JOLLY – The Audio Guide To Happiness (Part II)

Band : Jolly
Album : The Audio Guide To Happiness (Part II)
Plattenfirma : INSIDE/OUT
Veröffentlichung : 01.03.2013
Homepage : www.jollyband.com

Vor ziemlich exakt 2 Jahren veröffentlichten die New Yorker JOLLY den ersten Teil Ihres Konzept-Werkes „The Audio Guide To Happiness (Part I)“ und konnten, berechtigterweise, eine Menge guter Kritiken einfahren (selbst die ehemalige Dream Theater Krake Mike Portnoy outete sich als Fan der Band und engagierte sie als Opener für ein Flying Colors Heimspiel in NYC). Als der Nachfolger im Oktober 2012 dann so gut wie eingetütet war, zerlegte Hurricane Katrina nicht nur das Haus von Drummer Louis, sondern auch noch gleich große Teile des dort im Probe- und Aufnahmeraum eingelagerten Band-Equipments. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Nach einigen Anlaufschwierigkeiten ist das dritte Album in der Bandgeschichte nun endlich da und nach dem ersten Durchlauf des passenderweise „The Audio Guide To Happiness (Part II)“ betitelten Albums, war ich erst mal völlig geplättet von der schieren Menge an Informationen, Stimmungen und Sounds.

Die Scheibe setzt nahtlos dort an, wo „The Audio Guide To Happiness (Part I)” aufgehört hatte: die musikalische Anleitung zum Glücklichsein geht in die 3. und 4. Runde, welche jeweils von einem mit relaxten Chill-Sounds unterlegten Spoken Track eingeleitet wird. Wie auch schon beim Vorgänger, bzw. ersten Teil, hat sich die Band mit einem Uni-Professor und seinem Team zusammengetan um die perfekte Symbiose aus Kompositionen, Interpretation und der Verwendung von Binauralen Tönen (welche beim Hörer Glücksgefühle hervorrufen sollen) umzusetzen. Da letzteres auch vom Label als „Höhepunkt der Anmaßung“ beschrieben wird, lassen wir diesen Aspekt des Albums vorerst mal beiseite und widmen uns der Musik. Und die hat es in sich! Bereits der erste Track „Firewell“ knallt dem Hörer derart vehement unbändige Energie und stahlharte Riffs um die Ohren, dass einem die Puste wegbleibt. JOLLY haben es über die Jahre geschafft einen eigenen Klangkosmos zu schaffen, in dem ganz selbstverständlich Fear Factory artiges Stakkato-Riffing (wie z.B. in dem fantastischen „Dust Nation Bleak“) neben poppigen Arrangements der Marke Seal bestehen kann („Aqualand And The 7 Suns“). Die Musik ist Prog, Modern Metal, Pop und Ambient in einem und in jeder Disziplin brilliert die Band um den charismatischen Sänger und Gitarristen Anadale. Auch diesmal erschließen sich die Hits nicht auf die Schnelle, sondern wollen erarbeitet werden. Hat man sich aber erst mal auf das Abenteuer eingelassen, so lassen die Hooklines einen nicht mehr los. Während die erste Hälfte noch von der Reibung zwischen heftigen Metal-Ausbrüchen und entspannten Ruhepausen lebt, geht’s es ab „Guidance Four“ dann mit Songs wie dem flockigen „Lucky“  oder dem Koloss „The Grand Utopia“ um einiges ruhiger zu.  Und immer wieder bleibt die Kinnlade aufgrund der unfassbaren Musikalität aller Beteiligten auf dem Boden kleben.

Funktioniert das Binaurale Prinzip, bzw. macht mich die Platte tatsächlich glücklich? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung und es ist mir auch egal ob der Hokuspokus mich unterbewusst beeinflusst oder nicht. Ich vermute mal nein. Aber das Album reizt mich wieder und wieder etwas Neues in den ungeahnten Tiefen der Produktion zu entdecken. Die musikalischen Achterbahnfahrten kommen unter dem Kopfhörer natürlich am besten zur Geltung. Natürlich ist das Geschwurbel um den betriebenen Aufwand ein nettes Marketing Gimmick aber ich hoffe dieser überflüssige Hype wird der Band nicht zum Verhängnis. Das Album ist nämlich allererste Sahne und verdient größere Aufmerksamkeit. Schon jetzt ein Prog-Highlight des noch jungen Jahres.

WERTUNG:  

Trackliste:

01. Guidance Three
02. Firewell
03. You Against The World
04. Aqualand And The 7 Suns
05. Dust Nation Bleak
06. Golden Divide
07. Guidance Four
08. Lucky
09. While We Slept In Burning Shades
10. Despite The Shell
11. As Heard On Tape
12. The Grand Utopia

Mario

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