HARTMANN – 15 Pearls & Gems

Band: Hartmann
Album: 15 Pearls & Gems
Spielzeit: 74:53 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 17.04.2020
Homepage: www.oliverhartmann.com/

Zum 15-jährigem Bandjubiläum legen Oliver HARTMANN und Co einen neuen den neunten Silberling vor. Neben Oliver HARTMANN an Gesang und Gitarre sind noch Mario Reck an Gitarre, Armin Donderer am Bass und Markus Kullmann am Schlagzeug mit von der Partie. Zu hören gibt es vier neue, einen Remix, fünf Coversongs und fünf Liveaufnahmen.

Los geht es mit den neuen Songs, den Anfang macht “Can’t Stop This Train” ein flotter melodischer Hard Rock Song, dem kräftigen “Waiting On A Thin Line” mit göttlichem Refrain. Weiter geht es mit der Ballade “How Does It Feel” die zum träumen einlädt, gefolgt von “You Will Make It” ein schleppender Rocker, dann folgt der nicht ganz neue Remix von 2020 “Glow” der sich schon auf dem Album “Shadows & Silhouettes” befand.

Dann folgen die fünf Coversongs mit “When The Rain Begins To Fall” im Duett mit Ina Morgen Original von JERMAINE JACKSON und PIA ZADORA kann voll überzeugen, “Street Cafe” von ICEHOUSE eine würdige Version dieses Klassikers den wahrscheinlich nur ICEHOUSE selbt perfekt rüber bringen kann, “Univited” ALANIS MORISSET, “I Go To The Extremes” von BILLY JOEL kann auch überzeugen und zum Abschluß der Coversongs eine saustarken Version von “Fire And Water” FREE mit der Version von XYZ die besten beiden Wiederverwertungen.

Die fünf Livesongs sind “The Sun Still Rising”, “What If I”, “Don’t Give Up Your Dream”, “Brother” mit Tobias Sammet und “Out In The Cold” alle fünf sind gut Produziert und man kann musikalisch und klangtechnisch nichts aussetzen.

Fazit:

An der Gesangsleistung von Oliver HARTMANN und den Musikern wie auch bei der Produktion gibt es keinen Grund für Kritik lediglich vielleicht zwei oder drei neue Songs mehr hätten eine bessere Berwertung ergeben.Vier neue Songs, ein Remix, fünf würdige Coversongs und fünf Livemittschnitte ergibt bei mir eine Wertung von 8 Sternen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Can’t Stop This Train
02. Walking On A Thin Line
03. How Does It Feel
04. You Will Make It
05. Glow (Remix 2020)
06. When The Rain Begins To Fall
07. Street Cafe
08. I Go To Extremes
09. Uninvited
10. Fire And Water
11. The Sun Still Rising (Live)
12. What If I (Live)
13. Don’t Give Up Your Dream (Live)
14. Brother (Live)
15. Out In The Cold (Live)

 

 

Helmut

PRETTY BOY – Metro Sessions (RG Zeitmaschine)

Band: Pretty Boy
Album: Metro Sessions
Spielzeit: 56:59 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Retrospect Records
Veröffentlichung: 2008
Homepage: 

Das hier vorliegende Album wurde 1987/88 mit der Unterstützung von Jon Bon Jovi eingespielt und von Retrospect Records 2008 erstmalig auf CD veröffentlicht. Zum Lineup gehörten damals Dennis Lind am Mikro und Gitarre, Tim Compton an Gitarre und Backingvocals, John Brown am Bass, Bill Brown am Keyboard und Curt Bearden an den Drums. PRETTY BOY lösten sich leider 1988 auf, danach machten einige Mitglieder als MARIAH weiter, Retrospect Records veröffentlichte drei sehr gute Alben von MARIAH leider mit mehr oder weniger bescheidenem Sound.

