SKID ROW – United World Rebellion: Chapter One

Band: Skid Row
Album: United World Rebellion: Chapter One
Spielzeit: 20:30 min   
Plattenfirma: Megaforce Records
Veröffentlichung: 16.04.2013 (Import)
Homepage: www.skidrow.com

Die Karriere von SKID ROW, Ende der Achtziger – und Anfang der Neunziger DAS Synonym für sleazigen Kickassrock der allerfeinsten Sorte, geriet spätestens seit dem Ausstieg von Gesangsgott Sebastian Bach im Jahr 1996 zu einer schier endlos anmutenden Abwärtsspirale.

Mit ihrem 1989 erschienenen selbstbetitelten Debüt und dem Nachfolger „Slave To The Grind“ (1991) eroberten die Jungs die Welt des Rock im Sturm. Mehrere Singlehits, ein Nummer 1 Album in den US-amerkanischen Billboard Charts und diverse Gold – und Platinauszeichnungen prasselten auf die Band ein; SKID ROW befanden sich sowohl künstlerisch, als auch kommerziell auf dem absoluten Zenit ihres Schaffens.

Als sie 1995 ihren dritten Longplayer „Subhuman Race“ veröffentlichten, befand sich die Rock – und Metalszene gerade auf dem Höhepunkt der damaligen allseits gehypten Grungewelle. Radiostationen, MTV und Plattenfirmen setzten komplett auf alternative Sounds und abermals beliebte und erfolgreiche Rockbands der Achtziger Jahre galten plötzlich quasi über Nacht als musikalische Auslaufmodelle.

Es kam wie es kommen musste – aus Angst davor nicht mehr relevant zu sein, integrierte die – inzwischen bereits zerstrittene – Combo fortan Elemente des Alternative Rock in ihrem Gesamtsound; inklusive heruntergestimmte Gitarren und depressiven, erzbeschissenen Rumgejaule, Trendreiterei Deluxe. Erfolgreich? Nope. Das Ding floppte weltweit grandios und nur ein Jahr später strich Frontmann Bach wegen unüberbrückbarer Differenzen entgültig die Segel und verließ die Band.

Vier Jahre später meldeten sich SKID ROW zurück, inklusive neuem Sänger. Zusammen mit Johnny Solinger spielten sie die Alben „Thickskin“ (2003) und „Revolutions Per Minute“ (2006) ein, die allerdings auf noch weniger Gegenliebe bei den alten Fans stießen sollten, als die letzte Langrille in Originalbesetzung. Vom Mittneunziger Alternative Sound blieb zwar auf den beiden Werken nicht mehr viel übrig, stattdessen aber setzte die Band vermehrt auf einen punkigeren Sound, der nicht selten in die für diese Zeit archetypischen Pop Punk – Muster verfiel.

Seit dem letzten Album sind inzwischen sieben lange Jahre ins Land gezogen und es gibt nicht wenige, die mit einem baldigen Ableben der einstigen Rockgiganten aus New Jersey gerechnet hätten. Umso überraschender, dass es jetzt mit „United World Rebellion – Chapter One“ ein neues musikalisches Lebenszeichen von SKID ROW gibt. Der 5-Tracker ist der Auftakt einer Reihe von EP’s , die in den nächsten 1 bis 1 ½ Jahren in ihrer Heimat unter ihrem neuen Label Megaforce veröffentlicht werden sollen.

Im Vorfeld wurde bereits darüber berichtet das der „neue“ Sound der Jungs wieder wesentlich Richtung „back to the Roots“ gehen soll und diese Behauptung ist jetzt auch mal gar nicht so verkehrt. Zum Auftakt hätten wir da beispielsweise „King Of The Demolition“, einen lupenreinen Rocker der in der Form vielleicht auch auf „Slave To The Grind“ seinen Platz gefunden hätte – oder zumindestens als recht gute B-Seite durch gegangen wäre – hat ein bisschen was von einer „Riot Act“ – Light Version. Auch der Gesang von Johnny Solinger orientiert sich überraschend stark an seinen Vorgänger Sebastian Bach, die Punkattitüde in der Stimme hat er hier komplett abgelegt.

Die nächste Nummer„Let’s Go“ reiht sich nahtlos in das „Zurück zu den Wurzeln“ – Konzept ein. Erneut wird hier schnell, agressiv und schnörkellos drauflos gerockt. Eines muss ich Ihnen lassen – das klingt tatsächlich mehr nach SKID ROW als alles was nach 1992 kam.

Zusätzlich gibt es mit „This Is Killing Me“ noch eine recht nette Ballade, die aber auf Dauer auch einen sehr belanglosen Eindruck hinterlässt. Kein Vergleich zu Überhits der Marke „Wasted Time“ oder „18 And Life“.

Zum Abschluss dann noch zwei weitere schnelle Tracks, aber weder „Get Up“ noch „Stitches“ hauen mich jetzt wirklich aus den Socken. Zumal mir die runtergestimmten Gitarren im erstgenannten Song dezent auf dem Sack gehen und mir die Arrangements sowie die Art des Gesangs ein bisschen zu gewollt „modern“ klingen.

Man darf gespannt sein, wie sich die nächsten EP’s der Band entwickeln werden. Vielleicht geschehen ja doch noch Zeichen und Wunder und sie nehmen nochmal einen Longplayer auf, der zumindestens das Prädikat „Gut“ verdient hat.

In Deutschland wird die EP am 24. Mai über UDR Music erscheinen und etliche Coverversionen als Bonustracks enthalten.

WERTUNG:

Trackliste:

1. Kings Of Demolition
2. Let’s Go
3. This Is Killing Me
4. Get Up
5. Stitches

Marco

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