SCREAMER – Phoenix

Band: Screamer
Album: Phoenix
Spielzeit: 45:44 min
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 08.02.2013
Homepage: www.wearescreamer.com

Die schwedischen Durchstarter SCREAMER gibt es seit gerade mal 4 Jahren und einem Album („“Adrenaline Distractions“, ebenfalls bei High-Roller Records erschienen), doch konnten sie in der Szene bereits ordentlich Eindruck schinden und auf gemeinsamer Tour mit Bullet und den Spanischen Retro-Rockern `77 eine Menge Erfahrungen sammeln. Diese neu gewonnene Routine macht sich dann auch gleich auf Ihrem neuesten Werk „Phoenix“ positiv bemerkbar. Wieder gibt es klassisch angelegten Metal irgendwo zwischen Iron Maiden, Judas Priest und Accept, angereichert mit einigen Zutaten aus dem Hardrock der 80er („No Sleep Till Hamilton“) und Classic Rock im Stile von alten Deep Purple („Lady Of The River“).

Ich gebe zu, dass das Album lange Zeit nicht bei mir zünden wollte und es eine Menge Durchläufe gebraucht hat, bis es klick gemacht hat. Seitdem gehen mir die mit großartigen Refrains ausgestatteten Hits wie z.B. „Demon Rider“, „Phoenix“ oder „No Regrets“ aber nicht mehr aus dem Kopf. Sänger und Bassist Christoffer Svensson tut sich hierbei besonders hervor, denn er schmettert die Songs mit solcher Inbrunst und Überzeugung, dass man eigentlich gar nicht anders kann als die Birne im Takt zu schütteln und mitzusingen. Einzig die Gitarrenarbeit hat noch Luft nach oben und verzettelt sich manchmal in 08/15 Soli. Berücksichtigt man die Tatsache, dass die Jungs noch relative Grünschnäbel sind, ist das allerdings meckern auf hohem Niveau, denn schlecht ist das in keinem Fall, eher etwas uninspiriert. Interessant macht das Album aber in erster Linie, neben der wirklich tollen Gesangsleistung, die Vielfalt und der Abwechslungsreichtum der Platte. SCREAMER haben sich wirklich alle Mühe gegeben Songs zu schreiben die nicht austauschbar klingen, sondern jeweils eine eigene Note und Stimmung rüberbringen. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, gerade bei einer noch recht jungen Band. Ganz nebenbei finde ich es persönlich dann auch noch sehr erfrischend, dass die Band nicht, wie viele Ihrer schwedischen Kollegen, (a) auf den gerade ach so originellen Okkult-Zug aufspringen oder (b) krampfhaft versuchen innerhalb der Szene-Regeln „true“ zu sein, sondern sich schlicht und einfach Gute-Laune Rock ohne Klischees und Peinlichkeiten auf die Fahne geschrieben haben und auch nicht so offensichtlichen Einflüssen Raum geben.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten haben es SCREAMER dann doch noch geschafft mich zu überzeugen und ich kann das neue Album wirklich jedem, der auf ehrliche und ungekünstelte Rockmusik steht, ans Herz legen. Nicht nur das geile Cover, sondern auch die angenehm erdig produzierte Musik kommen auf Vinyl bestimmt noch um einiges besser zur Geltung. Für Fans von undergroundigem, NWOBHM beeinflussten harten Rock genau das Richtige.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Demon Rider
02. No Regrets
03. Slavegrinder
04. Far Away From Home
05. No Sleep Till Hamilton
06. Phoenix
07. Mr. Noman
08. Red Moon Rising
09. Lady Of The River

Mario

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