21 GUNS – Salute (Re-Release)

Band: 21 Guns
Album: Salute (Re-Release)
Spielzeit: 51:00 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 30.05.2013
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Rechtzeitig zur Veröffentlichung der ersten Black Star Riders Scheibe, legen Rock Candy Records die Neuauflage der Debüt-Alben zweier ehemaliger Thin Lizzy Gitarristen vor: Neben John Sykes, der sich mit Blue Murder ein eigenes Standbein aufbaute, hatte auch sein ehemaliger Partner in Crime Scott Gorham (beide waren auf dem „Thunder And Lightning“ Album zu hören) Anfang der 90er wieder Blut geleckt. Nach dem Auseinanderbrechen von Thin Lizzy und dem herben Schlag, den ihm der Tod seines ehemaligen Musik und Drogenbuddies Phil Lynott 1986 verpasst hatte, zog sich Gorham für einige Jahre aus dem Musikbusiness zurück und ordnete sein Leben von Grund auf neu. Lange Zeit schien eine Rückkehr ins Rampenlicht, mit all seinen Verlockungen und Stolperfallen, für den in London lebenden Exil-Amerikaner völlig ausgeschlossen.

Nach diversen Angeboten, für die er sich noch nicht bereit fühlte nahm Gorham schliesslich das Angebot an, zusammen mit dem in Norwegen lebenden und arbeitenden Amerikaner Leif Johansen (ex A-HA, Phenomena, Far Corporation) an dem zweiten Phenomena Album zu arbeiten. Die Zusammenarbeit der beiden trug Früchte und es dauerte nicht lange bis man in den beiden Amerikanern Mike Sturgis (Drums) und Thomas La Verdi (Gesang) die fehlenden Puzzleteile der 21 GUNS getauften Band gefunden hatte. Zusammen mit Produzent und Mischpult-Genie Chris Lord Alge (u.a. Meatloaf, Creed) machte man sich in LA an die Arbeit. „Salute“ klingt, wenig verwunderlich, dann auch durch und durch amerikanisch, mit einem leicht skandinavischen Einschlag. Gorham war wohl so krampfhaft darauf bedacht nicht nach Thin Lizzy zu klingen, dass man ihn zur damaligen Zeit auf Promofotos gar mit einer modernen Ibanez-Gitarre bestaunen konnte. Wenn man ihn auch außerhalb des Thin Lizzy Kosmos, wo er und seine Les Paul eine unzertrennliche Einheit zu sein schienen, ab und an mit einer Strat zu sehen bekam, war dies schon ein auffälliger und bewusster Wandel. In Kombination mit einem explizit auf US-Mainstream gebürsteten Gitarrensound, der rein gar nichts mit dem gewohnten knochentrockenen Thin Lizzy Crunch zu tun hatte, den poppigen Arrangement Tricks von Leif Johansen, sowie der extrem massenkompatiblen Stimme von Fronter La Verdi gelang es der Band sich klar von dem alten Erbe abzugrenzen. Das Material reicht von kernigen, beinahe schon sleazigen Riffrockern der Marke „Knee Deep“ oder „Battered And Bruised“, über typische US-Breitwand Rocker (mit einem leichten Schlenker Richtung AOR im Stile von Toto) à la „Little Sister“ und „Marching In Time“ bis zu dem seichten, klar auf Kommerz gebügelten „Just A Wish“ (klar, dass den Labelbossen hier die Augen zu leuchten begannen). Leider wurde die Platte damals, nach einigen unglücklichen Verzögerungen, mitten in den aufkommenden Grunge-Boom veröffentlicht und ging natürlich sang und klanglos unter. Ob 21 GUNS mehr Erfolg beschieden gewesen wäre (wie Gorham rückblickend vermutet) wenn das Label eine Europatour finanziert hätte, ist allerdings fraglich, denn der gute Ruf des ehemaligen Thin Lizzy Gitarristen beruhte auf einem gänzlich anderen Sound und Image.

Rock Candy Records haben das Album für den vorliegenden Re-Release in der Collector’s Ediition einem Remastering unterzogen, dass erfreulicherweise recht zurückhaltend ausgefallen ist und dem Album seine ursprüngliche Räumlichkeit gelassen hat. Die fantastische Produktion von Sound-Ass Chris Lord Alge kommt bestens zur Geltung und lässt die Scheibe, auch 20 Jahre nach Ihrem Erscheinen, noch zeitgemäß und relevant erklingen. Dazu gibt es ein sehr ausführliches Booklet mit Hintergrund Infos und vielen Fotos – das gewohnt hochklassige Rock Candy Programm eben.

„Salute“ ist zwar kein absolut zwingender Klassiker, kann aber auch 22 Jahre nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung mit einer bestens aufgelegten Riege an erstklasigen Musikern, einer tollen Big-Budget Produktion und nicht zuletzt einer Handvoll hochklassiker Songs voll überzeugen.

WERTUNG:

Trackliste:

01. Knee Deep
02. These Eyes
03. Walking
04. Marching In Time
05. The Rain
06. Little Sister
07. Pays Off Big
08. Just A Wish
09. Battered And Bruised
10. Jungleland
11. Tell Me
12. No Way Out

Mario

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