GLENMORE – Materialized/For The Sake Of The Truth (Klassiker der Woche)

Band: Glenmore
Album: Materialized/For The Sake Of The Truth
Spielzeit: 45:59/53:42 min.
Stilrichtung: Progressive Melodic Metal
Plattenfirma: Polydor
Veröffentlichung: 1993/1994
Homepage: –

Schon seit längerem steht das Werk der deutschen Melodic-Metaller GLENMORE auf dem Zettel für den Klassiker der Woche. Jetzt hat sich sogar die wunderbarste Rock-Gazette in diesem unseren Universum (die Rede ist natürlich vom ROCKS Magazin) dazu durchgerungen, in ihrer Rubrik “” einen kleinen Beitrag über diese in Vergessenheit geratene Kapelle aus Horb am Neckar zu bringen. Und schon keimte das Verlangen wieder auf, selbst etwas über GLENMORE zu schreiben. Wo könnte das besser passen, als in unserem Klassiker der Woche.

Nur zwei Alben hat die von Jürgen Volk (vocals), Wolfgang Heuchert (guitars) und Dietrich Vogt (drums) gegründete Combo veröffentlicht. Das sollte die Auswahl des herausragenden Albums nicht sonderlich schwer machen. Weit gefehlt, denn während das 1993 erschienene Debüt „Materialized“ mit großartigen Einzeltracks punktet, stellt das ein Jahr später veröffentlichte „For The Sake Of The Truth“ die bessere Gesamtleistung dar. Und so wollen wir uns kurzentschlossen dem offiziellen Gesamtwerk widmen (das erste Demo sowie ein nicht fertig gestelltes drittes Album nicht einbezogen).

Neben den drei Gründungsmitgliedern wirkten auf „Materialized“ noch Markus Ratheiser (bass) und Olaf Adami (guitars) mit. Produziert wurde die Scheibe von Frank Bornemann, während Gerhard Wölfle als Co-Produzent fungierte. Beide Namen spielten in der deutschen Metalszene der späten Achtziger eine nicht unerhebliche Rolle. Der Sound von GLENMORE wurde also in fähige Hände gelegt, der Stil des Fünfers könnte grob zwischen QUEENSRYCHE zu ihren besten Zeiten und Bands wie LETTER X geschoben werden.

Zu einer Zeit, in der klassischer Metal oder Hardrock schon lange auf dem Sterbebett lag, erschien mit „Materialized“ dennoch ein vielversprechendes Album. Schon der Opener „Hungry“ war ein waschechter Hit. Die hohe, klare Stimme von Jürgen Volk war das Aushängeschild und die vielfach verstärkten Chöre ein Markenzeichen der Band. Auch der Sound des Albums hatte Charakter und so kamen Songs wie das verspielte „The Voice“, die beiden tollen Balladen „Miracles“ und „Take On A Shining Star“ oder die Abgeh-Nummer „Speak To Me“ sehr gut zur Geltung.

Nur ein Jahr später präsentierten sich GLENMORE insgesamt sogar noch einen Tick stärker und rückten noch mehr in Richtung QUEENSRYCHE. Dieses Mal hatten neben Frank Bornemann auch Charlie Bauernfeind und Sascha Paeth ihre Finger im Entstehungsprozess, was abermals ein starkes Soundgerüst garantierte. Aber auch die Songs waren durchgängig noch besser, wenngleich auch ein Überhit der Marke „Hungry“ fehlte. Doch schon das Eingangsquartett sprach eine klare Sprache. Mit jeder Menge Wut im Bauch rotzten die verbliebenen vier Bandmitglieder Jürgen Volk, Wolfgang Heuchert, Olaf Adami und Markus Ratheiser zusammen mit ihrem neuen Drummer Jörg Michael textlich sozialkritische Songs wie „Political Games“, „TV War“ oder den Titeltrack raus. Dazwischen rangierten mit „Lost In A Daydream“ oder „Take A Look (Inside Your Heart)“ durchaus Stücke, auf die auch QUEENSRYCHE stolz gewesen wären. Wenngleich auch einige vertracktere Songs auf dem Album standen (z.B. „Soldier Of Fortune“), war „For The Sake Of The Truth“ das insgesamt stärkere der beiden Liedersammlungen.

Mitte der Neunziger war allerdings kein Blumentopf mit dieser Art von Musik zu gewinnen und so löste sich die Band 1999 auf, obwohl sie bereits zwei Jahre zuvor mit den Arbeiten an einem dritten Langspieler begonnen hatte und sogar fertige Demos in der Schublade lagen. Volk gründete zusammen mit Daniel Löble und Rüdiger Fleck, die beide 1997 zur Band stießen, die leidlich erfolgreichen RAWHEAD REXX. Löble ging später bekanntermaßen zu HELLOWEEN, Thilo Hermann, ebenfalls 1996 als Ersatzgitarrist gekommen, landete erneut bei RUNNING WILD.

Als GLENMORE bleiben den Protagonisten zwei tolle Alben, die den deutschen Heavy Metal bereichert wenn auch nicht revolutioniert haben. Der Ruhm blieb wie so oft aus, die Zeit war abgelaufen und die Musiker frustriert. „Hungry“ bleibt ein Song in meiner ewigen Playliste (danke Eddy) und diese beiden Longplayer drehen sich immer wieder im heimischen Player.

Trackliste:

“Materialized”
01. Hungry
02. Speak To Me
03. Riding On The Winds Of Change
04. The Voice
05. Take On A Shining Star
06. I Feel The Fire
07. Tell Me
08. Miracles
09. Don´t Live The Life Of A Stranger
10. The End Of The Line

„For The Sake Of The Truth“
01. Political Games
02. For The Sake Of The Truth
03. Lost In A Daydream
04. TV War
05. King Of Almighty
06. Crime Of This Time
07. Broken Eyes
08. Soldier Of Fortune
09. Not Enough Song
10. My Way
11. Take A Look (Inside Your Heart)
12. Neverending

Stefan

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