SAPIENCY – For Those Who Never Rest

Band: Sapiency
Album: For Those Who Never Rest
Spielzeit: 55:27 min
Stilrichtung: Modern Melodic Death Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 25.09.2020
Homepage: www.sapiency.org; www.facebook.com/Sapiency

Ganze sieben Jahre hat es gedauert, bis SAPIENCY endlich ihr neues Album auf den Markt werfen. „For Those Who Never Rest“ heißt das gute Stück und was könnte passender sein für ein schnelles und abwechslungsreiches Album. Und es könnte tatsächlich sogar das beste in der bisherigen Karriere der Frankfurter Buben sein. „For Those Who Never Rest“ schließt sich nahtlos an das 2013er Werk „Tomorrow“ an. SAPIENCY bleiben sich und ihrem Sound treu, heben ihn aber auf eine neue Ebene.
Obwohl schon 2009 gegründet ist „For Those Who Never Rest“ erst das dritte Album der Band und dennoch klingt es dafür recht professionell. Kein Wunder, war ein Großteil der Band vor SAPIENCY schon in diversen anderen Bands und Projekten unterwegs, um reichlich Erfahrung zu sammeln.
Schon der Opener „Everest“ zeigt, dass die Band in den letzten Jahren deutlich gereift ist. Harte Strophen perfekt kombiniert mit eingängigen Refrains. Lars Bittner und sein Kompanion, Growler Phil Heckel zeigen hier schon direkt ihre perfekte Symbiose. Schon im zweiten Song „Like Yourself“ durfte sich Neuling Tyler Zechlinski verewigen, holla die Waldfee. „Like Yourself“ hat am Ende des Albums nochmal einen Auftritt, Tyler erhält hier noch Unterstützung von keinem geringeren als unserem Bierbaron Gerre von TANKARD. Die Videoauskopplung zeigt die Wuchbrumme aus Frankfurt dann auch gleich von seiner Schokoladenseite *zwinkersmiley*.
Und unterhaltsam geht es weiter. Während „Dangerous Game“ mit einem Bombast-Intro aufwartet, kann „Thin Ice“ mit Piano und sphärischen Keyboard-klängen punkten. Und zwischendurch immer griffig riffig. Eine nahezu perfekte und abwechslungsreiche Mischung.
Klar, der nicht nur SAPIENCY-typische Wechselgesang wird von vielen Bands als Stilmittel verwendet, funktioniert bei den Frankfurtern aber wirklich gut. Massiv, kraftvoll und dabei brutal und abwechslungsreich. SAPIENCY haben musikalisch und auch textlich enorm zugelegt, die lange Pause hat der Band gut getan. Auch wenn ich diverse Line-up Wechsel nicht mehr wirklich zusammen kriege, hat dies weder der Band noch dem Album geschadet. Was die Jungens hier in einer knappen Stunde auf den 13 (bzw. 12 Songs) zustande gebracht haben, ist nicht von schlechten Eltern. Tatsächlich gibt es auch nur Kleinigkeiten zu bemängeln. Nicht jeder Song zündet, ein paar Sachen lassen einen leicht gelangweilt zurück. Aber das ist wirklich jammern auf hohem Niveau, sind es doch wirklich nur kleine Stellschrauben, an denen die Band noch etwas drehen könnte – hier und da ein wenig mehr instrumentale Vielfalt, ein paar mehr spielerische Riffs und fertig ist ein perfektes Album. Und Luft nach oben ist ja auch nicht schlecht.

Fazit: Mit „For Those Who Never Rest“ haben sich SAPIENCY einen großen Schritt nach vorne bewegt und für alle Fans von Melodic Death Metal ist das Album eine absolute Kaufempfehlung und locker 8,5 Sterne wert. Gerne mehr davon.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Everest
02. Like Yourself (Feat. Tyler)
03. Dangerous Game
04. Revenge
05. Bleeding In The Sun
06. Thin Ice
07. Sick
08. C’est La Vie
09. Borderline
10. I Am Alive
11. Lucid Dreamer
12. Dropped Again
13. Like Yourself (Feat. Gerre & Tyler) [Bonus Track]

Tänski

Um euch Lächeln ins Gesicht zu zaubern, SAPIENCY mit Gerre:

