SILENT OPERA – Reflections

Band: Silent Opera
Album: Reflections
Spielzeit: 54:03 min
Genre: Progressive / Melodic Metal
Plattenfirma: Masscare Records
Veröffentlichung: 21.02.2014
Homepage: www.facebook.com/silentopera

Ich bin kein großer Fan von symphonisch angelegtem Frauengesang im Metal. Das klebrige Gesäusel der üblichen Hupfdohlen verursacht bei mir in der Regel akute Kopfschmerzen, bzw. Zahnweh. Ab und zu funktioniert der Ansatz aber doch ganz ordentlich, wie auf der nun vorliegenden, 2ten Scheibe der Franzosen SILENT OPERA, die es sich natürlich nicht haben nehmen lassen die Operettenhaften Vocals von Sängerin Laure Laborde mit dem Aggro-Gekeife von einem Männlichen Gegenpart (Sänger Steven Schriver) zu kontrastieren. Ebenfalls Genrekonform sind die ausladenden Keyboard-Teppiche, sowie der Kino-Breitwand-Sound. Soweit, so gewöhnlich. Auf „Reflections” wird das Ganze dann aber nicht ausschließlich mit dem Standard-08/15 Bombast-Riffing versehen, sondern auch mit Prog-lastigen Rhythmen und Arrangements. Wem also der durchaus anstrengende Gesang nichts sagt, der kann sich zumindest an den abwechslungsreichen Songs im Hintergrund erfreuen.

Die Prog-Elemente beschränken sich auf „Reflections“ zum größten Teil auf die frickelige Rhythmusarbeit und verzichtet auf ausufernde Soloeskapaden. Was eine gute Idee ist, denn so wird das Klangbild, dem die beiden Stimmen schon mehr als genug Fülle verleihen, nicht noch zusätzlich aufgebläht.  Im Mittelpunkt stehen dabei tatsächlich die von Sängerin Laborde intonierten Melodien, die mit Inbrunst rausgehauen werden und trotz der extremen Stimmlage recht selten über Gebühr nerven. Die Dame hat auf jeden Fall gute Kontrolle über Ihre Stimme und kann den Hooks Tiefe verleihen. Die gehen in Tracks wie „The Great Chessboard“ oder dem getragenen, nur vom Piano begleiteten, „Chronicles Of An Infinite Sadness“ sogar sehr gut ins Ohr. Dem gegenüber stehen Tracks, in denen es einfach Zuviel des Guten ist: das 11-minütige „Sailor, Siren And Bitterness“ zerrt mit seinen wirren Songstrukturen, den Blast-Beats und dem Black-Metal artigen Geknurre schon an den Nerven. Auch ist die Produktion zwar top-modern, aber auch gnadenlos knallig und technisch-kühl (die Drums klackern schon ganz ordentlich).

Sind wir realistisch – das Material und die Darbietung sind anstrengend und nur für Genre-Fans wirklich zu empfehlen. Wer aber auf einen eigenwilligen Mix aus Death-Metal, Gothic-Einflüssen und Symphonischen Klang-Welten etwas anfangen kann, der sollte mal ein Ohr riskieren. Nicht schlecht gemacht, aber definitiv kein Klassiker.

WERTUNG:


Trackliste:

01. Beyond The Gate Of A Deep Slumber
02. Nightmare Circus
03. Dorian
04. The Great Chessboard
05. Fight Or Drift
06. Dawn Of The Fool
07. Chronicles Of An Infinite Sadness
08. Inner Museum
09. Sailor, Siren And Bitterness

Mario

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