MANOWAR – Kings Of Metal (Klassiker der Woche)

Band: Manowar
Album: Kings Of Metal
Spielzeit: 48:11 min.
Stilrichtung: Heavy Metal, True Metal
Plattenfirma: Atlantic Records
Veröffentlichung: 18.11.1988
Homepage: www.manowar.com

Es gibt nur wenige Bands, die so polarisieren wie die amerikanischen True Metaller MANOWAR. Allerdings nicht von Anfang an, denn in den Achtzigern gehörten die Alben von Eric Adams (vocals), Joey DeMaio (bass), Scott Columbus (drums) und Ross The Boss (guitars) in jede Metalsammlung. Angefangen vom erstklassigen Debüt „Battle Hymns“ (1982) – noch mit Donnie Hamzik am Schlagzeug, der seit 2008 wieder zum Line-Up gehört – über die beiden Nachfolger „Into Glory Ride“ (1983) und „Hail To England“ (1984) sowie das im gleichen Jahr erschienene „Sign Of The Hammer“ bis hin zu den beiden erfolgreichsten Platten „Fighting The World“ (1987) und „Kings Of Metal“ (1988) war das Gesamtwerk von MANOWAR Pflicht.

Die ungestüme Frühphase, in der der Sound noch nicht so auf Hochglanz poliert wurde und der Charakter der Aufnahmen seines Gleichen suchte, enthielt wohl die interessantesten Veröffentlichungen. Kommerziell allerdings gingen die Amis mit ihrem Hit „Carry On“ durch die Decke. Es war die Zeit von MTV und der Hair Metal Bewegung und auch MANOWAR sahen sich genötigt, den Sound glatter und polierter zu gestalten. Neben dem erwähnten Hit enthielt „Fighting The World“ mit „Defender“, „Blow Your Speakers“ oder dem Titeltrack aber noch genügend hochwertigen Edelstahl, um als Ganzes erfolgreich sein zu können.

Das wohl stimmigste Album erscheint ein Jahr später und wird kleinlaut auf den Namen „Kings Of Metal“ getauft. Die Platte präsentiert eine außergewöhnliche Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Mit Eric Adams hat man seit Anfang an einen herausragenden Vokalisten in den eigenen Reihen, der sein Organ über vier Oktaven beherrscht und ordentlich Pfeffer in der Stimme hat. Scott Columbus treibt die Maschine mit seinem kraftvollen Drumming an und Joey DeMaio ist nicht nur ein begeisterter Selbstdarsteller sondern auch ein respektabler Bassist. Ross The Boss hat die nötige Eleganz und Power auf der Sechssaitigen und schnürt das Ganze zu einem vor Kraft nur so strotzenden Paket.

Alleine der Opener „Wheels Of Fire“ bricht alle Geschwindigkeitsrekorde bisheriger MANOWAR Songs und glänzt mit einem einfachen aber hochmelodischen Chorus. Das folgende „Kings Of Metal“ ist – wie soll es anders sein – Selbstdarstellung pur und hat bezeichnende Zeilen wie „Other Bands Play – Manowar Kill!“ oder „We Don´t Attract Whimps – Cause We´re Too Loud“ im Text. Die Ballade „Heart Of Steel“ ist ein kleines Meisterwerk, das erst auch auf Deutsch und später in weiteren Sprachen veröffentlicht wird. Bei der Adaption von Rimsky-Korsakov´s „Hummelflug“ zeigt Joey DeMaio, dass er nicht nur ein schnelles Mundwerk hat sondern auch einen recht flotten Anschlag auf seinem Instrument. Das orchestrale „The Crown And The Ring (Lament Of The Kings)“ ist eine Heldenballade erster Güte und „Kingdom Come“ ein Kracher vor dem Herrn – wenngleich der Song auch ziemlich kommerziell gehalten ist. Das kriegsverherrlichende „Hail And Kill“ sorgte für einige Querelen, ist in musikalischer Hinsicht aber ein echtes Highlight. Nach der Erzählung „The Warriors Prayer“ nehmen MANOWAR noch einmal volle Fahrt auf und setzen mit „Blood Of The Kings“ einen knallenden Schlusspunkt.

Da der Schreiber dieser Zeilen seinerzeit die Vinylversion dieses Albums bis zum Umfallen gehört hat, hat er den CD-Bonustrack „Pleasure Slave“ bisher außen vor gelassen. Bis auf die Tatsache, dass die Nummer bis heute den gepflegten Ablauf dieser Ausnahmescheibe stört, ist zu diesem Stück frauenverachtenden Mist eigentlich nicht viel zu sagen. In musikalischer Sicht kann es überhaupt nicht mit dem Rest des Albums mithalten.

Nach „Kings Of Metal“ legte die Band erst mal eine vierjährige Schaffenspause ein, die in der Folgezeit als Maßstab für kommende Platten mindestens herangezogen wurde. Nach dem soliden „The Triumph Of Steel“ verzettelte man sich allerdings immer mehr im eigenen Image und konnte höchstens noch einzelne Songs mit dem Potential früherer Tage schreiben. Bestes Beispiel ist wahrscheinlich der späte Hit „Warriors Of The World United“. Danach beraubte man sich mit halbgaren Neueinspielungen („Battle Hymns MMXI“ oder „Kings Of Metal MMXIV“), immer länger werdenden Monologen bei den oft unterirdischen Konzerten und fehlender Kritikfähigkeit immer mehr der Beliebtheit bei den eigenen Fans. Heute ist das ehemalige Schlachtschiff des True Metal nur noch ein abgewracktes Ebenbild seiner selbst – „Kings Of Metal“ aber ist und bleibt ein Juwel des Heavy Metal.

Trackliste:

1. Wheels Of Fire
2. Kings Of Metal
3. Heart Of Steel
4. Sting Of The Bumblebee
5. The Crown And The Ring (Lament Of The Kings)
6. Kingdom Come
7. Pleasure Slave
8. Hail And Kill
9. The Warriors Prayer
10. Blood Of The Kings

Stefan

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