Zu hören gibt es hier eingängigen Melodic Hard Rock der Spitzenklasse mit einem kleinen Spritzer Dreck im Sound und einem Dennis Lind am Mikro der seine Sache mehr als perfekt macht, wie auch die anderen Musiker dieser talentierten Band. Dieses Album gehört für mich mit zu den besten Alben aus dieser Zeit. Ein ausgewogener Mix aus partytauglichen und dreckigen Melodic Hard Rock Hymnen mit einem feinen Gefühl für geniale Melodien, einem genialen Keyboardeinsatz und harmonischen Vocals. Das Album bietet elf nur so vor Kraft und Testosteron triefenden Songs, bei denen besonders die Anspieltips herausstechen was fast schon unfair ist da das ganze Album derart stark und eingängig ist das es mir Schleiherhaft ist das diese Band nicht mehr Staub aufwirbeln konnte. Das Album kommt ohne eine richtig langsame Ballade aus was nicht wirklich vermisst wird, einen Totalausfall oder Lückenfüller sucht man hier vergeblich.

Vergleichen kann man PRETTY BOY mit BON JOVI zu Anfangszeiten, melodische BONFIRE mit mehr Keyboard, härtere BROTHER FIRETRIBE und der ersten FIREHOUSE. Die Stimme von Dennis Lind hat ein wenig Ähnlichkeit mit der von Dave Meniketti von Y & T die wie gemacht für diese Art von Melodic Hard Rock ist.

Wer die Möglichkeit hat dieses Juwel günstig (tja wenn man es überhaupt mal findet) abzustauben, zugreifen bevor diese Chance vorbei ist es lohnt sich.

Anspieltipps:

“Shot With A Needle Of Love”, “Hail To The Joker”, der Partykracher “Knocked Down”, “Little Dream Girl”, “We Were Ment For Love”, dem Discohit “She Makes Me Crazy”, “She’s My Desire” und dem potentiellen #1 Hit “Steal Her Away”.

Fazit:

Eine Saugeile Scheibe die der Schöne Junge da eingespielt hat, der Sound ist vielleicht nicht der beste aber das machen die Jungs mit Einsatz und Spielfreude wieder gut. Von mir gibt es eine geile Wertung von 9,5 für diesen musikalischen Überflieger.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Strangers
02. Shot With The Needle Of Love
03. Hail To The Joker
04. Knocked Down
05. Little Dream Girl
06. One Chance
07. Prelude
08. We Were Meant For Love
09. She Makes Me Crazy
10. She’s My Desire
11. Calling Out To Me
11. Steal Her Away

 

 

Helmut

STEELCITY – Mach II

Band: SteelCity
Album: Mach II
Spielzeit: 47:10 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Perris Records
Veröffentlichung: 20.03.2020
Homepage: www.steelcityband.com/

 

Das zweite Album von STEELCITY bietet eingängigen Melodic Hard Rock amerikanischer Prägung, jetzt mit neuem Mann am Mikro Rob Cathey (GIBRALTA), Mike Floros an den Gitarren, Tony Stahl am Keyboard, Jason Cornwell am Bass und BJ Zampa am Schlagzeug. War das Debütalbum schon nicht übel, lag das Problem an den Vocals, so ist beim zweiten Album eine deutliche Steigerung zu hören, allein vom Gesang ist eine klare Verbesserung auszumachen und die Produktion hat auch mehr Druck als auf dem Debüt. Rob Cathey hört sich in den tiefen Lagen ähnlich an wie Paul Laine und in den höheren Regionen wie Geoff Tate, diese ergeben mit dem Gesamtsound der Band eine äußerst delikate Mischung die man sich immer wieder gerne anhört. Die Keyboards sind in der richtigen Dosierung eingesetzt und die Gitarren stehen klar im Vordergrund.

Enthalten sind zehn abwechslungsreiche Songs und ein Instrumental. Die besten Songs sind “Hearts On Fire”, “Dead Men”, “Steal Your Heart”, dem starken “Little Love”, “Still Close To My Heart” und dem letzten Track und Hooklinemonster “Down To One”. Alle aufgeführten Songs sind Midtempo gehalten, wie man sie von DANGER DANGER, BATON ROUGE, KANE ROBERTS, ADRIAN GALE und BLUE TEARS gewohnt ist. Das Album kommt ohne Ballade aus, enthält dafür aber zehn Granaten und davon fünf Überflieger wobei zwei davon das Zeug zum echten Hit hätten.

Fazit:

Eine angenehmes Album ohne Ausfälle mit fünf echten Highlights und fünf starken Kompositionen. Von mir gibt es eine Wertung von 8,5 Sternen.
 