TERAMAZE – I Wonder

Band: Teramaze
Album: I Wonder
Spielzeit: 69:10 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Wells Music
Veröffentlichung:
Homepage: www.teramaze.com.au

„I Wonder“ ist das 7. Full-Length Album der australischen Prog Metal Band TERAMAZE, und das 3. das mir zur Besprechung vorliegt. Den direkten Vorgänger aus dem letzten Jahr („Are We Soldiers“) habe ich mir leider bisher noch nicht anhören können, aber die beiden von mir besprochenen Alben (siehe hier und hier) haben einen jeweils ziemlich guten Eindruck hinterlassen. Leider ist die Truppe, die im Kern eigentlich nur von Gitarrist, Songschreiber und Produzent/Mixer Dean Wells zusammengehalten wird, über die Jahre immer wieder von einschneidenden Besetzungswechseln gebeutelt worden. So hat Wells nun auf „I Wonder“ kurzerhand auch noch den Gesang übernommen und veröffentlicht das Ganze dann zum guten Schluß auch noch über sein eigenes Label. Das nenn´ ich mal Konsequenz.

Bisher hat es mir bei den Jungs immer an eingängigen Hooklines gefehlt, ein Umstand der auf „I Wonder“ zwar immer noch nicht ganz ausgemerzt ist, aber was Wells und seine Mitstreiter anno 2020 vorlegen ist dennoch ihr bisher stimmigstes und ausgereiftestes Werk. Gleich vom Fleck weg plätten TERAMAZE mit dem tonnenschweren Doppelpack „Ocean Floor“ sowie „Only Daylight“ jegliche Zweifel daran weg, dass 1 Jahr seit dem letzten Output zu wenig Zeit sein könnte um qualitativ überzeugende Songs zu schreiben. Die Songs der neuen Platte haben eine dermassen hypnotische Aura, eine erhabene, epische Breite, dass man sich stundenlang darin verlieren kann. Zugegeben, das ist alles ziemlich glatt und die sehr poppige Stimme von Mastermind Dean Wells ist definitiv Geschmacksache die nicht jedem gefallen wird. Aber man wird nur schwerlich etwas ähnlich Starkes im fast abgelaufenen Jahr in diesem Bereich finden. Und mit „Sleeping Man“ gibt es ihn dann doch noch, den Ohrwurm zum hinknien, den einen Hit der den Jungs die Türen noch weiter öffnen kann. Ich warte zwar immer noch darauf, dass mich eine Prog Band so gnadenlos aus den Latschen haut wie es Dream Theater vor 28 Jahren mit „Images and Words“ und seitdem nur noch Opeth mit „Watershed“ geschafft haben. Aber wer solche geilen Tracks wie den Dream Theater meets Nickleback (ja, ich weiss, funktioniert aber dennoch ganz wunderprächtig) Brocken „Idle Hands / The Devil’s Workshop“ oder den bombastischen Rausschmeisser/Titeltrack „I Wonder“ auf die Kette bekommt, hat meine volle Aufmerksamkeit sowie Lobhudelei verdient.

Neben Haken´s „Virus“ ist „I Wonder“ für mich das absolute Highlight 2020 im Prog Metal Bereich und die oben genannten Songs seien jedem Interessierten Fan des Genres wärmstens ans Herz gelegt. Mit „I Wonder“ mischen TERAMAZE nun endgültig in der oberen Liga mit und das Album wird womöglich nicht nur bei mir einen der vorderen Plätze im 2020 Jahrespoll belegen. Saugudde Scheibe und eine glasklare Empfehlung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ocean Floor
02. Only Daylight
03. Lake 401
04. A Deep State of Awake
05. Here To Watch You
06. Sleeping Man
07. Idle Hands / The Devil’s Workshop
08. Run
09. This Is Not A Drill
10. I Wonder

Mario

IMPERIUM – Heaven Or Hell

Band: Imperium
Album: Heaven Or Hell
Spielzeit: 45:10 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 30.10.2020
Homepage: www.facebook.com/imperiumproject

 

Das Solo-Projekt des finnischen Schlagzeugers Mika Brushane geht in die dritte Runde. Eingetütet wurde das Album unter anderem mit Robban Ernlund, Markku Kuikka, Stefano Lionetti, Mikey K. Nilsson, Erkka Korhonen und Robbie LaBlanc.

