CRASHDIET – Art Of Chaos

Trackliste:

01. Satizfaction
02. Sick Enough For Me
03. Chaos Magnetic
04. Can Of Worms
05. Loveblind
06. Get Out
07. Quitter
08. Killing It Now
09. Silent Place
10. Edge Of A Knife

 

Spielzeit: 39:24 min. – Genre: Hair Metal, Hardrock – Label: Ninetone Records – VÖ: 08.05.2026 – Page: www.crashdiet.org

 

„It´s all about the fans“ sagte Martin Sweet unlängst in einem Interview. Der Gitarrist und Songschreiber von CRASHDIET antwortete mit diesem Satz auf die Frage, warum er nach all den Besetzungswechseln und Rückschlägen immer noch weitermacht und woher er die Kraft dazu schöpft. Sweet ist das noch einzig verbliebene Originalmitglied der Band und musste einmal mehr einen Sängerwechsel verkraften. Das erste Mal müssen sich CRASHDIET den Frontmann mit einer weiteren Band teilen, denn John Elliot singt auch bei den Kollegen von CONFESS, die just in diesen Tagen ebenfalls ein neues Album auf den Markt werfen. Eine wahrlich kuriose Situation.

Ebenfalls die Segel streichen musste Bassist Peter London, der sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzog. Ihn ersetzt Chris Young von MIDNIGHT DANGER, jenem 2-Mann Synthwave Projekt, das in letzter Zeit enorm Fahrt aufnehmen konnte. Bleibt zu hoffen, dass sein Einstieg bei CRASHDIET dem kein Ende setzt. Am Schlagzeug sitzt Martin´s Bruder Michael Sweet, der seit 2011 immer wieder aushalf und seit 2024 fest zur Band gehört.

Schön, dass sich wenigstens die Musik der schwedischen Neo-Sleazer nicht so grundlegend verändert wie das Line-Up. Wo CRASHDIET drauf steht ist auch CRASHDIET drin. Und so ist es auch nicht verwunderlich dass „Art Of Chaos“ mit einem Triple an typischen CRASHDIET Hymnen startet. „Satizfaction“, „Sick Enough For Me“ und „Chaos Magnetic“ dürften das ein oder andere Mal in zukünftigen Live-Sets zu finden sein. Was für ein geiler Start – allerdings gab es den ein oder anderen Song in ähnlicher Form bereits auf vorangegangenen Platten.

Nach dem Midtempo-Stampfer „Can Of Worms“ haben die Schweden mit „Loveblind“ eine großartige Ballade aufgenommen – definitiv ein weiteres Highlight dieses Albums. Desweiteren möchte ich das punkige „Quitter“ sowie das energische „Killing It Now“ hervorheben.

Stilistisch bewegen sich CRASHDIET auf „Art Of Chaos“ wieder mehr zurück zu den eigenen Wurzeln. Die Band hat seit jeher ihren eigenen Sound, der auf den beiden letzten Alben etwas düsterer und moderner gehalten wurde. In 2026 klingen die Schweden wieder etwas mehr nach Party, mehr nach Achtziger – und das obwohl die interne Situation nicht gerade einfacher geworden ist. Wer CRASHDIET bisher mochte wird mit „Art Of Chaos“ sicher glücklich sein. Ein großer Dank an Martin Sweet, der niemals aufgibt und den Fans genau das gibt was sie lieben!

