GLOOMBALL – The Distance

Band: Gloomball
Album: The Distance
Spielzeit: 52:06 min.
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 26.04.2013
Homepage: www.gloomball.com

Es war einmal…so beginnen die meisten Märchen. Ja, es war einmal, im Sommer 1991, als ich mit meinem Kumpel Gonzo in den Sommerferien in meinem Zimmer saß und MTV guckte. Auf diesem Sender lief früher tatsächlich mal Musik, heute kaum noch vorstellbar. An diesem Nachmittag lief auf jenem Sender die Europapremiere eines Videos von einer Band die bis dato kaum ein Mensch kannte. Die Rede ist von Nirvana’s „Smells like Teen Spirit“. Wir saßen also da. Erwartungsfrei sahen wir uns das Video an. Als der Song vorbei war, saßen wir beide mit offenem Mund da und guckten uns nur an. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich zu meinem Kumpel sagte: „Die werden richtig groß“. Wie die Geschichte für Nirvana dann weiter ging brauch ich glaube ich nicht weiter zu erörtern.

Was das mit GLOOMBALL zu tun hat?
Im Prinzip erstmal gar nichts. Bis auf eine klitzekleine Kleinigkeit. Nach der erstmaligen Einfuhr von „The Distance“ habe ich die Aussage „Die werden mal richtig groß“ auch zu meinem Rock Garagen Kumpel Marco getätigt. Und es müsste mit dem Teufel dahergehen, wenn GLOOMBALL nicht auch demnächst wie eine Rakete durch die Decke gehen.

Doch wer ist GLOOMBALL? Nun, die Band kommt aus Mannheim, existiert seit 2010 und hat sich im groben dem Alternative Rock/Metal verschrieben. Gitarrist Björn Daigger (Ex-Majesty) beschreibt die Musik so: „Letztendlich reicht bei uns die Palette an Zutaten von Pop bis Death Metal. Außerdem gibt es klassische Orchesterparts ebenso wie ultratief gestimmte siebensaitige Gitarren. Stilistische Tabus existieren bei uns nicht.“

Das klingt wild, ist es aber in Wirklichkeit nicht.

Das Grundgerüst besteht, wie gesagt, aus Alternative Rock mit starkem Metalanteil. Es wird in der Tat allerdings eine Masse an Einflüssen verarbeitet. Hier ein paar Thrashriffs, dort ein wenig Pop und auch die angesprochenen Orchesterparts sind zugegen. Das ganze ist so homogen miteinander verwoben, dass es dem Nebenbeihörer aber kaum auffallen wird. Im Grunde genommen dürften speziell Fans von Bands wie ALTER BRIDGE, CREED, SHINEDOWN, SEVENDUST oder GODSMACK  voll auf ihre Kosten kommen.

Songs wie das Opener Duo „Overcome“ und „Burning Gasoline“ oder die radiokompatiblen „The Distance“ und „Bitter Place“ gehen unmittelbar ins Kleinhirn und fressen sich dort unweigerlich fest.

Auch die Produktion ist international vollkommen konkurrenzfähig und braucht sich nicht hinter irgendeiner amerikanischen Band zu verstecken.

Mit „No Easy Way out“ gibt es zudem noch eine Coverversion des (in meinen Augen) unantastbaren 80er AOR-Heiligtums von Robert Tepper auf die Ohren. Die Umsetzung ist relativ nah am original, GLOOMBALL drücken dem Song trotzdem ihren eigenen Stempel auf, anders als die katastrophale Version, die Bullet for my Valentine unlängst auf die Menschheit losgelassen haben.

„The Distance“ macht Spaß, rockt wie Hölle, ist fantastisch produziert und genau der richtige Soundtrack für den nahenden Sommer.

Fazit: Freunde von Alternative Rock Klängen wie sie ALTER BRIDGE, SHINEDOWN, SEVENDUST und GODSMACK produzieren, greifen hier aber mal allerschleunigst zu. Scheuklappenfreie Metaller müssen wenigstens mal reinhören. Als direkter Vergleich fällt mir höchstens das Soloalbum vom Alter Bridge/Creed Gitarristen Mark TREMONTI ein, der eine ähnliche stilistische Bandbreite auffährt.
Diese Band wird groß, hört auf meine Worte 😉

WERTUNG: 

Trackliste:

1. Overcome (4:02)
2. Burning Gasoline (4:45)
3. The Distance (5:04)
4. Blown Away And Gone (4:04)
5. More And More (4:50)
6. No Easy Way Out (4:25)
7. Bitter Place (4:42)
8. Long Time Gone (4:04)
9. We Do Belong (3:38)
10. Your Sorrow Inside Me (4:52)
11. Hands In Blood (4:04)
12. Living With My Tender Pain (3:36)

Frank

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