WERTUNG:

 

 

 

Trackliste:

01. Hearts On Fire
02. Dead Men
03. Steal Your Heart
04. Wasted Time
05. I Cry
06. A Little Love
07. Still Close To My Heart
08. Give It Back
09. Spotlight
10. Prayer For Love
11. Down To One

 

 

Helmut

ALLEN/OLZON – Worlds Apart

Band: Allen /Olzon
Album: Worlds Apart
Spielzeit: 56.05 min
Stilrichtung: Melodic Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Music
Veröffentlichung: 06.03.2020
Homepage: –

Nachdem Jorn Lande wohl aufgrund seiner Präsenz bei Avantasias Welttournee keine Zeit für das Melodic Rock Prachtstück „Allen / Lande“ hatte, wurde vom Label Frontiers kurzerhand auf dem Musiker Transfermarkt Ersatz verpflichtet.
Anette Olzon, bekannt als Solokünstlerin und vor allem aus ihrer Zeit bei Nightwish, begibt sich in den Vocal Ring um sich mit einer der ausdrucksstärksten Rockstimmen zu duellieren. Russell Allen (Symphony X) und der orchestral produzierte Powermetalsound bleiben dem geneigten Fan somit erhalten, wird aber hier als Geschlechtermix vorgetragen. Für Freunde des „female fronted Symphonic Rocks“ sicher kein Problem, für Fans von Jorn sicher eine harte Nuss, die erst einmal probiert werden muss.
Songschreiberisch, das beweist der zügige, mit ordentlichem, symphonischem Intro eingeleitete Opener „Never Die“ umgehend, bleibt man bei dem bewährten Grundgerüst, hart und melodisch. Allen überzeugt auf ganzer Linie und Olzon lässt bis zum folgenden Titeltrack „Worlds Apart.“auf sich warten. Der kommt sehr hymnisch, die beiden Vokalisten teilen sich die Strophen, um im Refrain den Beweis anzutreten, dass beide Stimmen durchaus in der Lage sind, eine gelungene Symbiose einzugehen.
Im Zeichen der Gleichberechtigung gehört “I’ll Never Leave You“ dann zur Gänze Anett Olzon, und sie weiß souverän zu punkten.
Das fünfminütige „What If I Live“, sowie das folgende „Lost Soul“ leben von ihrem getragenen, starken Refrain. Nicht ganz die Glanzstücke der Scheibe besitzen sie doch ansprechende Qualität.
Warm ums Herz wird’s dann entgegen dem Titel bei der Powerballade „“Cold Inside“, ein guter Song direkt auf den elfenhaften Gesang Anette Olzons zugeschnitten, bevor dann Song Nummer elf „Who’s Gonna Stop Me“ ein durchweg gelungenes Album beschließt.
Magnus Karlsson (Primal Fear, The Ferrymen, Starbreaker) besitzt nicht nur das handwerkliche Geschick , solche Musik mit einer fantastischen Gitarrenarbeit zu veredeln, er hat auch ein unnachahmliches Gespür für passende Arrangements und ist einfach in der Lage, gute Melodien zu schreiben. Dass er zudem bis auf den Schlagzeugpart alle Instrumente des Albums persönlich eingespielt hat, sollte nicht unerwähnt bleiben. Natürlich stehen die Sänger im Vordergrund, sie dürfen sich aber auf einer gekonnt zubereiteten Spielwiese austoben.
„Worlds Apart“ besticht neben der eindrucksvollen Gitarrenarbeit natürlich in erster Linie wegen dem Ausnahmeshouter Russell Allen, aber auch Anette Olzon kann ihr Können einbringen. Keiner Produktion, außer vielleicht den älteren Pretty Maids Scheiben, gelingt es in herausragenden Art und Weise, die Keys überaus gekonnt einzusetzen. Das gilt für alle Allen /Lande Alben, wie auch dem vorliegenden Album.
Wie hoch die Ablösesumme der Italiener für Anette Olzon war, bleibt Spekulation, aber sie nur als Platzhalter für den verhinderten Jorn Lande zu sehen, wird ihrer Arbeit auf diesem Longplayer nicht gerecht. Die Scheibe bietet gute Songs mit fantastischen Hooklines, gut auf die beiden Vokalartisten zugeschnitten und ist sicher ein guter Zeitvertreiber bis zur nächsten Allen/ Lande Produktion.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Never Die
02. Worlds Apart
03. I´ll Never Leave You
04. What If I Live
05. Lost Soul
06. No Sign Of Live
07. One More Chance
08. My Enemy
09. Who You Really Are
10. Cold Inside
11. Who´s Gonna Sop Me Now