Herausgekommen ist ein anständiges Melodic Rock Album das hörenswert ist. Die Gitarren sind ein klein wenig in den, gegenüber den beiden Vorgängern, Hintergrund gerückt, bei diesen wurde eine Spur härter zur Sache gegangen. Dennoch gibt es sehr guten Melodic Rock mit leichter AOR Schlagseite zu entdecken. Die Songs sind hervoragend ausgeführt und mit einer druckvollen Produkton versehen.

Dieser dritte Streich ist noch besser ausgefallen als die schon sehr guten Vorgänger, trotz der leicht softeren Ausführung. Als Anspieltipps gebe ich das Album in seiner Gesamtheit an, alles andere wäre Unfair den Songs gegenüber. Als Vergleich kann man die Schnittmenge aus BLANC FACES, FIND ME, EUROPE, TREAT und LIONVILLE sehen, diese Mischung hat es in sich und kann ohne wenn und aber ohne schlechtes Gewissen empfohlen werden.

Fazit:

Der nächste große Wurf aus Landshut dem LA Bayerns. Von mir gibt es ein 9 als Wertung.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Love Won’t Let You
02. Heaven Or Hell
03. Road To Paradise
04. Vision In A Dream
05. Dreaming On
06. Save Me
07. Higher Than The Sky
08. Invincible
09. Time Is Up
10. Lost In Yesterday

Helmut

WILDNESS – Ultimate Demise

Band: Wildness
Album: Ultimate Demise
Spielzeit: 47:05 min
Stilrichtung: Melodic / Hard Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 30.10.2020
Homepage: www.facebook.com/wildnessofficial

 

AOR Heaven bringen am 30. Oktober das zweite Album von WILDNESS auf den Markt, und die Trademarks die schon auf dem Debüt zu finden waren, wie etwa geile Melodien und Vocals sind hier auch wieder vertreten. Das enthaltene Material bewegt sich im Melodic Rock und wurde stark in Szene gesetzt.

Verantwortlich dafür sind Erik Forsberg am Mikrofon, Adam Holmstrom und Pontus Skold an Gitarre und Vocals, Marcus Sjosund an Bass und Vocals sowie Erik Modin am Schlagzeug den Vocals und Produktion, den Mix und das Mastering übernahm Erik Wigelius.

Die Produktion ist sauber, präzise und mit viel druck ausgeführt, alle Songs kommen mit ordentlich Dampf aus den Lautsprechern, die beste Art bei der richtigen Lautstärke den Staub aus den Regalen zu blasen. Das gebotene bewegt sich irgendwo zwischen dem Debüt und RETURN, EUROPE, TREAT, VEGA, DALTON und H.E.A.T.. Alles sehr gut hörbar mit etlichen Ohrwürmern die auf “Die Young”, “Nowhere Land”, “Cold Words”, “Renegades Of Love”, “My Hideaway” und Borderline” hören. Die beiden Balladen “Falling Into Pieces” und The Ultimate Demise” drücken kräftig auf die Tränendrüsen aber überzeugen. Die restlichen drei Songs sind sehr gut gelungen können den Standart der oben erwähnten Songs nicht ganz halten. Eine sehr gute CD die Herr Siegl unters Volk bringt, wer auf anständigen Melodic Rock steht macht mit diesem Album nichts falsch.

Fazit:

Acht starke Rocksongs die angenehm an zu hören sind, mit einer Produktion die Dampf macht kommen auf eine Wertung von 9 Punkten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Call Of The Wild
02. Die Young
03. Nowhere Land
04. Cold Words
05. Renegades Of Love
06. Falling Into Pieces
07. Burning It Down
08. My Hideaway
09. Denial
10. Borderline
11. The Ultimate Demise

Helmut

PRIDE OF LIONS – Lion Heart

Band: Pride Of Lions
Album: Lion Heart
Spielzeit: 57:08 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 09.10.2020
Homepage: www.aprideoflions.com

 

POL veröffentlichten ihr sechstes Studioalbum seit 2003, dass erfreulichste zuerst, es hat sich nichts geändert, die Band bietet immer noch den Catchy und Zuckersüßen AOR wie schon seit dem Debüt. Durch die Beteiligung von Jim Peterik erinnert POL an die Heroes von SURVIVOR, POL schliessen die Lücke die SURVIVOR hinterlassen haben.

