BLACK STAR RIDERS – All Hell Breaks Loose

Band: Black Star Riders
Album: All Hell Breaks Loose
Spielzeit: 45:57 min
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 24.05.2013
Homepage: www.blackstarriders.com

Achja, das ist so eine Sache mit der Vorfreude … Lange, sehr lange warten die devoten Thin Lizzy Fans (und davon gibt es weiterhin eine ganze Menge) nun schon auf ein Lebenszeichen der verbliebenen Bande um Original Gitarrist Scott Gorham, der sich mit dem ehemaligen Brother Cane Frontmann Damon Johnson einen soliden Robbo Ersatz und in Ricky Warwick (The Almighty) einen mehr als würdigen Phil Lynott Platzhalter zur Seite genommen hat. Erst vor wenigen Monaten angekündigt, liegt es nun bereits fertig eingetütet vor, das erste Lebenszeichen der BLACK STAR RIDERS, die von dem Bassisten Marco Mendoza und dem erst kurz vor den Aufnahmen zur Band gestoßenen Jilly DeGrasso an den Drums komplettiert werden. Als erste Meldungen die Runde machten, dass das aktuelle Thin Lizzy Line-Up an neuen Songs arbeite, war nicht nur die Spannung enorm, auch die Aufregung um das vermeintliche Sakrileg eine Thin Lizzy Scheibe ohne den legendären Frontmann und Kopf der Band in Angriff zu nehmen, war nicht zu überhören. Es war wohl eine kluge Entscheidung neues Material nicht unter dem mit einem tonnenschweren Erbe belasteten TL Banner zu veröffentlichen, sondern das Ganze als neue Band zu präsentieren. Dennoch war die Erwartungshaltung auch an die neue Truppe sehr hoch und die Nachricht, dass Sound-Schreck Kevin Shirley die Platte produziert, löste bei mir dann schon mal eine erste Ernüchterung aus, denn mir ist bislang keine einzige Shirley Produktion unter die Ohren gekommen, die mich klanglich überzeugt hat.

Nun gut, dann mal Butter bei die Fische – kann das erste Lebenszeichen der BLACK STAR RIDERS halten, was der plakative Plattentitel verspricht, oder ist es doch eher ein netter, aber unaufgeregter Halma-Nachmittag im Rentner-Resort?

Nach einigen Durchläufen (bei gehobener, mancher würde sagen überhöhter, Lautstärke, versteht sich) gehen Mundwinkel und beide Daumen in die Höhe, denn, von dem in der Tat mal wieder etwas unausgegorenen Sound abgesehen, ist die Scheibe richtig gut gelungen. Der Einstieg mit dem bedächtigen Opener „All Hell Breaks Loose“ ist zwar leicht hüftsteif geraten, lässt den Hörer aber unweigerlich lauthals in den Refrain einsteigen. Die erste Single „Bound For Glory” ist ebenfalls mit einer guten Hookline ausgestattet und kommt etwas flotter daher. In der Folge geht es auf hohem Niveau weiter, wobei das Material beständig zwischen typischen Thin Lizzy Sounds (wie in dem mit folkloristischen Melodien versehenen „Kingdom Of The Lost” oder dem mit typischen Thin Lizzy Trademarks durchsetzten „Someday Salvation“) und klassischem Hardrock pendelt, der Dank Warwicks Stimme und Phrasierungen natürlich einige Parallelen zu alten The Almighty Scheiben aufkommen lässt („Bloodshot“). Überhaupt ist der Held der Scheibe ganz klar Fronter Warwick, der völlig unbeeindruckt und lässig einige wirklich packende Refrains aus dem Arm schüttelt (siehe „Kissin‘ The Ground“). Der Kerl kommt wie der beste Kumpel aus dem Haus (oder besser der Kneipe) nebenan rüber, dem man jede Zeile abkauft und jede einzelne verkaufte CD von Herzen gönnt. Das schmissige „Before The War” lädt nochmal zum enthusiastischen Mitgrölen ein, bevor das sleazige „Blues Ain’t So Bad“ das Album mit einer betont zeitlosen Rock-Nummer ausklingen lässt.

Ist den BSR mit „All Hell Breaks Loose” der ganz große Wurf gelungen? Nein, sicher nicht. Aber das war auch kaum zu erwarten. Ein grundsolides (Hard)Rock-Album mit einer Menge ansteckender Hooklines und genialen Gitarrenmomenten ist es aber allemal und die leichten Hänger in der Mitte („Hoodoo Voodoo“, „Hey Judas“) sind verschmerzbar.

WERTUNG:

Trackliste:

01. All Hell Breaks Loose
02. Bound For Glory
03. Kingdom Of The Lost
04. Bloodshot
05. Kissin‘ The Ground
06. Hey Judas
07. Hoodoo Voodoo
08. Valley Of The Stones
09. Someday Salvation
10. Before The War
11. Blues Ain’t So Bad

Mario

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