Link zu „Never Die „:

Rüdiger König

HAREM SCAREM – Change The World


Band: Harem Scarem
Album: Change The World
Spielzeit: 44:00 min
Stilrichtung: Melodic / Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 06.03.2020
Homepage: http://www.haremscarem.net/


Das neue Album von HAREM SCAREM macht deutlich klar warum HS zu den besten Bands im Hard Rock Sektor gehören, hier gibt es keine Überraschungen. Wo HS drauf steht ist auch HS drin, Songs im für HAREM SCAREM typischem Stil mit einem feinen Gefühl für Melodie und grandiosen Vocals von Harry Hess die ihres gleichen suchen. HS machen keine Gefangenen und rocken einfach drauf los, und zaubern einen Hit nach dem anderen aus dem Ärmel, als ob es nichts leichteres gäbe.
Geboten wird Melodic Hard Rock von einem anderen Stern, was nicht sehr viele Bands vorweisen können. HS schaffen es ein Album einzutüten das typisch HS ist, aber ohne dabei Abnutzungserscheinung zu zeigen. Es kommt Song für Song aus den Lautsprechern und verbreitet während des hörens gute Laune. Vergleichen kann man HS nicht den sie sind einzigartig und andere Bands werden mit ihnen verglichen, was für die aussergewöhnlich hohe Qualität von HS spricht. Lückenfüller oder Ausfälle sucht man vergeblich dafür sind HAREM SCAREM ganz einfach zu gut, sie zelebrieren wie Saugute Rockmusik klingen soll, ganz einfach so. Sie kreieren mit ihren Zutaten Melodie, genialen Hooks und starken Gesangslinien eine leckere Suppe die Spass macht. So nun genug gesabelt lieber noch mal auf Play drücken und die Scheibe gehört.


Fazit:


Ein typisches HS Album, für Fans ein muss für alle anderen eine lohnenswerte Anschaffung die Spass macht. In der jetzigen Zeit ist es selten so eine Qualität vor sich zu haben, dies schaffen nur sehr wenige wie eben HS, aber auch STAGE DOLLS, ECLIPSE auf den letzten vier Alben, H.E.A.T., CRAZY LIXX und JOHNNY LIMA wie auch noch einige wenige andere. Von mir gibt es eine Wertung von 9,5 Sternen.


WERTUNG:

Trackliste:
01. Change The World
02. Aftershock
03. Searching For Meaning
04. The Death Of Me
05. Mother Of Invention
06. No Man’s Land
07. In The Unknown
08. Riot in My Head
09. No Me Without You
10. Fire & Gasoline
11. Swallowed By The Machine

Helmut

KEEL – The Final Frontier / Keel (Re-Releases)

Band: Keel
Album:The Final Frontier / Keel (Re-Releases)
Spielzeit: 36:37 min / 37:56 min
Stilrichtung: Melodic Heavy Metal
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung:  /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Bei KEEL handelt es sich um eine US amerikanische Band aus Los Angeles, die vom ehemaligen Steeler Sänger Ron Keel und dem Gitarristen Marc Ferrari 1984 ins Leben gerufen wurde. Zum damaligen Zeitpunkt war melodischer Heavy Metal natürlich der heisseste Scheiss in und um L.A. und die Konkurrenz entsprechend gnadenlos. Da mutete die Tatsache, dass Kiss Bassist Gene Simmons sich als Produzent der Band annahm wie ein Ritterschlag an. Nach zwei Alben, die in der Szene zwar bereits ein wenig Aufmerksamkeit hatten generieren können, wurde es mit Album No. 3 langsam Zeit höhere Ziele anzuvisieren …

The Final Frontier (1986)

