HELL OR HIGHWATER – Begin Again

Band: Hell Or Highwater
Album: Begin Again
Spielzeit: 52:07 min
Plattenfirma: Pavement Entertainment
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Homepage: www.hellorhighwaterofficial.com

Orange County, ein Landstrich zwischen den meiner Meinung nach schönsten Städten der Welt: Los Angeles und San Diego. Dieser pittoreske Landesteil bringt regelmäßig gute Bands hervor. Eine davon ist HELL OR HIGHWATER. Der Gründer der Truppe, Brandon Saller (Gesang), hat sich bereits mit der Band Atreyu einen Namen gemacht. Die „restlichen“ Mitglieder sind Matt Pauling (Gitarre), Neal Tiemann (Gitarre), Joey Bradford (Bass) und Captain Carl (Schlagzeug). 2011 war die Grundsteinlegung der Band. Brandon Saller sagt, dass er im Leben eher eine schwierige Person wäre, hätte er keine Musik darin. In das Album seien eine Menge Herz und Seele gewandert.

Das Cover ist einfach und sieht nach Rock n’ Roll aus: Zwei „H’s“, geteilt durch einen Blitz, schwarzer Hintergrund und ein paar Stripes der US-Flagge zieren das Album. Alles sieht ein wenig verwaschen aus – bei Jeans würde man sagen „used look“.
   
Das Cover verspricht nicht zuviel, es wird mit Gitarre, Bass und Drums im Rock-Stil gestartet. („Gimme Love) Temperamentvoll steigt Saller ein. Der Song endet abrupt und man freut sich auf den nächsten. Übrigens ist „Gimme Love“ ein Stück darüber, wie hart es ist, eine Beziehung mit einem Musiker zu führen bzw. für einen Musiker und die Partnerin zu überzeugen, dass man es ehrlich meint. Der folgende – „Hail Mary“ – startet dann auch mit schönen Schlagzeugklängen. Der Bass klingt rhythmisch mit und Brandon Saller singt klar und im Takt, gut zu verstehen. Zum Ausklang ein interessanter Gitarrenton. Vom Text her erscheint mir das Stück sehr persönlich und nach einer erlebten Enttäuschung… Ein ruhiges und gleichzeitig nicht weniger rockiges Stück ist „Terrorized In the Night“. Hier kann man jedes einzelne Instrument fast „lehrbuchmäßig“ heraushören, der Gesang ist deutlich und am Schluss einige Bass-Riffs, wie ich es gern mag. Hier wird eine Nacht beschrieben, wie sie keiner erleben möchte – man hat den Eindruck, der arme Ruhe Suchende wird regelrecht von einem Lärm-Psycho gequält. Ein witziges Stück, wenn man nicht gerade selbst der- oder diejenige ist, welche/r nach Ruhe, Frieden und Schlaf sucht. Eine dieser „großes Kino“-Balladen ist mit „Tragedy“ geboren. Raumgreifend erklingt dieser Song und man ist zu Tränen gerührt. Zarter Gesang, sanfte Bass- und Gitarrenklänge, das Schlagzeug wird gestreichelt. Und zwischendurch wird dann der Schmerz und die Emotion herausgeschrieen und die Instrumente steigern sich – man möchte fast sagen „zu einem Inferno“, aber das wäre doch zuviel Clichée. Hier wird wohl einiges an schmerzlichen Verlusten verarbeitet. Schönes Gitarrenriff zum Schluss, das dann verklingt. Ruhig, aber durchaus rockend, sind „Find The Time To Breath, “Rocky Waters Edge” und “Go Alone” (Feat. M. Shadows). Wobei Letzteres mit einer Drum-Section beginnt, die an Glockengeläut erinnert. Ein interessantes Gitarren-Riff wurde bei „Crash & Burn“ eingespielt. Hier wütet Saller förmlich, sehr temperamentvoll; der Song scheint direkt aus dem Bauch zu kommen. Instrumental geht es bei „Come Alive“ unheimlich ab. Hier wird gedroschen und gedudelt. Ein wahrhaftiger kick-ass-Song. „Tragedy“, diese wunderbare Ballade, gibt es noch einmal als Remix. Einiges an Stilmix und Effekten ist darin enthalten. Ehrlich gesagt, mir gefällt die erste Version wesentlich besser… Der Grundsong ist natürlich noch enthalten, aber statt raumgreifender Instrumente hört man eher poppige Töne. Netter Ausklang mit „The Boxer“ und „Pretty Penny“. Diese beiden machen wirklich Lust, dass Album ein weiteres Mal einzulegen, obwohl ich jetzt nichts speziell bei den beiden hervorheben könnte – es sind eben schöne Songs. Die letzten drei Stücke sind übrigens Bonus-Songs.

Wer mit der Erwartungshaltung an diese Scheibe geht, eine Fortsetzung von Atreyu zu finden, wird enttäuscht werden. Wer aber offen und nur mit einer Erwartungshaltung, gute Musik zu hören, wird sicher nicht enttäuscht werden. Schön finde ich es immer, wenn ein Sänger nicht durch die Songs hindurchrast, sondern jeder Zuhörer, der des Englischen ein wenig mächtig ist, die Texte verstehen und während eines Gigs im Publikum stehen und singend mitfeiern kann.

Anspieltipps: „Gimme Love“, „Terrorized In The Night“, „Tragedy“

Fazit :  Ein Album, dass starke Musik enthält.

WERTUNG:

Trackliste:

1. Gimme Love 3:15
2. Hail Mary 4:02
3. Terrorized In The Night 3:30
4. Tragedy 4:32
5. Find The Time To Breathe 3:39
6. Rocky Waters Edge 4:16
7. Go Alone (Featuring M. Shadows) 3:35
8. When The Morning Comes 4:03
9. Crash And Burn 3:14
10. Come Alive 3:19
11. We All Wanna Go Home 3:56
12. Tragedy (Remix) 5:19
13. The Boxer 4:04
14. Pretty Penny 3:23

Sandra

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