THRUST – Harvest Of Souls

Band: Thrust
Album: Harvest Of Souls
Spielzeit: 44:27 min.
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 27.04.2018
Homepage: www.thrustonline.com

THRUST sind eine der Bands, die seit Jahren eine kleine treue Fangemeinde um sich scharen, sich aber zeit ihrer Existenz im Untergrund bewegt haben, und das seit beachtlichen 37 Jahren. In diesen hat man zwei Alben und etwas Demo- sowie Livematerial heraus, um nun, stolze 16 Jahre nach der letzten richtigen Albumveröffentlichung, mit “Harvest Of Souls” nachzulegen. Die Scheibe hat zehn Tracks und eine Gesamtspielzeit von einer anständigen Dreiviertelstunde zu bieten und wurde garniert mit einem absolut schick atmosphärischen Cover.
Musikalisch machen THRUST klassischsten US-Metal mit deutlichem Oldschool-Spirit (ist naheliegend und umso authentischer, wenn man seit so langer Zeit musikalisch unterwegs ist). Das spiegelt sich, wenn man so will, in der Produktion des neusten Releases wider, die langjährige Fans der Truppe wohl als einzig angemessene betiteln, die aber aus heutiger Sicht deutlich Luft nach oben, insbesondere hinsichtlich des Drumsounds, hat.
Sänger Eric Claro ist ein außergewöhnlicher Sänger, den man guten Gewissens als stark und wandlungsfähig bezeichnen kann, pendelt er doch je nach Song zwischen RONNY JAMES DIO mit seinem unverkennbaren kehligem A-Laut, einem aggressiven HANSI KÜRSCH auf “Battalions Of Fear” und einigen anderen Größen der Achtziger hin und her. Natürlich nicht in so glatt, wie man das von aktuellen (aktuellstmöglichen)  Veröffentlichungen besagter Herren kennt – schließlich ist “Harvest Of Souls” im Herzen absolut 80es Underground, und das impliziert nicht nur ein paar Ungenauigkeiten der Instrumentalfraktion, sondern auch eine roh-ungeschliffene Verwendung der Gesangsspuren.
Musikalisch muss man THRUSTs aktuelles Ding leider als höhepunktarm bezeichnen. Die Songs sind durchgängig sehr simpel strukturiert, gerne mit einem Intro, das sich vom Rest des Songs absetzt, einfachen Melodien, die meist nicht wirklich hängenbleiben, angesiedelt im mittleren bis oberen Midtempo und garniert mit sehr ordentlichen Soloparts. Was herausstechende Songs angeht, steht wohl “Shadow Of The Cross” an erster Stelle, dessen ruhiges Intro und Outro überzeugen und dessen mittlerer schnellerer Teil sehr angemessen aus sich heraus geht. “End Of The Time” traut sich was mit seinem einfach, aber dennoch interessant komponierten Refrain und “Feel The Pain” erfreut mit seinem live-kompatiblen Chorus, dem coolen Rhythmus und dem spaßigen Tempowechsel zum Mittelteil.
Größtenteils ist “Harvest Of Souls” jedoch eher ein Album, das zum Nebenbeihören einlädt. Klar, auf Innovation sind die Jungs nicht aus, aber ein wenig mehr Spannung hätte dem Album doch gut getan. Und eine etwas ausgereiftere Produktion. Obgleich nicht auszuschließen ist, dass es durchaus eine nicht unbedeutende Zielgruppe gibt, die genau diese Aspekte an “Harvest Of Souls” schätzt.

Anspieltipps:
“Shadow Of The Cross”, “Sorceress”, “Feel The Pain” und “Possessed”

Fazit:
THRUST machen die Art von Metal, die mit dem sogenannten Poser Metal nichts am Hut haben will. Die Musik der Amis ist roh, ungeschliffen, nicht besonders komplex und handgemacht as fuck. Wem sowas gefällt, der sollte der Platte auf jeden Fall mal eine Chance geben. Wer mehr Wert auf eine moderne Produktion, ausgefeiltere Kompositionen und offensichtlichen Abwechslungsreichtum legt, wird sie vermutlich eher mäßig interessant finden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Deceiver
02. Immortal
03. Kill Or Be Killed
04. Sorceress
05. Shadow Of The Cross
06. Blood King
07. Possessed
08. Feel The Pain
09. End Of Time
10. One Step From The Grave

Jannis

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