ROYAL HUNT – 20th Anniversary

Band: Royal Hunt
Album: 20th Anniversary Special Edition
Spielzeit: 178:05 min
Plattenfirma: Frontier Records
Veröffentlichung: b. v.
Homepage: www.royalhunt.com

ROYAL HUNT – es gibt sie seit 20 Jahren und sie haben sich selbst und ihren Fans ein Geschenk gemacht, indem sie ein Geburtstagsalbum, ein Best Of-Album, herausgebracht haben. Die Band stammt aus Dänemark – jedenfalls ursprünglich. Inzwischen ist es das einzige verbliebene Gründungsmitglied, André Andersen, ein dänischer Russe oder ein russischer Däne. Alle anderen stammen aus aller Herren Länder. Nach zahllosen Alben und – wie man bereits herausliest – einigen personellen Wechseln, bestehen ROYAL HUNT aus André Andersen (Keyboard), DC Cooper (Gesang), Allan Sørensen (Schlagzeug), Andreas Passmark (Bass) und Jonas Larsen (Gitarre).
Um das Cover zu beschreiben, bräuchte ich mehr Zeilen… Es ist ein mehrschichtiges Antlitz aus Gold und Gelb, darauf sind königliche Tiergestalten an Instrumenten zu sehen.

Als erstes Stück der Klassiker von ROYAL HUNT „Cold City Light“, ein Stück, dass den Hörer auf das Kommende einstimmt. Starkes Gitarrenstück. Es folgt „Follow Me“, sehr ruhiger Keyboard-Beginn, sanft singende Stimme. Eine schöne stimmige Ballade. Sicher ist die Angesprochene DC Cooper gefolgt nach dem Stück. „Surrender“, eine Live-Version, die rockt. Interessantes Keyboard-Zwischenspiel. Dann folgt die Gitarre, die einmalig klingt. Schade, dass der Publikums-Lärm so abrupt abgeschnitten ist, anstatt langsam auszuklingen, zumal sich „The Mission“ und „Can’t Let Go“ als Live-Versionen anschließen. Eine Normal-Version von „Paper Blood“ ist auf der Scheibe zu finden. Hört sich richtig stark an, haut rein. Mit „Season’s Change“ erklingt hier eine weitere große Ballade der Band. „Tears Of The Sun“ ist auch wieder so ein Melodic-Stück, dass ein recht großes ist. Hat alles, was dazu gehört. Den entsprechenden Gesang und instrumentalen Sound. Bis bei „The Well“ der Gesang einsetzt, geht man schon fast von einem Instrumental-Song aus. Der Beginn zieht sich hin. Irgendwie finde ich den gesamten Song etwas langatmig und langweilig. Ein Matsch aus hektischen Instrumenten und hektischem Gesinge. „Shadowman“ dagegen hat so einen Mitgeh-Sound, der sich einprägt. Starkes Gitarren- und Drumsolo. CD Nr. 1 klingt aus mit dem teilweise choralen „Half Past Lonliness“.

Die zweite CD startet mit „Flight“. Ein Gute-Laune-Song. Rauf und runter die Tonleiter, viel Keyboard. Ein eingängiges Stück ist wieder auch „Stranded“. Rockt und prägt sich ein. „Clown In The Mirror“, wieder so ein trauriges Stück. Eine Ballade, die immer wieder sagt, dass die Show weitergehen muss, was auch kommt… Tolle chorale Parts zwischendurch und Schlagzeug klingt gut hörbar durch. „Epilogue“ ist für meine Begriffe auch eher so ein verzichtbares Mitläufer-Teil, aber das ist Geschmackssache. Ein wenig öde, auch, wenn man sich alle Mühe gegeben hat, den Song gut zu machen. Keine Frage. „Time“ ist der Nachfolger dieses Stücks und auch den höre ich dann eher nebenbei. Ganz nett, aber ein wenig viel „Brei“ auf einmal. Klar, die Gitarre spielt auch ganz nett, aber bei soviel auf einmal schalte ich dann schon mal eher ab. Ein ruhiges Stück auch „Far Away“. Und das folgende „1348“ ist auch ein Lied der langsameren Sorte. Ein schönes Stück, bei dem die Instrumente ackern. „River Of Pain“ ist ein unterhaltsames Liedchen, klingt ganz gut. Kann man sich auch gut merken. Viel instrumental zwischendrin, Gitarre, Keyboard, Drums… Bei „Tearin’ Down The World“ schöne Instrumentalparts und eingängiger Chorus. Und beschlossen wird die zweite CD mit „Message To God“. Vom Rhythmus her gelungen. Diese ganzen Gottes-Dinge sind nicht so meins…