Stefan

CRASHDIET – Rust

Band: Crashdiet
Album: Rust
Spielzeit: 43:31 min.
Stilrichtung: Sleaze, Hardrock
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.crashdiet.org

Man kann wirklich nicht behaupten, dass CRASHDIET vom Glück verfolgt wären, aber „aufgeben“ haben die Schweden um Gitarrist Martin Sweet anscheinend nicht in ihrem Wortschatz. Zur Freude ihrer zahlreichen Fans, die aber trotz der aktuellen Neujustierung satte 6 Jahre auf eine neue Studioplatte warten mussten, denn das letzte Werk „The Savage Playground“ erschien bereits 2013. Besagtes Album war ein Novum im Universum von CRASHDIET. Zum ersten Mal in der Bandgeschichte wurden zwei Longplayer mit ein und dem selben Sänger aufgenommen. Leider ist diese Konstante schon lange wieder Geschichte, denn Anfang 2015 gab man die Trennung mit Sänger Simon Cruz bekannt. Martin Sweet (guitars), Peter London (bass) und Eric Young (drums) standen ein weiteres Mal ohne Frontmann da.

Fast drei Jahre hat es gedauert, bis in Gabriel Keyes ihr neuer und bereits vierter Sänger der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Während der inaktiven Zeit von CRASHDIET ist einiges geschehen. Martin Sweet ist bei seinen Kumpels SISTER eingestiegen, die mittlerweile einem weitaus härteren Sound frönen, außerdem hat der Kreativkopf mit SWEET CREATURE und ihrem Album „The Devil Knows My Name“ zusammen mit Tin Star (GEMINI FIVE) eine weitere Combo aus dem Boden gestampft.

Aber auch Fans von CRASHDIET sind während der Abstinenz ihrer Faves auf ihre Kosten gekommen. Die Schweden hielten die Suppe mit eigenen Re-Releases ihrer ersten EP plus diverser Goodies, die jetzt unter „Illegal Rarities Vol. 1“ zu haben ist, oder der Demo Kompilation „Illegals Rarities Vol. 2“ sowie einem Live-Album („Live In Sleaze“) und ihrer ersten, streng limitierten Live-DVD „Rest In Sleaze Tour 2005“ am kochen.

Jetzt ist man wieder zurück im Stall von Frontiers Music und holt aus zum nächsten Rundumschlag in Sachen Sleaze Metal. Und das Wort Metal ist bewusst gewählt, denn während viele Vertreter der neuen Welle an Hairspray Bands tief in die Trickkiste von Belanglosigkeit und lau aufgewärmten POISON-Verschnitten greifen, setzen CRASHDIET gekonnt mit einem metallischen Riff tolle Akzente.

Schon beim an den Anfang gestellten Titelsong „Rust“ ist das der Fall. Wer aber denkt, der Refrain hätte keinen Mitsingcharakter, der kennt die Schweden wahrlich schlecht. Nach diesem starken Opener legen CRASHDIET mit „Into The Wild“ eine waschechte Hymne nach. Spätestens nach diesen beiden Nummern ist eines klar: CRASHDIET sind zurück – und das bockstark! Die bereits als Vorabsingles bekannten „Idiots“, „Reptile“ und speziell „We Are The Legion“ machen da keine Ausnahme. Aktuell wurde die Ballade „In The Maze“ ausgekoppelt.

CRASHDIET sind erwachsen geworden. „Rust“ ist nicht nur ihr wohl abwechslungsreichstes Werk, das Songwriting ist weiter gewachsen. Auch wenn der zuckersüße Refrain von „Crazy“ zuerst ein vielleicht ein erstauntes hochziehen der Augenbrauen und große Augen hervorruft, passt der Song genau so gut zum Gesamtpaket CRASHDIET 2019 wie das hardrockige „Parasite“. „Rust“ ist einfach Klasse, das Warten hat sich einmal mehr gelohnt – und CRASHDIET sind im Herbst mit THE CRUEL INTENTIONS auf Tour, die mit ihrem Debüt „No Sign Of Relief“ ein dickes Ausrufezeichen gesetzt haben – das kann ein richtig geiles Package werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rust
02. Into The Wild
03. Idiots
04. In The Maze
05. We Are The Legion
06. Crazy
07. Parasite
08. Waiting For Your Love
09. Reptile
10. Stop Weirding Me Out
11.Filth & Flowers