Das (wie der Vorgänger, „The Right to Rock“ aus dem Jahr 1985) von Kiss Mastermind Gene Simmons produzierte dritte Album der Band geht als grundsolide Heavy Metal Scheibe über die Ziellinie. Die grössten Trümpfe sind der recht kraftvolle Gesang von Fronter Ron Keel, Genre-konformes Songwriting sowie gute Riffs und Soli von der Saitenfraktion. Woran es noch hapert ist die doch etwas trockene Produktion, die noch nicht das volle Potential der Trupp auszuleuchten vermag. Die Songs an sich sind oberer Durchschnitt, auch wenn die Fremdkomposition „Because the Night“ (von Bruce Springsteen) aus dem Rahmen fällt und, naja, dementsprechend nicht so recht ins Bild passen will. Bei vielen Fans gilt „The Final Frontier“ dennoch als der Favorit in der Diskographie der Band und Songs wie die Ballade „Tears of Fire“, das flotte „Rock and Roll Animal“ oder das mit den Gastmusikern Joan Jett und Michael Des Barres eingespielte „Raised on Rock,“ zeigen eindrucksvoll warum.

Keel (1987)

Da der erhoffte Erfolg nach „The Final Frontier“ ausgeblieben war (jedenfalls im Vergleich zu direkten Konkurrenten wie z.B. Bon Jovi), wurde eine Kurskorrektur notwendig. Und mit Mega-Produzent Michael Wagener, der sich einen glänzenden Ruf durch seine Arbeit mit Winger, Ratt, Extreme und Skid Row erarbeitet hatte, wurde das Ziel Chart-Eroberung ins Visier genommen. Bereits der Opener „United Nations“ macht mit seinen riesigen Chören und der polierten Produktion klar, dass für KEEL nun der Make-or-Break Moment gekommen war. Die Scheibe war klar darauf ausgerichtet mit den grossen Jungs mitspielen zu können und auch wenn hier und da gerne moniert wird, dass das Songmaterial nicht ganz so stark ist wie das des Vorgängers, so kommt das selbstbetitelte Album bei mir persönlich doch um einiges besser an. Waren die bisherigen Alben klanglich noch irgendwo im Mittelfeld angesiedelt, nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend, so verpasste Wagener der Truppe den nötigen modernen Anstrich. Da man auch gleichzeitig einen optischen Stilwechsel vollzog und sich dem Einheitslook der damals angesagten Hardrock Bands unterwarf hing nun alles davon ab, ob die Band den benötigten Kick durch MTV bekam oder nicht. Nun, auch eine Tour mit Bon Jovi im Zuge deren Slippery When Wet Tour (Mann, waren das noch Zeiten) konnte KEEL leider nicht den erhofften Boost verpassen. „Keel“ schaffte es einfach nicht genug Staub aufzuwirbeln und die Band musste ich eingestehen, dass es mit der grossen Karriere dann doch nichts würde werden. Dabei finden sich auf „Keel“ ein paar richtig starke Songs wie z.B. den mit massiven Chören gepimpten Opener „United Nations“ oder der Rocker „King of the Rock“.

KEEL lösten sich infolge dieser und weiterer Enttäuschungen im Jahre 1989 auf, fanden aber in den Folgejahren immer wieder zusammen und sind auch aktuell immer noch unterwegs um den melodischen Heavy Metal zu predigen. Wer die beiden stärksten Platten der Jungs noch nicht im Schrank hat und dies nachholen möchte, der macht bei den vorliegenden Rock Candy Re-Releases nichts falsch: gutes (wenn auch ziemlich lautes) Remastering, fette Booklets mit Liner-Notes/Interviews und tolle Fotos runden das Paket wie gewohnt hochwertig ab.

