DARE – Out Of The Silence (Klassiker der Woche)

Band: Dare
Album: Out Of The Silence
Spielzeit: 47:55 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: A&M Records
Veröffentlichung: 1988
Homepage: www.dare-music.com

Als Darren Wharton 1985 seine Band DARE zusammen mit Flitzefinger Vinny Burns aus der Taufe hob, ahnte er wohl nicht, wie schwer es seine Band im Musikbusiness haben würde. Der ehemalige Keyboarder von THIN LIZZY und der bis dahin noch recht unbekannte Gitarrist fanden in James Ross (drums) und Martin „Shelley“ Shelton (bass) die geeigneten Mitstreiter. Wer jetzt denkt, die Keyboards gehen auf die Kappe von Wharton selbst, der irrt gewaltig, denn für die nächste Zeit konzentrierte er sich auf den Gesang und tritt alle Tasten-Pflichten an Brian Cox ab.

Dabei sieht es am Anfang von DARE danach aus, als hätten die Briten eine rosige Zukunft vor sich. Nach relativ kurzer Zeit unterschrieb man einen Kontrakt bei A&M Records und so konnte das Projekt Debütalbum starten. „Out Of The Silence“ nannte sich der Silberling und die später viel stärker vertretenen Celtic-Einflüsse sind auch hier schon zu spüren. Wenngleich auch nur sehr spärlich. Aber die Melodieführungen der Songs haben sich über die Jahrzehnte kaum verändert. Auch in den 10 Stücken des Debüts schimmert diese Melancholie durch, obwohl zu dieser Zeit noch die AOR Wurzeln am meisten hervorstechen.

Der Opener „Abandon“ wurde auch als Single ausgekoppelt und landete auf Platz 71 der UK Single Charts. Ebenso „The Raindance“, das es sogar bis auch Platz 62 schafft. Diese Platzierungen hören sich jetzt nicht spektakulär an, aber für eine neue Band und noch dazu in der britischen Heimat, wo DARE nicht gerade einen leichten Stand hatten, war das schon ein großer Erfolg. Aber mit äußerst starkem Liedgut wie „Abandon“, „Into The Fire“, „Heartbreaker“ oder eben „The Raindance“ im Gepäck ist es ein Leichtes, überall auf der Welt gute Kritiken einzuheimsen. Aber natürlich nicht nur die Journalisten haben die Klasse des 10-Trackers erkannt und so mausert sich DARE zu einer gefragten Rockband.

Trotzdem verlassen Schlagzeuger James Ross und Bassist Martin Shelton die Band, sodass für das nachfolgende zweite Album „Blood From Stone“ (1991) die Mannschaft neu komplettiert werden muss. „Blood From Stone“ fällt um Längen härter aus, behält aber das Grundrezept des Debüts bei. Erneut gelingt den Briten ein Killeralbum, die Loyaliät der Fans indes schwindet, sodass die Band bald vor dem Aus steht. In der weiteren Geschichte findet sich Bandgründer Darren Wharton oft in der Situation, ein Einzelkämpfer zu sein und sein Baby DARE nicht sterben zu lassen.

Schon mit dem nächsten Album „Calm Before The Storm“ im Jahre 1998 führt Wharton einen rigorosen Wandel im Sound von DARE durch. Die Gitarren wurden extrem ausgedünnt, die keltischen Einflüsse werden enorm verstärkt und die Melancholie der Songs steigert sich ebenso. Auch die weiteren Scheiben „Belief“ (2001), „Beneath The Shining Water“ (2004) und „Arc Of The Dawn“ (2009) schippern in ähnlichen Gewässern, wobei DARE dabei eine besondere Aura umgibt. 2012 legt der Chef noch einmal Hand an das 1998er Album „Calm Before The Storm“ an und bringt mit die mit einer „2“ versehene Neuaufnahme in den Umlauf. Eine klasse Aufarbeitung des schon nicht schwachen Originals.

Doch noch einmal zurück zu „Out Of The Silence“. Die beiden Singles „Abandon“ und „The Raindance“ werden in verschiedenen Varianten mit jeder Menge unveröffentlichten Songs angereichert. „If Looks Could Kill“, „No Strings Attached“, „Love Is The Price“, „The Last Time“, „Precious“ und „Valentino“ sind eine fette Beute für alle Liebhaber des ursprünglichen Sounds, wenn auch nicht alle B-Seiten die große Klasse der 10 Songs auf dem Album haben.

Aber auch ohne die ziemlich schwer zu bekommenden B-Titel hat „Out Of The Silence“ ein einmaliges Feeling und gehört ganz klar zu den ewigen Klassikern des AOR und melodischen Hardrocks.

Trackliste:

01. Abandon
02. Into The Fire
03. Nothing Is Stronger Than Love
04. Runaway
05. Under The Sun
06. The Raindance
07. King Of Spades
08. Heartbreaker
09. Return The Heart
10. Don´t Let Go

Stefan

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