Die dritte CD – Mann, was waren die Jungs fleißig! – beginnt mit „Save Me“, einem neuen Stück. Ganz nett, recht eingängiger Chorus, melodischer Sound, chorale Zwischengesänge. Als Kontrast dazu das Gitarren-Geschredder. Cool! „One By One“ als neue – akkustische – Version, klingt auch recht rhythmisch und gibt einem ein gutes Feeling. Eine Gitarreneinlage, die fast hawaiianischen Rhythmus hat. Auch „Bodyguard“ und „Restless“ folgen als Akkustik-Versionen auf der Scheibe. Für solche Dinge habe ich ja ein Herz. Ist für mich immer so wie Lagerfeuer am Strand mit kreisenden Rotweinflaschen und guten Freunden. Ein prägnantes Stück ist auch „Bad Luck“. Bei „Double Conversion“ wähne ich mich in einer Kirche mit dem Keyboard-/Orgelbeginn. Ehrlich gesagt, es wird auch später nicht viel interessanter… Bei „U-Turn“ ist dann endgültig der Punkt erreicht, an dem ich gedanklich abschweife. Ganz netter Song – aber in dem Stil fast 8 Minuten… Das ist dann doch zuviel für mich. Meiner Meinung nach sind die beiden aufeinander folgenden Stücke eine unglückliche Zusammenstellung. Und mit „Sixth Sense“ ein weiteres Instrumental-Stück, was zwischendurch ganz nett wäre – aber als Serie mit den beiden nicht ganz so interessanten Vorgängern nicht clever… Der allerletzte Song des Dreifach-Albums ist „Day Is Dawning“ und dies ist eine schöne Ballade, mit viel Piano.

Fleißig waren ROYAL HUNT ja. Allerdings muss ich dazu sagen, dass manchmal Qualität besser ist als Quantität, denn – wie Ihr aus meiner Review vielleicht schon sehen könnt – durch manche Stücke musste ich mich ein wenig hindurchquälen. Es gibt also viele gute Songs, aber auch die schwächeren.

Anspieltipps: “Follow Me”, “Surrender”, “River Of Pain”, “Save Me”, “One By One”

Fazit : Durchwachsen. Für die Fans sicher ein Muss, eine Sahnestück. Aber für den Rest der Hörer er ein durchwachsenes Album. Kein schlechtes, das meine ich nicht. Aber eben auch kein super-duper-Top-Album.

WERTUNG:

Trackliste:

CD 1:
01. Cold City Lights – 5:24
02. Follow Me – 6:22
03. Surrender (live version) – 5:30
04. The Mission (live version) – 5:50
05. Can’t Let Go (live version) – 5:02
06. Paper Blood – 5:08
07. Season’s Change – 4:55
08. The First Rock – 4:47
09. Tears Of The Sun – 6:00
10 The Well – 4:52
11. Shadowman – 5:34
12. Hard Rain’s Coming – 5:14
13. Half Past Loneliness – 5:38

CD 2:
01. Flight – 4:00
02. Kingdom Dark – 4:29
03. Stranded – 4:41
04. Clown In The Mirror – 4:38
05. Wasted Time – 4:37
06. Epilogue – 6:02
07. Time – 4:56
08. Far Away – 4:59
09. 1348 – 4:33
10. River Of Pain – 7:15
11. Tearin Down The World – 5:32
12. Message To God – 6:42

CD 3:
01. Save Me (new song) – 3:45
02. One By One (new recording, acoustic version) – 4:50
03. Bodyguard (new recording, acoustic version) – 4:10
04. Restless (new recording, acoustic version) – 3:25
05. Bad Luck (from „The Maxi EP“) – 3:15
06. Double Conversion (from „Far Away EP“) – 4:18
07. U-Turn (from „Intervention EP“) – 7:25
08. Sixth Sense (European bonus track for „X“)- 4:24
09. Day Is Dawning (Japanese bonus track for „Eyewitness“)- 3:45

Sandra

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