GUNS N ROSES – Appetite For Destruction (Klassiker der Woche)

Band: Guns N‘ Roses
Album: Appetite For Destruction
Spielzeit: 53:51 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Geffen Records
Veröffentlichung: 21.07.1987
Homepage: www.gunsnroses.com

Es wird ja gerne von der ein oder anderen Band behauptet, dass sie, mit etwas mehr Glück oder ökonomischem Verstand, auch so groß hätte werden können wie GUNS N‘ ROSES. Was dabei aber oft übersehen wird, ist das GUNS N‘ ROSES nicht einfach die glücklichen Nutznießer inmitten Gleicher waren die nur zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort waren. Vielmehr kamen bei W. Axl Rose & Co. spielerisches Talent, 150%ige Entschlossenheit und perfektes Songwriting zusammen – der Erfolg war nur das logische Endergebnis und „Appetite For Destruction“ ist bis heute ein unumstössliches Manifest in Sachen Rock-Musik.

Von Mike Clink (u.a. UFO, Megadeth ) in ein fantastisch erdiges, umwerfend direktes Soundkleid verpackt schroteten sich die 5 Irren durch 12 Klassiker die allesamt heute noch genauso gut funktionieren wie damals. Keiner der unzähligen Möchtegern-Psychopaten die heutzutage in Extrem-Metal Kapellen wie die Bekloppten ins Mikro kreischen und grunzen hat nur annähernd den Wahnsinn in der Stimme wie Mr. Rose himself, der sich wie ein Getriebener durch „Welcome To The Jungle“ und „Out ta Get Me“ hetzt, in „Anything Goes“ seine später auch gerne mal vor Gericht beleuchteten sexuellen Vorlieben thematisiert, in „Rocket Queen“ gleich im Studio die Hand an die Frau legt oder in dem wunderbaren Kleinod „Think About You“ sein innerstes nach Aussen kehrt. GUNS N‘ ROSES erzählten dunkle Geschichten von der Straße, er- und gelebt in den verlorenen Vorstädtchen aus denen die Jungs in die verranzten Gassen der Riesenmetropole Los Angeles gezogen waren. Geschichten die eben auch deshalb so unter die Haut gehen, weil sie echt waren („My Michelle“, „Mr. Brownstone“) und beim Hörer kein Zweifel daran besteht, dass diese dreckigen Jungs keine am Reisbrett ersponnenen Lügengeschichten servierten, sondern ihr eigenes, durch und durch verrücktes Leben vor aller Welt ausbreiteten. Steven Adler war sicherlich nicht der technisch versierteste Drummer der Welt, aber die Songs haben nie wieder den unvergleichlichen Drive gehabt den er ihnen auf der Debüt Scheibe einprügelte und so schluderig Slash auch spielen mag, auf „Appetite For Destruction“ sind Soli zu hören die so originell und clever ausgearbeitet sind, dass die Konkurrenz nur wie ein Haufen Blindgänger dastand. 12 Songs – kein einziger Ausfall! Das kriegen selbst die ganz Großen nur selten hin. Dabei sind es noch nicht mal die Jahrhundertklassiker  „Paradise City“ und das unkaputtbare „Sweet Child O’Mine“ die die Scheibe bis heute so relevant machen, sondern die Tatsache, dass „Appetite For Destruction“ ein von vorne bis hinten makelloses Album ist. Was leider auch bedeutete, dass der Band nichts andres übrig blieb als sich in der Folge selbst niederzurichten und dem Größenwahn zu verfallen. Die „Use Your Illusion“ Doppeldecker hatten ihre starken Momente, aber da war die Band schon längst zu einer Karikatur Ihrer selbst verkommen, fernab der ungeschminkten Authentizität des Debüts und dem naiven Ignorieren von Erwartungshaltungen von Seiten der Fans, des Labels und wohl der einzelnen Musiker selber.

Es ist eine Schande, dass „Appetite For Destruction“ bis heute noch keinerlei Würdigung in Form einer Deluxe Ausgabe oder Ähnlichem zuteil geworden ist. Vielmehr gibt sich der verbliebene Nachlassverwalter Rose alle Mühe das große Erbe mit etlichem Getöse und lächerlichen Sidekicks unwürdig zu Grabe zu tragen. Das ändert aber nichts daran, dass „Appetite For Destruction”, damals wie heute, eines der besten Alben aller Zeiten ist und auch die Bestnote der Qualität dieser zeitlosen Scheibe in keinster Weise gerecht wird. Ein Klassiker der in keinem Musik Regal fehlen darf.

Trackliste:

01. Welcome to the Jungle
02. t’s So Easy
03.Nightrain
04.Out ta Get Me
05.Mr. Brownstone
06.Paradise City
07.My Michelle
08.Think About You
09.Sweet Child o‘ Mine
10. You’re Crazy
11. Anything Goes
12. Rocket Queen

Mario

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