WERTUNG:

The Final Frontier

 

 

Keel

 

 

Trackliste:

The Final Frontier (1986)

01. The Final Frontier
02. Rock and Roll Animal
03. Because the Night
04. Here Today, Gone Tomorrow
05. Arm and a Leg
06. Raised on Rock
07. Just Another Girl
08. Tears of Fire
09. Nightfall
10. No Pain No Gain

Keel (1987)

01. United Nations
02. Somebody’s Waiting
03. Cherry Lane
04. Calm Before the Storm
05. King of the Rock
06. It’s a Jungle Out There
07. I Said the Wrong Thing to the Right Girl
08. Don’t Say You Love Me
09. If Love Is a Crime (I Wanna Be Convicted)
10. 4th of July

Mario

PASSION – Passion

Band: Passion
Album: Passion
Spielzeit: 40:07 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 24.01.2020
Homepage: www.facebook.com/passionbanduk

PASSION gegründet vom ehemaligen NIGHT BY NIGHT Shouter Daniel Rossal hier mit Namen Lion Ravarez, mit dabei sind noch Chance Vanderlain Gitarre, Weston James am Bass und Bobby Laker an den Drums. So schlimm wie sich an den Namen erahnen läst ist das Material nicht, viel mehr ist es gut gemachter Melodic Hard Rock, inspiriert von den großen Bands der 1980er bis frühe 1990er Jahre, BON JOVI, DEF LEPPARD, TYKETTO, DOKKEN, DANGER DANGER und ein guter Schuss AC/DC. Auf dem Rundling findet man melodische Stücke mit genug biss und härte, angereichert mit fetten Chören im Refrain und feinen Solos. Die Rhythmusfraktion kann voll überzeugen, alles ist mit einer Selbstverständlichkeit und genug Selbstbewußtsein eingespielt und bleibt prompt im Ohr hängen. Man bekommt einfach gute Laune bei dieser Art von Musik zu zuhören und eine wenig an die gute alte Zeit erinnert wird, in der sowas noch im Radio und der Disco gespielt wurde. Ravarez klingt ein wennig wie der kleine Bruder von Ted Poley was als Kompliment gemeint ist.

Den Anfang macht “Intensity” ein flotter Rocker, gefolgt von dem Hit “Trespass On Love” Melodie und geniale Vocals mit einem Refrain zum niederknien, hätten die Radiostationen der Welt in den 80er rauf und runter gespielt. Danach kommt mit “Too Bad For Baby” ein Straighter Rocker der ein wenig an GOTTHARD oder VON GROOVEs Debüt erinnert. Bei “Lost In The Dark” denke ich an DOKKEN. “Back” noch ein Straighter Rocker der sofort ins Ohr geht und nicht mehr raus will. “Victim Of Desire” könnte von JADED HEART mit Bormann stammen. Der zweite Hit “We Do What We Want” macht einfach Spass ein melodischer Rocker der sich anhört wie eine Mischung aus DEF LEPPARD und AC/DC, bleibt lange im Ohr. “Built To Please” fällt leicht gegen die anderen Stücke ab. “She Bites Hard” läst AC/DC wieder durchblitzen wäre was für eine Rocknacht in der Disco um die Tanzfläche zu füllen. “Big Game” ein Rocker der gut ab geht.

Fazit:

Ein Debütalbum das Spass macht und mehr als nur einen Durchlauf verdient hat, für alle die mit den erwähnten Bands was anfangen können, können hier bedenkenlos zu greifen. Von mir gibts 8,5 Punkte

WERTUNG:


 

Trackliste:

01. Intensity
02. Trespass On Love
03. Too Bad For Baby
04. Lost In The Dark
05. Back
06. Victims Of Desire
07. We Do What We Want
08. Built To Please
09. She Bites Hard
10. Big Game

Helmut

HOUSE OF SHAKIRA – Radicarbon

Fossil

Band: House Of Shakira
Album: Radicarbon
Spielzeit: 39:41 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 06.12.2019
Homepage: www.facebook.com/HouseofShakira/

HOUSE OF SHAKIRA veröffentlichen ihr mittlerweile neuntes Studioalbum seit 1997, das erste über Frontiers Records. Zu hören gibt es guten bis sehr guten Melodic Rock von den Schweden.
Andreas Novak Vocals, hat eine sehr gute nicht aufdringliche Stimme die besten zu dieser Art von Melodic Rock passt und ein wenig an Louie Merlino von Beggars & Thieves oder auch Ted Poley erinnert. Noch mit dabei sind Per Schelander Bass und Backing Vocals, Anders Lundstrom und Mats Hallestensson an den Gitarren und Backing Vocals, Martin Larsson Drums.
Los gehts mit einem Intro, darauf folgt “One Circumstance” ein netter Rocker, gefolgt von “Not Alone” ein guter Melodic Rock Song. Mit “Radicarbon” kommt das erste Highlight das sich auch auf Danger Dangers Erstling gut gemacht hätte. “Tyrant’s Tale” ist gut an zu hören und erinnert mit seinem orientalischen Touch an das erste Album von HOUSE OF SHAKIRA. “Delusion”,“Save Yourself” und “Sweet Revenge” sind wiederum gute Melodic Rock Tracks. “Scavanger Lizard” bleibt wieder besser im Ohr hängen, ein flotter Meldoic Rock Song. Danach kommen noch zwei Highlights “Like A Fool” ein straighter Rocker und “Falling Down” eine Powerballade.

