SAXON – Sacrafice

Band: Saxon
Album: Sacrifice
Spielzeit: 62 min   
Plattenfirma: EMI
Veröffentlichung: 22.02.2013
Homepage: www.saxon747.com

Mit „Sacrifice“ legen SAXON ein Doppelalbum vor, welches mit 15 Tracks aufwartet. Das sind mehr als eine Stunde klassischer Metal, die iTunes-Version bietet sogar noch einen weiteren Bonustrack.Zuerst – ich habe die Jungs Ende Dezember am Metal Christmas in Bern gesehen. Dort hatten sie den Auftrag, nach MOTÖRHEAD den Abschluss zu machen. Gedacht waren sie wohl nicht als Headliner. Sie waren es aber eindeutig, Lemmy und seine Kumpels haben einen eher traurigen Auftritt hingelegt und wurden von der Crew um Bill Byford regelrecht in Grund und Boden gespielt. Dass sie mehr Show als MOTÖRHEAD boten ist ja eh klar.

Was bietet das neue Album? Einerseits einige Neuauflagen alter Songs auf der zweiten Scheibe. „Crusader“ in einer fetzigen Version, „Just Let Me Rock“ als fett gestylte Bluesnummer wie ZZTOP in ihren besten Jahren. Das „Requiem“ startet als gute alte Ballade durch und mit „Frozen Rainbow“ – in nicht elektrifzierter Version – knallen sie ein absolutes Highlight auf die Platte. Und „Forever Free“ hat die Power des Originals, ist aber wesentlich subtiler und differenzierter eingespielt.

Diese Vorgaben erfüllen alle neuen Tracks. Byford hat seine Jungs aufgefordert:
“Weniger Tricks, mehr Power!” röhrt Frontmann und Bandgründer Biff Byford, “Meine Anweisung an die Band war: seid roh, seid echt und habt keine Angst, euch von unseren alten Klassikern inspirieren zu lassen.”

Und das haben sich die „alten Kameraden“ nicht zweimal sagen lassen. Nach einem Intro, dass auch als Einstieg in einen Wikingerfilm dienen könnte, legen sie richtig los.

Die Titelnummer „Sacrifice“ geht ab wie Zäpfchen. Da kommt eine powermässige Bass- und Drumline, die beiden Gitarren schenken sich nichts, spielen aber sauber miteinander, ergänzen sich. Und Byford röhrt wie zu alten Zeiten. Zugegeben, ich war schon SAXON-Fan, als sie ihre ersten Scheiben „Saxon“, „Wheels Of Steel“, „Denim And Leather“ oder „Crusader“ auf den Markt warfen. „Sacrifice“ ist ja nicht weniger als das zwanzigste! Album der Band.

„Warriors Of The Road“ hämmert die Gehörgänge mit einem Tempo durch, wie wir es von MOTÖRHEAD kennen. Rock’n’Roll, einfach einen Schluck besser – sorry Lemmy! Etwas langsamer erklimmt „Guardian Of The Tomb“ meine Harddisk, auch das aber eine solide, fetzige Nummer mit einem enormen Live-Potenzial.

Bei „Stand Up And Fight“ demonstrieren Paul Quinn und Doug Scarratt, dass sie ihre Stromruder besser denn je beherrschen. Das ist kein ödes Riffgebretter sondern exklusive Gitarrenzusammenarbeit. Abgesehen davon, dass die Hookline durchaus Hit-Potenzial hat zeigen die Angelsachsen auch, dass sie kein bisschen älter geworden sind. Die sind einfach schon viel länger jung als Andere!

Bill Byford demonstriert, dass man auch nach 37 Jahren – ihre Zeit als SON OF A BITCH eingerechnet – eine geile Stimme haben kann. Das hat er auch live bewiesen – klar und frisch, jeder Ton sitzt, auch die hohen Lagen sitzen noch.

Ein richtiges Metal-Hartholz-Brett ist „Night Of The Wolf“, auch wenn sich schnelle mit langsameren Passagen abwechseln, Rhythmusgitarre und Leadklampfe sich den Ball gegenseitig zuspielen. Bass- und Drumarbeit sind zwar eher zurückhaltend, dafür enorm präzise und bilden ein solides Fundament.

„Wheels Of Terror“ lehnt sich nicht nur vom Namen her an frühere Nummern an, der Track klingt auch sonst, wie klassischer SAXON-Metal klingen kann und darf. Da wünsche ich mir schon fast, dass die ersten Alben auf dem heutigen technischen Niveau remastered würden. Den Sampler würde ich mir vom Fleck weg angeln. Wenn es das Ganze dann noch in Vinyl gäbe…

„Standing In A Queue“ beschreibt die ureigene Qualität der Briten, sich sehr folgsam in einer Reihe anzustellen. Ob das aber so rockt, wage ich zu bezweifeln. Die Nummer bietet noch einmal „texas-bluesige“ Elemente – eben wie ZZTOP zu ihren besten Zeiten.

Was ich noch nicht herausgefunden habe; soll „Made In Belfast“ mitteilen, wo das Album oder der Song entstanden sind oder ob es einfach ein Hymne an die irische Stadt ist. Kann man ja mal recherchieren. Das ist übrigens die unspektakulärste Nummer, auch wenn der Refrain sich zum Merken eignet.

Insgesamt legen SAXON hier ein Album vor, das all jene erfreuen wird, welche eine Kult-Metalband hören wollen, die auch nach fast vierzig Jahren auf der Bühne noch wirklich frisch ist.

WERTUNG: 

Tracklist:

01. Procession
02. Sacrifice
03. Made In Belfast
04. Warriors Of The Road
05. Guardians Of The Tomb
06. Stand Up And Fight
07. Walking The Steel
08. Night Of The Wolf
09. Wheels Of Terror
10. Standing In A Queue

Bonus Track:

* Luck Of The Draw (on iTunes only)

01. Crusader (orchestrated version)
02. Just Let Me Rock (re-recorded version)
03. Requiem (acoustic version)
04. Frozen Rainbow (acoustic version)
05. Forever Free (re-recorded version)

Line Up:

Gesang
Peter „Biff“ Byford
Bass
Tim „Nibbs“ Carter (seit 1988)
Gitarre
Doug Scarratt (seit 1995)
Gitarre
Paul Quinn
Schlagzeug
Nigel Glockler (1981–1987, 1988–1998, seit 2005)

Danny

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