Stefan

CRASHDIET – The Savage Playground

Band: Crashdiet
Album: The Savage Playground
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 25.01.2013
Homepage: www.crashdiet.org

Der vierte Longplayer der Schweden CRASHDIET ist gleichzeitig ein Debüt, denn erstmals ist ein und derselbe Sänger auf zwei Alben nacheinander zu hören. Nach dem tragischen Ableben von Dave Lepard (R.I.P.) und dem kurzen Gastspiel von H. Olliver Twisted alias Olli Herman von RECKLESS LOVE fand man in Simon Cruz 2009 den richtigen Frontmann. Das Debüt „Rest In Sleaze“ ist mittlerweile schon legendär, das experimentelle „The Unattractive Revolution“ hatte auch seine Momente und das 2010 erschienene „Generation Wild“ war wieder ziemlich stark. Den großen Durchbruch hat man aber auch mit dieser Scheibe nicht gepackt. Also haben die Schweden alle ihre Kräfte gebündelt und wollen mit „The Savage Playground“ das reißen, was ihnen bisher verwehrt blieb.

Dabei beschreiten sie durchaus ungewöhnliche Pfade, denn für die Produktion hat man Otto Wellton geholt, der eher aus dem Popbereich kommt und außerdem soll es auf Album Nummer vier abwechslungsreicher zugehen als je zuvor. Na dann lassen wir die Spiele mal beginnen:

„Change The World“ haben die Jungs an den Anfang gestellt. Das Riff erinnert sehr an „Riot In Everyone“ vom Debüt, ansonsten geht die Lutzi gut ab. Aber anstatt Neues zu bieten, wärmen CRASHDIET ihr Gebräu eher auf als nach Innovation zu suchen. Trotzdem ein guter Einstieg. Mit „Cocaine Cowboys“ folgt die erste Single des Silberlings. Dreckig und mit gebündelter Kraft schmeißen die Jungs alle in die Waagschale, was diese Band ausmacht – geil! Das Riffing und der Aufbau der beiden folgenden Songs „Anarchy“ und „California“ ähneln sich ziemlich, richtig gut wird es erst wieder bei „Lickin´Dog“. Das hat Seele und Herzblut. Das eingängige „Circus“ ist zwar einfach gestrickt und könnte auf „The Unattractive Revolution“ stehen, aber irgendwie hat es was, also Daumen hoch. Was anschließend folgt, ist leider Gottes zum Großteil Stangenware. Schlecht sind die Songs meist nicht, aber auch nicht die Offenbarung, die ich von diesem Longplayer erwartet hätte. Vielleicht hätte man einfach 2 oder 3 Nummern weniger draufgepackt, dann würden das fast schon epische „Garden Of Babylon“ (hier haben die Schweden orientalische Einflüsse eingeflochten) oder das fluffige „Drinkin´ With You“ vielleicht mehr herausstechen.

CRASHDIET wollten mit „The Savage Playground“ – natürlich in gemäßigter Variante – neue Wege beschreiten.. Das ist ihnen nur bedingt gelungen, es gibt ein paar härtere Songs (z.B. „Snakes In Paradise“) und auch ein paar stilistische Ausreißer, aber ob das reicht?  Das Potential einer weiteren Großtat ist nach wie vor vorhanden aber es haben sich auch einige Langweiler eingeschlichen. Nimmt man aber die starken Songs heraus, bleibt durchaus genügend hängen, das den Fan begeistern sollte. Wollen wir mal nicht alles schlechtreden, CRASHDIET sind immer noch eine geile Band und „The Savage Playground“ ist es auf jeden Fall wert, mal ein Ohr zu riskieren.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Change The World
2.Cocaine Cowboys
3.Anarchy
4.California
5.Lickin´ Dog
6.Circus
7.Sin City
8.Got A Reason
9.Drinkin´ Without You
10.Snakes In Paradise
11.Damaged Kid
12.Excited
13.Garden Of Babylon

Stefan