SANTA CRUZ – Screaming For Adrenaline

Band: Santa Cruz
Album: Screaming For Adrenaline
Spielzeit: 44:48 min.
Plattenfirma: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 26.04..2013
Homepage: www.santacruz.fi

Es ist wieder modern, unmodern zu sein. Und das treiben Bands wie SANTA CRUZ auf die Spitze. Allerdings muss man gestehen, dass sie dabei so authentisch rüberkommen, wie es selten der Fall ist. Und so sind die Finnen nicht nur eine weitere Retro-Band, die die glorreichen 80er aufleben lässt sondern auch das ganze Brimborium um die Musik wird penibel auf 1987 getrimmt. Angefangen vom Look des Vierers über die Homepage (sowas gab es natürlich damals noch nicht) bis hin zum Hochglanzsound ihres Debüts „Screaming For Adrenaline“. Wobei schon darauf geachtet wird, dass der Dreck unterwegs nicht verloren geht. Archie (vocals, guitar), Johnny (guitar), Middy (bass) und Taz (drums) sind also nicht vier weitere Kids, die einfach mal drauflos rocken, alles hat Hand und Fuß. Was die Homepage aber komplett verschweigt ist, dass es sich hier nicht um komplett neue Songs handelt, denn 2009 bzw. 2011 haben SANTA CRUZ schon 2 EP´s in Eigenregie herausgebracht. 5 dieser Songs wurden neu eingspielt und bilden das solide und schon erprobte Gerüst dieses Longplayers.

Eines steht schon mal fest: „Screaming For Adrenaline“ ist ein Grower. Die ersten ein bis zwei Durchläufe konnten mir ein anerkennendes Nicken entlocken, aber bei mehrmaligem Hören fesseln die 11 Songs wie es in der letzten Zeit selten der Fall war. Irgendwie erinnert mich das hier an den Erstling der Kollegen von CRASHDIET, die damals ähnlich furchtlos und trotzdem professionell zu Werke gingen und mit „Rest In Sleaze“ einen Genreklassiker der neuen Generation aufs Parkett gezaubert haben. Aber SANTA CRUZ klingen noch amerikanischer und sind alles andere als ein Abklatsch der Schweden.

Obwohl Archie´s Gesang schon ab und zu an einen gewissen Dave Lepard (Gott hab ihn seelig) erinnert, in hohen Passagen auch an Herrn Rose (die neuen Versionen umschiffen diese hohen Lagen aber weitestgehend). Schon die einleitende Basslinie des eröffnenden Titeltracks lässt Großes erhoffen. Danach wird ohne Rücksicht auf Verluste geholzt, zumindest für die Verhältnisse einer Hardrockband. Der Refrain ist der erste Beweis, wie sehr sich die Musik dieses Silberlings mit der Zeit steigert. Ein bisschen mehr auf Nummer sicher gehen die Jungs mit „Anthem For The Young´N´Restless“ – obwohl, der Song ist einfach nur catchy ohne in die Belanglosigkeit abzudriften. „Relentless Renegades“ ist die erste Single, zu der es auch ein Video gibt (HIER). Macht Euch selbst ein Bild, dann werdet Ihr sehen (und hören), dass man mit SANTA CRUZ zu rechnen hat.

Das gefällige „Sweet Sensation“ ist ein Midtemposong erster Güte während „Nothing Compares To You“ so eine Art Halbballade ist. Schön langsam fehlen mir echt die Worte, aber dennoch sollte erwähnt werden, dass „Let´s Get The Party Started“ ein unbedingtes Muss für Eure nächste Fete ist – sagt ja auch der Name schon. „Alive“ ist dann auch der einzige Song, der qualitativ nicht zu 100% ins Gesamtbild passt. Das bügelt aber „Lovin´ You (Is Just For Playing)“ prompt wieder aus. Das pumpende „Aiming High“ und die Gute-Laune-Nummer „Let Me (Lay My Love On You)“ beschließen ein außergewöhnliches Album.

Zur richtigen Zeit wären diese Jungs „The next big thing“ geworden. Heute erreichen sie mit ihrem Debüt „Screaming For Adrenaline“ zwar weitaus weniger Leute, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass SANTA CRUZ den Großteil ihrer Kollegen ganz locker in die Tasche stecken. Für den Satz „Das ist das Album des Jahres“ ist es noch etwas zu früh (2013 scheint wieder mal ein guter Jahrgang zu werden), aber sicher wird diese Scheibe ganz oben in meinem Jahresrückblick zu finden sein – und für die Höchstnote ist ja nie zu früh, oder?

WERTUNG: 

Trackliste:

1.Screaming For Adrenaline
2.Anthem For The Young´N´Restless
3.Relentless Renegades
4.Sweet Sensation
5.Nothing Compares To You
6.High On You
7.Let´s Get The Party Started
8.Alive
9.Lovin´You (Is Just For Playing)
10.Aiming High
11.Let Me (Lay My Love On You)

Stefan

Bookmark the permalink.

Kommentar verfassen