap
11.Shout
12.Why
13.The Rich Don´t Rock (12“EP Version)
14.Why (12“EP Version)
15.Shout (12“EP Version)

CD2:

1.Little Bit
2.Love Starved Woman
3.Dead In The Backseat
4.Junkyard D.O.G. (Dirty Old Geezer)
5.One Smack Killer
6.Gimme Some Lovin´
7.I Don´t Know
8.The Big Mess
9.Lonely Nights
10.What About Love
11.Down And Dirty
12.Waste Of Time
13.Love Games
14.Don´t Bite
15.Talk Is Cheap

Stefan

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