Außer JP an Gitarren, Keys und Vocals, sind noch dabei Goldkehle Toby Hitchcock am Mikro, Mike Aquino an Gitarren, Klem Hayes und Kevin Campbell am Bass, Collin Peterik am Schlagzeug. Alles in allem können POL auf ganzer Linie überzeugen und legen ein Brett vor was sich gewaschen hat.

Als vergleich kann man außer SURVIVOR noch JP solo, die Soloalben von Toby Hitchcock sehen. Mit “Lion Heart” mein Favorit, “We Pay For Free”, “Carry Me Back”, “Good Thing Gone”, “Flagship”, “Give It Away” und “You’re Not A Prisoner” lassen POL gleich mal sieben Highlights auf die Hörer los. “Heart Of The Warrior”, “”Sleeping With A Memory” und “Rock & Roll Boom Town” sind drei sehr starke AOR Rocker und mit “Unfinished Heart” und “Now” wird die Balladenfraktion bestens bedient.

Fazit:

Ein starkes AOR Album von POL, was nicht anders zu erwarten war. Zwölf AOR Granaten die JP auf die Rockgemeinde loslässt, besser geht kaum. Ich vergebe eine 9 für dieses Granatenteil.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Lion Heart
02. We Play For Free
03. Heart Of A Warrior
04. Carry Me Back
05. Sleeping With A Memory
06. Good Thing Gone
07. Unfinished Heart
08. Flagship
09. Give It Away
10. Rock & Roll Boom Town
11. You’re Not A Prisoner
12. Now

Helmut

MARK BOALS AND RING OF FIRE – All The Best!

Band: Mark Boals And Ring Of Fire
Album: All The Best!
Spielzeit: 156:18 min
Stilrichtung: Hard Rock / Melodic Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 09.10.2020
Homepage: www.markboalsofficial.com/

 

Ordentlich Value For Money hauen Frontiers mit diesem Best Of Doppelalbum von MB und ROF raus, über zweieinhalb Stunden Musik mit MB. Während MB solo im Hard Rock Sektor zu finden ist, wird bei ROF etwas härter, im Melodic Metal, zur Sache gegangen. Dieses Doppelalbum gibt einen guten Überblick über die drei Soloalben und mit Ring Of Fire fünf CDs. Mit Musikern wie Doug Aldrich, Tony MacAlpine, Jeff Kollman, Neil Citron, Vitalij Kuprij, Vinny Appice, Virgil Donati, Erik Norlander, Chris Brooks und Steve Weingart wurden die Alben produziert. BOALS war unter anderem für YNGWIE MALMSTEEN, EMPIRE, THE CODEX, GENIUS, JAYCE LANDBERG ROYAL HUNT und BILLIONAIRES BOYS CLUB tätig.

MB besitzt ein sehr gute und angenehme Stimme, die er gekonnt einsetzt und mit dieser überzeugen kann. Die oben erwähnten Namen sprechen für sich und überzeugen auch ohne Fehler gemacht zu haben.

Zu den Gewinnern der Solo Alben gehören “Jane”, “Find Our Way”, “Betrayer”, “Lady Babylon”, “Through The Endless Night”, “Up To You”, “Garden Of Pain”, die Balladen “Broken Heart” und “My Turn”. Für meinen Teil sind auf CD 2 ein Paar Balladen zu viel enthalten.

Die Highlights von ROF sind “Circle Of Time”, “My Deja Vu”, “Invinsible Man”, “Keeper Of The Flame” erinnert mich in den Strophen an den Anfang von SABBATHs “Heaven And Hell”, “Perfect World”, “Land Of Frozen Tears”, den Balladen “Take Me Home”, “Blue Sky” und “Our World”.