Fazit:

Ein gutes Album mit drei Highlights, und den restlichen guten Songs. Für Anhänger von den ersten drei HOS Alben die neueren sind mit leider nicht bekannt, softere Beggars & Thieves oder Danger Dangers Debütalbum durchaus hörenswert. Von mir gibts gute 8 Punkte für ein gutes Album.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Herd Instinct
02. One Circumstance
03. Not Alone
04. Radiocarbon
05. A Tyrant’s Tale
06. Delusion
07. Save Yourself
08. Sewwt Revenge
09. Scavenger Lizard
10. Like A Fool
11. Falling Down

Helmut

SIGN X – Like a Fire

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Band: Sign X
Album: Like A Fire
Spielzeit: 45:46 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 06.12.2019
Homepage: www.facebook.com/SignXGermany

SIGN X bestehen aus den Mitgliedern der Hamburger Band Châlice, die in den 90er sieben Alben veröffentlichten und diverse Shows und Tourneen mit bekannten Rockgrößen absolvierten, darunter waren u.a. Deep Purple, Alice Cooper, Uriah Heep, Tesla und Magnum.
Verstärkt durch den Keyboarder Michel Jotzer und Musical Sänger Sebastian Zierof wird nun unter neuem Namen ordentlich drauf los gerockt. Live wird Songs von Châlide neues Leben eingehaucht und eigenes Songmaterial präsentiert.
Mit der Anfang 2018 erschienen EP konnten SIGN X für einiges Aufsehen sorgen und landeten auf Platz 1 der Classic Rock Charts bei Amazon, folgt nun das Album Like A Fire mit eigenen Songs.
Zu hören gibts gute Laune machenden Melodic Hard Rock der auf internationalen Niveau präsentiert wird. Los geht es mit “Fall” eine Uptemponummer, gefolgt von “Elements” der ein wenig experimentell rüber kommt. “Storm” fängt langsam mit Pianopart an, geht nach den ersten Stophen im Midtempobereich ab und besitzt einen Mitsingrefrain. “Rain” ist zu Anfang mit Akustikgitarre untermalt und wird nach etwa zwei Minuten zum Rocker mit traumhaten Refrain, kurz vor Schluss wird noch mal das Tempo rausgenommen um dann noch mal richtig ab zu gehen, der Geilste Song auf der CD. Mit “Shine” wird wieder richtig aufs Gaspedal gedrückt ein Melodic Rock Song mit dem richtigen Tempo und genialer Melodieführung. “Free Your Mind” ein Rocker, gefolgt von “Crush” einer Ballade, “Chasing The Wind” und “Sign” bedes Rocker fallen von der Qualität leicht ab sind aber dennoch hörenswert.

Anspieltips:

“Fall”, “Elements”, “Storm”, “Rain” und “Shine”

Fazit:

Eine gelungenes erstes Album mit einer ausgewogenen Mischung aus Gitarren und Keyboard, auf das hoffentlich noch einige folgen werden. SIGN X in eine Schublade zu stecken funktioniert nicht so wirklich, von den Kompositionen am ehesten zu vergleichen mit Pink Cream 69. Sebastian Zierof besitzt eine sehr gute und angenehme Stimme die in den Höheren Regionen noch genug Kraft hat. Von mir gibts 8,5 Punkte für ein gelungenes Debütalbum, bitte mehr von diesem Futter.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fall
02. Elements
03. Storm
04. Rain
05. Shine
06. Free Your Mind
07. Crush
08. Chasing The Wind
09. Sign
10. Koda X

