DARKTRIBE – Forgotten Reveries

Trackliste:

01. Paradox
02. I Walk Alone
03. The Fallen World
04. Sicilian Danza
05. Ghost Memories
06. Eden And Eclipse
07. From Star To Dust
08. Reality
09. Kings In The Sand
10. Mornings Of Fear
11. Son Of Illusion

Spielzeit: 51:08 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/DarktribeOfficial

 

DARKTRIBE, da war doch was. Korrekt, die Franzosen hatte ich bereits 2020 mit ihrem Album „Voici L’Homme“ in der Garage, und das war eine nette Erfahrung. Also nochmal! „Forgotten Reveries“ erscheint am 21. November 2025, das Cover sieht sehr schick aus, 11 Songs, 51 Minuten. Klingt gut, let’s go.
Gut klingt zuallererst auch das Album. DARKTRIBE haben es ja mit fettem melodischen Power Metal mit Orchester und ein wenig Synthesizer-Einsatz, und das sitzt soundtechnisch hervorragend. Knallt, ist fett, wirkt aber nicht überladen. Dazu gibt es ein paar dezent eingesetzte Sounddesign-Elemente für ein angenehmes Maß an Modernität, das Orchester wirkt okay authentisch, die Synth-Sounds sind gut gewählt. Was will man mehr?
Nun, gute Instrumental- und Gesangsleistungen zum Beispiel, und auch hier kann das Quartett erneut überzeugen. Starke Power-Metal-Stimme von Anthony Agnello, starke Arbeit vom Rest der Truppe.
Und musikalisch? Da ist alles beim alten. DARKTRIBE haben immer einen guten Anteil an Songs, die in Sachen Songwriting richtig liefern. Auf „Forgotten Reveries“ sind das zum Beispiel „I Walk Alone“, mit schön runtergestimmten Gitarren, finnischem Power-Metal-Flair, Emotion und guten Melodien, oder der finale +6-Minüter „Son Of Illusion“, der so richtig nice als feierliches Finale daherkommt. Mit „From Stars To Dust“ und „Reality“ bedient man die Synthesizer-Fraktion und bei Songs wie „Mornings Of Fear“ darf es auch mal was „düsterer“ sein.
Neben solchen herausstechenden Songs gibt es dann auch noch ein wenig Standardware. So ist zum Beispiel „The Fallen World“ auf jeden Fall nett und professionell gemacht (darunter machen DARKTRIBE es eh nicht), hat jetzt aber auch keine Trademarks, die wirklich in Erinnerung bleiben. Und auch bei „Forgotten Reveries“ bleibt der kleine Kritikpunkt, dass man so einigen Songs spürbar mehr Punch hätte verleihen können, wenn man sie einfach 20 bis 30 Sekunden gekürzt hätte. Da ist doch oftmals der eine Part, der etwas zu lang ist – häufig der Solopart – durch dessen Straffung man dem Ding noch einen zusätzlichen Löffel Kurzweiligkeit hätte verleihen können.

Fazit:
DARKTRIBE haben erneut ein Album gebaut, das Fans von melodischem, fettem und leicht progressivem Power Metal so einige schöne Zeiten bescheren dürfte. Da macht der ein oder andere Lückenfüller die geilen Songs der Platte auch nicht ungeschehen.

Anspieltipps:
„I Walk Alone“, Eden And Eclipse“. „Son Of Illusion“ und „From Star To Dust“

Jannis

DARKTRIBE – Voici L’Homme

Band: Darktribe
Album: Voici L’Homme
Spielzeit: 51:46 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 17.01.2020
Homepage: www.facebook.com/DarktribeOfficial

Irgendwie hat es Frankreich geschafft, als so ein Land in der öffentlichen Wahrnehmung aufzutreten, das verhältnismäßig wenig Metal parat hat. Dabei gibt es da durchaus einige und in letzter Zeit immer mehr Acts, die Qualität abliefern, und DARKTRIBE ist einer davon. Das Quartett aus Nizza hat seit 2012 zwei Alben veröffentlicht, mit “Voici L’Homme” steht nun das dritte in den Startlöchern. Kurz die offenen Fragen abgeklärt: Keine Sorge, bis auf den Titeltrack-Chorus sind die Lyrics auf englisch gehalten, es scheitert also für Kenner der englischen Sprache nicht am Textverständnis. Die Produktion ist saftig und gelungen, die Arbeit der Bandmitglieder kann sich absolut hören lassen und auf dem Programm steht Power Metal mit einer guten Portion Orchester und ein paar sporadischeren Synthsounds, die aber bis auf wenige Tracks (unter anderem “Faith And Vision”) äußerst sparsam eingesetzt werden.
Kompositorisch kratzt man durchaus partiell an den klassischen Power-Metal-Harmonien, ab und an unter Verwendung von denen, denen man als deutscher Metal-Fan aufgrund seiner zwangsweisen Sozialisierung mit Schlager eher schaudernd begegnet. Hält sich aber in Grenzen und insgesamt hat die Komposition doch einen eigenen Stil, der nur eben nicht immer durchdringt. Ansonsten gibt es einen hohen Dur-Anteil (ohne dass die Platte zu DRAGONFORCE-Cheese verkäme) und ein paar Versuche, böse und aggressiv zu klingen, die, wie so oft bei solchen Bands, naiv sympathisch nicht so richtig zünden, weil man im Endeffekt ohne die harmonische Sonnenschein-Kadenz doch nicht leben möchte. Die Arbeit der Rhythmusfraktion ist unterdessen modern, umgeht jedoch die Stolperfalle, in corige Instrumentals überzugehen und sich auf seelenlose Technikpräsentation zu reduzieren.
Viel Innovation ist von “Voici L’Homme” nicht zu erwarten, diese Art von Stil bedienen nicht allzu wenige Bands. Doch das, was sie machen, machen DARKTRIBE gut. Mal stampfend, mal tribend ( -.- ), mit teils beachtlichem Riffing (u.a. beim letzten Track “Symbolic Story”), zwischenzeitlich Erinnerungen an KAMELOT, STRATOVARIUS oder MOB RULES weckend und in der Ballade “The Hunger Theory” überraschend unkitschig nach einer erträglichen Version von JUDAS PRIESTs “Lost Love” vom “Nostradamus”-Album klingend.
Man kann viele der instrumentalen Parts der Songs in ihrer durchdachten Ausarbeitung auf jeden Fall loben, doch nicht selten – und hier kommt die Kritik – sind die Songs etwas überladen. Da hätte das Material dann auch in ein 40-Minuten-Album gepresst werden können und hätte doch einige Längen vermieden. Wo andere Bands wissen, wann es gut ist, möchten DARKTRIBE dann doch häufig noch einen Part drauf- oder dazwischensetzen, was dem Album einige Längen beschert.

Fazit:
Da “Zu viel Content” aber als Kritik schon Meckern auf hohem Niveau ist, kann man im Endeffekt sagen, dass “Voici L’Homme” ein gelungenes Symphonic—Power-Metal-Album ist, das Dur-lastig aber nicht zu kitschig ausfällt und auf ganzer Linie professionell gemacht ist.

Anspieltipps:
“Prism Of Memory”, “Faith And Vision” und “The Hunger Theory”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. March For A Prophecy
02. Prism Of Memory
03. Voici L’Homme
04. A Silent Curse
05. Faith And Vision
06. Back In Light
07. Under The Tree Of Life
08.According To Darkness
09. The Hunger Theory
10. Symbolic Story

Jannis