Fazit:

Ein sehr guter Überblick der Alben von MB und ROF, einziger Wermutstropfen die doch sehr schwankenden Unterschiede der Produktionen trüben den gesamt Eindruck ein wenig. Ohne Wertung

 

Trackliste:

CD 1 Mark Boals

01. Jane
02. Broken Heart
03. I’m Sorry
04. My Turn
05. Find Our Way
06. Ring Of Fire
07. Death Row
08. Keeper Of The Flame
09. Alone
10. Battle Of The Titans
11. Betrayer
12. Lady Babylon
13. Between Two Mirrors
14. Through The Endless Nigh
15. Up To You
16. Garden Of Pain

CD 2 Ring Of Fire

01. Circle Of Time
02. The Oracle
03. Take Me Home
04. My Deja Vu
05. Blue Sky
06. Ghost Of America
07. Invinsible Man
08. Lapse Of Reality
09. You Were There
10. Perfect World
11. Darkfall
12. Mother Russia
13. Land Of The Frozen Tears
14. Oure World

Helmut

DGM – Tragic Separation

Band: DGM
Album: Tragic Separation
Spielzeit: 56:47 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 09.10.2020
Homepage: www.dgmsite.com

Auf das Frontiers Label ist ebenso Verlass wie auf die meisten der Haus und Hof-Bands des Labels. Da weiss man immer, was man in regelmässigen Abständen serviert bekommt. So ist es natürlich auch auf dem mittlerweile 10ten Studioalbum der italienischen Prog Metal Veteranen DGM, deren “Tragic Separation” nun vorliegt und nahtlos an das 4 Jahre alte “The Passage” (2016) anknüpft. Damals habe ich eine fette Wertung abgegeben und die Jungs an der Speerspitze des Genres verortet. Schauen wir mal, was sich seitdem getan hat.

Wie im Promotext abgehakt, sind auch auf der neuen Platte alle bekannten (und erwarteten) Trademarks der Band vorhanden: große Refrans (check), aberwitzige, technische Kapriolen (check), hi-speed Gtarrengefrikkel (check), überlebensgroße Gesangsmedien (check). Das will der Fan hören und genau das liefern DGM auch anno 2020 wie verlässlich ab. Im Mittelpunkt hierbei, wie immer, Gitarrist Simone Mularoni, der gewohnt beeindruckende Licks und Riffs abfeuert, und Sänger Marco Basile, der das gesamte Spektrum an Tonhöhen und Emotionen abdeckt. Weiterhin sind DGM in der Schnittmenge von Symphony X, Threshold und Dream Theater unterwegs und mischen dem Ganzen AOR und Meldic Rock Elemente bei. Aber machen wir uns nichts vor – „progressiv“ ist an dem Gebotenen so gut wie nichts, die Genre-Bezeichnung daher nur bei gutem Willen als grobe Orientierungshilfe zu verstehen. (Musikalische) Grenzen loten die Jungs keine aus, es sei denn das ein oder andere Gescheindigkeitslimit in den Gitarrensoli. Als Anspieltipps dieser hochwertigen, aber auch relativ vorhersehbaren Scheibe sollen dem Fan mal der knallige Opener „Flesh And Blood“, das mit einer geilen Hookline ausgestattete „Hope“ sowie der formidable Titelrack genannt werden. Leider ist der Genuss der Scheibe aufgrund der doch sehr offensiv knallenden Breitwandproduktion relativ schnell ermüdend, was durch die mitunter etwas hektischen Arrangements noch verstärkt wird. Man sollte also genügend Zeit mitbringen um das Album zur Gänze genießen zu können.

Ich kann nicht behaupten, diesmal restlos begeistert zu sein. Vielleicht bin ich auch einfach nur durch ähnliche Produkt(e)ionen mittlerweile abgestumpft? Nur weil die Jungs ihre Instrumente perfekt beherrschen, die Produktion glasklar und druckvoll ist und das Songwriting sämtliche Genre-Normen erfüllt, gibt es nicht automatisch eine volle Punktzahl. Fans, die von der Band eh nicht genug bekommen können, packen noch 2 Punkte auf die Wertung oben drauf. Alle anderen sollten erstmal ein Ohr riskieren. Fürs nächste Mal würde ich mir etwas mehr Mut zur Abwechslung und Entschleunigung wünschen (wie das geht zeigen uns Teramaze mit ihrem neuen Albem – mehr dazu hier in Kürze).