Helmut

ECLIPSE – Paradigm

Band: Eclipse
Album: Paradigm
Spielzeit: — min
Stilrichtung: Melodic Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 11.10.2019
Homepage: www.eclipsemania.com

ECLIPSE Paradigm
Was das schwedische Wunderkind Erik Mårtensson auch alles produzieren und mischen mag, seine Band ECLIPSE bleib seine Herzensangelegenheit und dieses Herzblut spürt man auch auf dem neusten Werk „Paradigm“ in jeder Note.
Hier werden keine Bonustracks aus vergangenen Kompositionsphasen erneut verwurstet, hier wird das Beste erarbeitet, was gerade möglich ist. Der rote ECLIPSE Faden ist allgegenwärtig, die Band hat ihren favorisierten Stil gefunden und bewegt sich gekonnt um ihre Brandmarks, die da sind, druckvoller, eingängiger Melodicrock ohne Kompromisse. Kein Bombast, schnörkellos, doch mit Spielraum für immer mal wieder Unerwartetes.
Die Refrains wirken irgendwie immer eine Spur griffiger und die Strophen häufig passender als bei einem Großteil der Konkurrenz und wenn die fürs Album ausgewählten Songs allesamt im Midtempo und schneller sind, dann ist das so und man verzichtet halt auf die ansonsten obligatorische Quotenballade.
Abwechslung wird durch fein gesetzte Akzente erzielt, sei es die ungewöhnliche Songeröffnung oder ein außergewöhnliches Solo. Erik Mårtensson macht nicht viel anders, aber an genau den richtigen Stellen. Diese Feinheiten sind extrem songdienlich und in ihrer Einfachheit schon teils genial. Oftmals braucht es mehrere Durchläufe bis sich alles offenbart hat.
Rein musikalisch ist es sogar ein wenig rätselhaft, was genau den Unterschied macht.
Die zwar angenehme Gesangsstimme ist nicht wirklich außergewöhnlich, die ordentliche Gitarrenarbeit nicht von einem anderen Stern, aber alle Mannschaftsteile fügen sich extrem harmonisch zusammen. Nichts ragt raus und alles zusammen ergibt ein klasse Gesamtergebnis. ECLIPSE hassen Albumfüller und lassen sie einfach weg.
Viele ihrer Songs hinterlassen gerne mal den Eindruck, ihn in ähnlicher Form schon mal gehört zu haben, da der Aufbau sich häufig ähnelt, dann hört man sich durch den Backkatalog und findet nichts.
„Blood Wants Blood“, „Mary Leigh“ und vor allem „The Masquerade“ sind drei dieser kleinen Meisterwerke, welche leicht das Qualitätslevel des fulminanten Vorgängers „Monumentum“ erreichen, die grundsätzlich eher einfacheren Songs packen einen spätestens im Refrain.
Die kantige, schon fast dreckige Gitarrenarbeit von Leadgitarrist Magnus Henriksson auf „Delirious“ ist extrem treibend und kommt wie fast das ganze Album ohne große, dominante Keyboardeinsätze aus.
Etwas auf die Tempobremse treten „Take Me Home“ und „Shelter Me“, die getragenen Hymnen auf „Paradigm“, ohne die es ECLIPSE nicht machen.
Kurz und prägnant lautet die Devise, denn Mårtensson weiß genau um den Wirkungsgrad seiner elf Songs, nach drei bis vier Minuten ist die jeweilige Messe meistens gelesen und wird nicht um weitere Minuten unspektakulär in die Länge gezogen.
ECLIPSE ist es somit eindrucksvoll gelungen, dem grandiosen Vorgänger „Monumentum“ einen würdigen Nachfolger auf beachtlicher Qualitätsstufe folgen zu lassen.
Das Ganze mag nicht jedermanns Lieblingsmusik sein, aber die stetig zunehmende Anzahl an Fans kommt erneut voll auf ihre Kosten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Viva La Victoria
02. Mary Leigh
03. Bloods Wants Blood
04. Shelter Me
05. United
06. Delirious
07. When The Winter Ends
08. 38 Or 44
09. Never Gonna Be Like You
10. The Masquerade
11. Take Me Home

Link zu “United”:

Rüdiger König