MYON – Vitalworks

Band: Myon
Album: Vitalworks
Spielzeit: 57:20 min
Stilrichtung: Progressive Melodic Rock
Plattenfirma: Soundmix
Veröffentlichung: 15.06.2015
Homepage: www.recordshopx.com/artist/myon/vitalworks/

Dass in Promotexten schon mal gerne die rosarote Brille angezogen wird ist bekannt und auch nur verständlich. Wenn dabei aber solch hanebüchenen Statements rauskommen wie sie bzgl. der neuen MYON Scheibe abgegeben werden, dann wird’s interessant. Mir ist das bisherige Schaffen der Band leider nicht bekannt („Vitalworks“ ist immerhin Album No. 5), aber angeblich sind die Finnen 1998 mit ihrem Debüt „Heaven’s Gate“ bei einem mit leichten Prog Einflüssen ausgestatteten Melodic Rock gestartet und haben seitdem einen einzigartigen Mix verschiedenster Einflüsse zu einem völlig eigenen Stil vermengt. Ich höre auf „Vitalworks“ allerdings immer noch genau das: einen mit leichten Prog Einflüssen ausstaffierten Melodic Rock. Nicht mehr und nicht weniger.

Aber MYON sind noch in weiteren Dingen einzigartig: angeblich ist Ihre Fähigkeit sich selbst neu zu erfinden und verschiedene musikalische Einflüsse in ihrer Musik zu verarbeiten bisher im gesamten Rock Bereich etwas völlig Neues. Na, da frag ich mich was eine Band wie Opeth so die letzten 20 Jahre gemacht haben. Aber immerhin ist die Tatsache, dass MYON im Opener „Otra Vez“ den Refrain auf Spanisch singen ein Beweis dafür, dass die Band die Rock Musik (ja, nicht weniger als das) in eine gänzlich neue Richtung bewegt, oder? Au Backe. Im Endeffekt ist die Lektüre des Promozettels um einiges unterhaltsamer als das Album selber. Weitere Beispiele gefällig? Der zugegebenermaßen ganz ordentliche Rocker „Call Of The Senses“ schlägt zu wie „der Hammer aus der Power Metal Hölle“ (nein, nicht wirklich) und dass das abschließende „Silent Goodbye“ Erinnerungen an Pink Floyd’s „Dark Side Of The Moon“ wecken soll halte ich ebenfalls für ein Gerücht. In „Vitalworks“ stecken laut Promo Text 7 Jahre harte Arbeit und das klangliche Ergebnis ist, ich zitiere wieder, „ein exzellenets Beispiel der beinahe verloren gegangenen Kunst des Aufnehmens und Mixens“ welches den Zuhörer zu nie gekannten klanglichen Reisen mitnimmt. Angesichts des stellenweise arg billigen Sounds in bester 80er Plastik Tradition des von Keyboarder Mika Pohjola produzierten Albums ein Witz.

Auf der Habenseite sind die ein oder andere ganz gute Idee und das generelle Feeling der Scheibe, welches zumindest von der Atmosphäre her Melodic Rock Fans mit Hang zu klassischem Stoff gefallen könnte. Da funktioniert ein Song wie der stark an Rush zu „Presto“ Zeiten erinnernde „Twist In The Orbit“ oder das bereits erwähnte rockige „Call Of The Senses“ ganz ok. Das Alles wird aber wieder durch solche Gurken wie die  strunzbanale Ballade „In The Arms Of Eternity“ zunichte gemacht. Da hilft die Überlänge von insgesamt 14 Songs auch nicht unbedingt weiter. Trotz der ein oder anderen brauchbaren Idee ist das als digitaler Doiwnload erhältliche Album somit keine Empfehlung wert.

WERTUNG:

Trackliste:

01. Otra Vez
02. Twist In The Orbit
03. Mystery Of The Moment
04. Call Of The Senses
05. Blood Mountain
06. In The Arms Of Eternity
07. When It Could Begin
08. Chains Of Society
09. How Does It End
10. Answer To It All
11. Last Tear
12. No Pain No Gain
13. Finally Forgiven
14. Silent Goodbye

Mario

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