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Flesh And Blood
02. Surrender
03. Fate
04. Hope
05. Tragic Separation
06. Stranded
07. Land Of Sorrow
08. Silence
09. Turn Back Time
10. Curtain

Mario

NIGHTMARE – Aeternam

Band: Nightmare
Album: Aeternam
Spielzeit: 48:44 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 02.10.2020
Homepage: www.nightmare-metal.de

2016 rappelte es ja gehörig bei den Heavy Metal Pionieren NIGHTMARE und die Amore Brüder Sänger Joe und Schlagzeuger David stiegen nach Jahren der Zugehörigkeit aus.
Mit dem letzten Album „Dead Sun“ krempelten man den Bandsound gehörige um inklusive Wechsel der Gesangart und Stimme hin zu Maggy Luyten.
Die Dame ist leider schon wieder Geschichte und wird auf dem neuen Album „Aeternam“ ersetzt durch Maggy von der Band FAITH OF AGONY. Man darf gespannt sein wie die Dame zusammen mit dem Heavy/Power Metalsound und den Progressiven und Symphonic Einflüssen, die ja neu sind seit dem letzten Album, so klingt.
Daher starten wird mal erwartungsfroh den Openertrack „Temple of Acheron“. Hier stellen wir relativ schnell fest das die Truppe nichts an ihrer neuen Ausrichtung geändert hat und nach wie vor im Heavy/Power Metal unterwegs ist der aufgrund des „neuen“ weiblichen Gesangs etwas in Richtung Symphonic driftet.
Der Song an sich ist schön heavy aber dennoch melodisch gehalten und ist somit direkt der erste Anspieltipp der Scheibe!
Auch das anschließende „Divine Nemesis“ fräst sich aufgrund seines melodischen Chorus direkt in die Gehörgänge und bleibt dort lange haften.
Eine ordentliche Spur Härte kommt dann bei „The Passenger“ dazu. Hier zeigt auch Neufronterin Maggy das sie auch ordentlich böse klingen kann. Sehr variabel die Dame und für mich macht sie einen tollen Job und hat zu Recht den Posten bekommen!
Wieder etwas mehr in Richtung der ersten Tracks und in die Ecke Melodic geht es dann beim anschließenden „Downfall of Tyrant“ welches ebenfalls wieder sehr empfehlenswert ist.
Im Mittelteil wissen dann die Powerballade „Crystal Lake“ und der Titelsong „Aeternam“ am Ehesten zu überzeugen und zu begeistern.
Im letzten Drittel kann das abschließende, abwechslungsreiche „Anneliese“ am ehesten direkt überzeugen. Hier haben wir einen zweiten, männlichen, Sänger der aber nicht großartig benannt wird.

Anspieltipps:

„Temple of Acheron“, „Divine Nemesis“, „Downfall of a Tyrant“, „Aeternam“ und „Anneliese“

Fazit :

Wie auch schon das Vorgängeralbum geht das aktuelle Album mit einer sehr empfehlenswerten Benotung von 8,5 durch die Ziellinie.
Die neue Sängerin Maggy kann absolut überzeugen und ist vielleicht noch eine Spur variabler unterwegs wie ihre Vorgängerin!
Dazu kommt das tolle, abwechslungsreiche Songwriting was immer zwischen Heavy, Power Metal einem Schuss Symphonic schwankt.
Hoffen wir mal das man nun ein stabiles Lineup gefunden hat und beim nächsten Album zum ganz großen Wurf ausholt mit der neuen Ausrichtung! Verdient hätte es die Band alle Male!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Temple of Acheron
02. Divine Nemesis
03. The Passenger
04. Downfall of a Tyrant
05. Crystal Lake
06. Lights On
07. Aeternam
08. Under the Ice
09. Black September
10. Anneliese

Video zu “Aeternam”:

Julian

HELLSMOKE – 2020

Band: Hellsmoke
Album: 2020
Spielzeit: 43:22 min
Stilrichtung: Hard Rock/Heavy Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 16.10.2020
Homepage: www.facebook.com/pg/HellsmokeOfficial

HELLSMOKE ist eine neue Hardrock/ Metal Band die sich aus dem Gitarristen Christofer Dahlman (ex Alyson Avenue, Bai Bang) und Songschreiber Torbjörn Månsson sich mit ihrem langjährigen Freund sowie Schlagzeuger Roger Landin (ex Cloudscape) fand.
Harte Gitarren, stampfende Drums und raue, aber raffinierte Melodien bilden das Rückgrat der Musik. Zu Beginn der Aufnahmen für das Album „2020“ stieß Sänger Rimbert Vahlström (ex Syron Vanes) mit seiner unvergleichbaren Stimme zur Band hinzu! Neu im Line-Up sind zudem Jörgen Löfberg am Bass (Darkane) und Michael Åkesson (Alicate) an der Gitarre.
Soweit die Grundinfos zur Veröffentlichung des Debüts. Werfen wir nun direkt einen Blick auf den Openertrack „Devil`s Train“. Und dieser startet direkt mit erdigen Riffs die sofort den Fuß und Nacken mitgehen lassen. Der Gesang von Fronter Rimbert ist, wie auch schon bei SYRON VANES, einfach genial und er wird vermutlich wirklich den Songs die notwendige Würze geben.
Der Song an sich entwickelt sich zu einem flotten Midtempotrack der als Einstieg schon mal mehr als ordentlich ist und daher direkt auf unsere Hitliste wandert.
Song Nummer Zwo „Black Sun Rising“ ist dann wesentlich langsam gehalten als der flotte Opener. Ein bisschen mehr Epic fließt hier ein würde ich sagen und erneut stechen hier die geilen erdigen Gitarrenriffs ins Auge die das Ganze schön heavy machen. Mit einem ordentlichen Chorus ausgestattet gräbt sich auch diese Nummer direkt in die Gehörgänge und bleibt dort lange haften!
Den geilen Groove des Openersongs nimmt dann auch „Rest When You`re Dead“ direkt auf und auch hier wird der Nacken wieder mehr als überbeansprucht. Die Nummer bläst euch definitiv direkt den Staub aus den Boxen das verspreche ich euch!
Nach dem gefühlvollen und ruhigen „Nowhereland“ geht man mit dem klassischen Heavy Rocker „Hellcome to the Badland“ auf Nummer Sicher bevor mit „Raise your Fist“ wieder der schon oft erwähnte Nacken beansprucht wird.
Das knackige und flotte „Hell Adrenaline“ eröffnet dann den letzten Abschnitt der Scheibe wo wir mit „Common Man“ und „Bad Motorbreath“ zwei Songs vorfinden die irgendwie einen ganz leichten Blues Touch haben, da kann ich mir irgendwie nicht helfen.
Abgeschlossen wird das insgesamt sehr ordentliche Debüt dann mit „Nitro Woman“ welches dann nochmal ein schönes Highlight darstellt.

Anspieltipps:

„Devil`s Train“, „Black Sun Rising“, „Rest when You`re Dead“, „Nowhereland“ und „Nitro Woman“.

Fazit :

Das Debütalbum der Jungs von HELLSMOKE ist auf jeden Fall gerade in der ersten Hälfte ein wahres Fest für jeden Heavy Rock Fan! Man merkt das die Band schon lange im Geschäft ist und ihr Handwerk absolut versteht.
Zwar hat man im Laufe der Scheibe auch den ein oder anderen Standardtrack drauf, aber insgesamt bleibt man hier auf einem sehr empfehlenswerten Level.
Sehr gerne mehr davon Jungs, ein tolles Debüt was definitiv seine Fans finden wird und muss!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Devil`s Train
02. Black Sun Rising
03. Rest When You`re Dead
04. Nowhereland
05. Hellcome to the Badland
06. Raise your Fist
07. Hell Adrenaline
08. Common Man
09. Bad Motorbreath
10. Nitro Woman

Video zu “Devil`s Train”:

Julian

BENEDICTION – Scriptures

Band: Benediction
Album: Scriptures
Spielzeit: 46:50 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 16.10.20
Homepage: www.facebook.com/Benedictionband

BENEDICTION are back. Die englische Death Metal Legende meldet sich nach langen 12 Jahren endlich wieder mit einem neuen Album zurück. BENEDICTION waren aber nie weg und hatten sich auch nicht aufgelöst. Drei Klassiker haben die Jungs damals veröffentlicht („Transcend The Rubicon“, „The Grand Leveller“, „Subconscious Terror“) und versuchen nun mit ihrer achten Scheibe natürlich da auch wieder anzuknüpfen. Und es kommt noch besser: Dave Ingram ist wieder mit seinen „Signature-Growls“ dabei. Komplettiert wird die Band mit den alten Hasen Darren Brooks (g), Peter Rew(g) und den neuen Bandmitgliedern Dan Bate (b) und Giovanni Durst (d). Dann das geniale, von Simon Harris entworfene Coverartwork. Das klassische gelb-rote BENEDICTION Logo mit einer Mönchsgestalt ohne Gesicht, ist ein echtes Statement. Veredelt wurde das aktuelle Werk von Scott Atkins im Grindhouse Studio. Herausgekommen ist ein sehr druckvoller Sound, der alle Instrumente und die Stimme voll zur Geltung kommen lässt. Hier sitze ich nun und fühle mich wie der Dreizehnjährige von damals, der vor seinem Plattenspieler sitzt und ganz vorsichtig die Nadel auf „Subconscious Terror“ (1990) legt und große Augen und Ohren macht. Na dann los.

Schlagzeug, Gitarren, ein tiefer Growl und alles ist sofort wie früher. „Iterations Of I“ walzt mit einer solchen Intensität voran, dass es eine wahre Freude ist. Oh fuck, „Scriptures In Scarlet“ marschiert unbarmherzig dahin und lässt einen den Propeller auf Dauerrotation stellen. „The Crooked Man“ grooved in bester Bolt Thrower Manier. Die Drums knallen und die Growls sitzen, klasse bis jetzt. Was für eine geile Nummer „Stormcrow“ doch ist. Ich hab‘ schon längst ein altes Death Metal Shirt angezogen und lausche diesem fantastischen Song. Was für Riffs, was für eine Energie. Bitte schaut euch auch das Video dazu an. Wenn man so entspannt wie Dave, in einem Sessel mit einer Flasche Wein in der Hand, so einen Track präsentieren kann, dann ist man Kult. „Progenitors Of A New Paradigm“ startet mit einem Old School Riff und variiert geschickt das Tempo. Mit dem schnellen „Rabid Carnality“ könnte man mit dem Kopf voran durch Wände laufen und würde trotzdem keinen Schmerz spüren, mächtiges Geschoss. Die alten Herren lassen auch auf „In Our Hands, The Scars“ nicht nach. Getrieben von ihren Neuen an Bass und Drums, geben sie Vollgas. Ein tiefer Growl und böses Lachen eröffnen „Tear Off These Wings“. Eine Nummer die einfach verdammt Heavy ist, sich immer mehr steigert und Fahrt aufnimmt. „Embrace The Kill“ will nur eines: Zerstören. Knapp drei Minuten die „straight in your face“ knallen. Typische BENEDICTION Riff Attacken leiten „Neverwhen“ ein und erinnern abermals an alte Bolt Thrower. „The Blight At The End“ versetzt mich in die Zeit zurück, in der ich gierig alles aufgesaugt habe, was mit Death Metal zu tun hatte. Herrliches Back to the Roots Stück. Aufgepasst, letzter Song namens „We Are The Legion“ kommt. Und der fühlt sich so mächtig wie sein Titel an. Eine wahre Hymne die unbedingt live gespielt werden muss.

Anspieltipps: 1 – 12

Fazit: Dieses Album kann sich locker zu ihren Klassikern einreihen. Ich würde sogar im Moment so weit gehen und sagen, dass „Scripture“ direkt auf Platz zwei hinter „Transcend The Rubicon“ in der eigenen Bestenliste landet. Auf jeden Fall haben die Engländer das Death Metal Highlight des Jahres abgeliefert.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Iterations Of I
02. Scriptures In Scarlet
03. The Crooked Man
04. Stormcrow
05. Progenitors Of A New Paradigm
06. Rabid Carnality
07. In Our Hands, The Scars
08. Tear Off These Wings
09. Embrace The Kill
10. Neverwhen
11. The Blight At The End
12. We Are Legion

Sturmi